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Harald Schick: Betrugsparagraf 263

Auf Geschäftsreisen habe ich manchmal die Muße (und mangelnde Alternativen), Ihren Anstoß online zu lesen. Kommentare habe ich wg. angeborener Schreibfaulheit bislang nicht verfasst. Heute ist es aber soweit. Zwei Anstöße: Ihre falsche Berufsbezeichnung hinter dem hochrangig hatte ich gar nicht bemerkt – bösartig wäre zu sagen, vielleicht weil ich hinter diesem Adjektiv einen Journalisten nicht erwartet hatte. Nach meiner Lebenserfahrung aber einen Juristen noch viel weniger. Jurist bringt mich zum anderen Anstoß, Ihnen zu schreiben: »Dopinggesetz« – wem hilft’s? Eigentlich doch nur den dopenden Sportlern und ihren Helfern. Eine Verurteilung nach dem Betrugsparagraf 263 hätte evtl. eine deutlich höhere Strafe zur Folge. Dazu hätte es einer etwas weiteren (lebensnäheren?) Auslegung des Gesetzes bedurft – auch denkbar durch eine Erweiterung des Gesetzestext. Das wollten aber auch die Juristen offenbar nicht. Hochrangigkeit war hier wohl nicht dabei.  Ach ja, gegen Journalisten habe ich eigentlich nichts, wäre gerne auch selbst einer geworden, aber Schreibfaulheit steht dem wohl entgegen. (Harald Schick/z.Zt. Macau)

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