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Ohne weitere Worte (vom 14. Oktober)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Bezeichnend für das deutsche Spiel: Sieht schön aus, bringt aber nix ein. Und schon stehen Fragen im Raum. Wäre das mit Lahm, Klose und Mertesacker auch passiert? Fehlt Hansi Flick? Oder trägt doch einfach RTL die Schuld? (aus dem Liveticker des Fußball-Magazins 11Freunde)
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Sportdirektor Heldt ist ein überaus loyaler Angestellter. Solange er macht, was Aufsichtsratchef Tönnies sagt, passiert ihm nichts. Das zeigt auch der jüngste Trainerwechsel. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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»Die Geschichte kann noch extrem positiv enden, und daran stricken wir. (…) Wer weiß, was im Mai 2015 sein wird.« (Jürgen Klopp im FAZ-Interview)
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Wachholz: »Die hiesigen Kommentatoren holen immer wieder Statistiken hervor, aber spannende analytische Aspekte des Spiels erkennen sie nicht« – Seo: »Die Briten dagegen haben in ihrem Kommentar viele Dinge schon sehr früh benannt. Beispielsweise die ›Oceans Of Space‹ – die Möglichkeitsräume in der brasilianischen Hälfte.« (Katti Jisuk Seo und Mark Wachholz im taz-Interview / Die beiden Drehbuchautoren haben die Reportagen in ZDF und BBC vom WM-Spiel Deutschland – Brasilien verglichen)
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Vorsicht ist allerdings geboten, Betrüger bis in alle Ewigkeit zu Unberührbaren zu erklären. Denn dann wäre Uli Hoeneß bei jedem öffentlichen Auftritt nach seiner Freilassung ein einsamer Mensch. (Frankfurter Rundschau über den Umgang mit Doping-»Sündern«)
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Sie unterstellen, für den Gewinn der Weltmeisterschaft 1974 mitverantwortlich zu sein. Durch eine Art Kampagne für die Nominierung von Bernd Hölzenbein, der dann im Finale vor dem siegbringenden Elfmeter, sagen wir, gefoult wurde. Wie kam es dazu? – »Ich hatte zunächst in meinem Roman ›Vollidioten‹ einen eigenen Leserbrief aus dem ›Kicker‹ übernommen, dass Hölzenbein rein muss. Dann haben der mir vielfach verbündete Kollege Ror Wolf und ich der FAZ ein Interview gegeben, in dem wir eher sprachspielerisch gefordert haben, dass Hölzenbein mitspielen muss – vornehmlich aus phonetischen Gründen. Dass wir dadurch für den Titel verantwortlich seien, kam eher hinterher. Hölzenbein selbst hat bestätigt, seine Nominierung hätte viele Väter, auch Ror Wolf und eben mich.« (Satiriker und Schriftsteller Eckhard Henscheid im 11Freunde-Interview)
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Trainierte seien vegetative Würstchen, sagte der Professor. Trainierte sind Vagotoniker. Ihr Kreislauf ist weniger anpassungsfähig als der von Untrainierten. Man hat solche und solche 7 – 8 Stunden ins Wasser gelegt und sie nachher aufrecht gestellt. Die Trainierten fielen um, die Untrainierten blieben stehen. (Martin Walser in seinem soeben erschienenen Tagebuch »Schreiben und Leben« 1979 – 1981)
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Fußball: »Ist mir nicht mehr wichtig. Seitdem Trainer und Spieler die Vereine wechseln wie andere ihre Unterhosen, kann ich dafür leider keine Leidenschaft mehr empfinden.« (Entertainerin Ina Müller im Stichwort-Interview der taz)
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»Ich gebe dem kein Interview. (…) Ich lese den nicht und bin übrigens nicht gegen den Spiegel, auch nicht gegen die Müllabfuhr in Bonn. Aber ich bleibe trotzdem nicht über Nacht in der Kläranlage.« (Helmut Kohl in Heribert Schwans Buch »Vermächtnis – die Kohl-Protokolle«, zitiert im Spiegel)
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»Auch in Omas alten hessischen Lebensweisheiten steckt zuweilen buddhistischer Gleichmut. ›Bevor ich mich uffreeg, is merr’s egal!’« (Comedian Martin Schneider, derzeit als Guru »Meister Maddin« unterwegs, im FR-Interview)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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