Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne weitere Worte (vom 18. November)

Die Fifa hat sich selbst vom Vorwurf der Korruption freigesprochen. Ganz tief ist der Weltfußballverband in sich gegangen, hat gehorcht und geprüft und dann festgestellt: Bei der Vergabe der Weltmeisterschaft (…) ist alles mit rechten Dingen zugegangen. Gott sei Dank! (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
*
Weil Wiese gut war, ließen sich auch seine Sprüche, sein Gehabe auf dem Platz, sein Stil ertragen. Manchmal dachte ich: wie peinlich. Aber Wiese war der eine lustige Proll bei einem eher unprolligen Verein. (…) Als ich die ersten Fotos von Muskel-Wiese sah, war ich erschrocken. (…) Weil sich Wiese, der immer von seinen Comeback-Plänen geredet hatte, mit seinem neuen Körper von seinem alten Leben als Fußballer endgültig verabschiedet hatte. Als ich die Videos von Samstagnacht sah, wie Wiese in den Ring kletterte, dachte ich nicht: wie peinlich. Ich habe mich für ihn gefreut, dass er einen Platz gefunden hat, wo er alles andere als fehl am Platz wirkt. (Spiegel online)
*
Das kenne ich bestens von zu Hause. Wenn wir Hannes abends im Bett bitten, in Ruhe darüber nachzudenken, ob es okay war, Nachbars Katze mit Steinen aus seinem Sandkasten zu vertreiben, Ninas Fußballschuhe hinter dem Schrank zu verstecken oder Geld für Fußball-Sammelkarten abzuzweigen, kommt der Bub stets zum Fifa-Ergebnis: Es war richtig. (FAS)
*
»Wir müssen ja nicht miteinander in den Urlaub fahren, auch nicht vor einem Spiel zum Essen gehen und eine Scheinwelt vorspielen. Doch ein Handschlag zur Begrüßung wäre nicht schlecht.« (Bayern-Boss Karl Hopfner im Welt-am-Sonntag-Interview zum Verhältnis mit dem BVB)
*
»Verfolgen Sie nicht auch mit Schmunzeln, wie sie in Schalke mit schöner Regelmäßigkeit sagen, was für eine fantastische Mannschaft sie haben? Soll ich Ihnen was sagen? Haben sie gar nicht. Es ist sogar gut möglich, dass der ungeliebte Jens Keller das Optimale aus diesem Team herausgeholt hat.« (»Trainerlegende« Hans Meyer im Zeit-Interview)
*
Wenn Paderborn im gesicherten Mittelfeld steht und der HSV Vorletzter ist – hat Hamburg dann nicht etwas falsch gemacht? – »Ich würde mir nie ein Urteil erlauben über einen Verein, in dem ich nicht drinstecke.« (Meyer/Zeit)
*
»Wenn Hamburg 50 Millionen mehr ausgibt als Paderborn, am Ende aber dahinterliegt, muss der HSV schlechter gearbeitet haben.« (Meyer im selben Interview drei Sätze weiter)
*
Sie erinnern mich an (…) Peter Pan. Der Junge, der niemals erwachsen werden wollte. (…) – »Ich verstehe das jetzt mal als Kompliment. Das Erwachsenwerden wird überschätzt, finden Sie nicht auch?« (Hugh Grant im SZ-Interview)
*
»Ich will auf jeden Fall alles dafür tun, dass meine Söhne keine asozialen Computer-Freaks oder Internet-Idioten werden.« (Liam Neeson im FR-Interview)
*
Es hat (…) offenbar einen interessanten Einfluss auf die Gelassenheit, wenn man die Nummer eins der Bestsellerliste ist. – »Das stimmt. Dieses Bayern-München-Gefühl, die Tabelle von oben nach unten angucken zu können, das tut der Gelassenheit besonders gut.« (Wilhelm Schmid, Nr. 1 der Bestsellerliste, in der  SZ)
*
In dem Film (…) gibt es eine Szene, in der Charlize Theron Ihnen eine Blume in die Arschfalte steckt … – »… und Sie wollen jetzt wissen, ob das mein nackter Arsch war? (…) Nein, es ist nicht mein nackter Arsch, sondern der meines Stunt-Doubles. (…) Ich sagte zu ihm: ›Mark, wir kennen uns schon so lange. (…)  Würdest du das vielleicht für mich übernehmen? Und die gute Nachricht ist: Es ist Charlize, die dir die Blume in den Arsch steckt.« (Neeson/FR) (gw)
*
(www.anstoss-gw.de   Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle