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Ohne weitere Worte (vom 25. November)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Der FC Bayern ist der Bundesliga dramatisch weit entwachsen. Man interessiert sich nicht einmal mehr für sie. (…) Manuel Neuer antwortete auf die Frage, ob die Bundesliga hilflos sei gegen diesen FC Bayern: »Das geht uns nichts an.«(Süddeutsche Zeitung)
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Der Dortmunder war schon oft verletzt, gerade weil er als leichtgewichtiger Highspeed-Artist mit einer sensiblen Muskulatur ausgestattet ist. (…) Und nun der Crash von Paderborn mit all den körperlichen und vor allem seelischen Folgen, die ein Fußballpatient zwischen Bangen und Hoffen auszuhalten hat. Dem Dortmunder schon im grauen November ein gutes neues Jahr zu wünschen ist unter diesen Umständen eine Selbstverständlichkeit, denn ein Marco Reus als Berufspendler zwischen Fußballplatz und Krankenhaus, das kann es auf Dauer nicht sein. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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Jüngst ging Marco Russ (…) verbal auf Jürgen Grabowski los. (…) Hätte sich Russ besser zurückgehalten? – »Über die Verdienste von Grabi brauchen wir nicht zu reden. (…) Wenn Russ in ein oder zwei Jahren aufhört, wird zwei Jahre später keiner mehr wissen, dass er bei der Eintracht gespielt hat.« (Bernd Nickel im Kicker-Interview)
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»Wenn man ihre Ansätze ins Medizinische übertragen würde, könnte man sagen, dass der eine ein Weltklasse-Heilpraktiker, der andere ein Weltklasse-Chirurg ist.« (Medienberater Roland Eitel über seine Klienten Jürgen Klinsmann und Joachim Löw, zitiert in der Frankfurter Rundschau)
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Die Toten Hosen diskutierten diesmal nur kurz, das Ergebnis fiel einstimmig aus: Sie werden auf der Fanmeile nicht auftreten. Sie kommen von außerhalb der Gesellschaft, (…) sie hatten sich an Deutschland abgearbeitet und nationalem Pathos misstraut. (…) Aber mit »Tage wie diese« hatte sich etwas verändert. Im Düsseldorfer Stadion hing inzwischen eine Werbung für einen Wursthersteller: »Mit Würstchen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit.« Darüber musste selbst Campino lachen. (Spiegel)
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Muhammad Ali muss man einfach lieben. Anders ist dieser selbstverliebte, überhebliche Mistkerl überhaupt nicht auszuhalten. (…) Alis Geheimnis ist, dass sich hinter seiner Ich-bin-der-Größte-Attitüde ein ziemlich bescheidener Mann mit dem Herzen eines Kindes verbirgt. (Welt zum neuen Dokumentarfilm »I am Ali«)
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Wie soll sich Tim Wiese nennen, wenn er eines Tages tatsächlich in den Ring steigt? Geht es nach den Lesern des Internetportals sport.de, dann sollte der ehemalige Fußball-Torwart (…) den Kampfnamen »The Holy Goalie« wählen. »Der heilige Torwart« gewann knapp vor den Vorschlägen »The Underkeeper« (Achtung, grandioses Wortspiel!) und »The Eraser from the Weser« (Achtung, origineller Reim!) (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Mein staatsbürgerliches Kreuz mache ich (…) immer bei der Linken. (…) Doch wohl in keiner anderen Bundestagspartei haben es so viele politische Blindgänger, Hornochsen und Sektierer ins Parlament geschafft. (…) Die Anzeichen, dass es sich bei der Linken um eine Partei gewordene Klapsmühle handelt, mehren sich. (taz)
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»Ich bin zu heftig in meinem Herzen und zu schwach in meinem Verstand« (Wolf Biermann in der ARD-Sendung »Günther Jauch«)
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Sie nervt (…), alt und krank zu sein? – »Das nervt doch jeden, bis auf ein paar Wahnsinnsmacker wie diese Alterssportler, die mit 95 die 100 Meter noch in drei Minuten schaffen wollen.« (Schauspieler Manfred Krug, 77, im Stern-Interview) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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