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Sonntag, 12. Oktober, 6.40 Uhr

Bin nicht später dran als sonst am Sonntag, sondern habe erst noch ziemlich angetan das ganzseitige FAZ-Interview mit Jürgen Klopp gelesen. Natürlich auch in der Hoffnung, den einen oder anderen plakativen Satz für “Ohne weitere Worte” rausfischen zu können. War nichts. Waren “nur” kluge, überzeugende, in sich zusammenhängende Gedanken des BVB-Trainers, deren Tenor nicht in Interview-Minibruchstücken zusammengefasst werden kann, auch nicht durch meine Methode, dies in ähnlichen Fällen durch entsprechende, manchmal im Interview textlich weit auseinanderliegende Sätze mit dem Auslassungs-Hinweis “(…)” zu verbinden. Behelfsweise habe ich einen Nebenaspekt (Sätze zu Xabi Alonso) vermerkt (bleibt aber auf der Ersatzbank und kommt nur bei einem ähnlichen Ausfall-Pech wie beim BVB zum Zuge). Und ein Satz kommt in die “Montagsthemen” (“96 Prozent alles richtig machen, kann zu einem 0:1 führen”), denn er passt prima zum Länderspiel in Polen.

Obwohl es in der Welt knirscht und knackt und leider auch kracht, bleiben die Agenturmeldungen der Nacht erfreulich unaufregend. Auch keine Geburtstagsartikel, wie zuletzt bei Nana M., Udo J., Brigitte B. oder Sofia L., also auch keine Inspiration für Blog oder Kolumne. Nur der Vorschau-Artikel zum morgigen “Tag der Katastrophen-Vorbeugung” könnte was hergeben, beziehungsweise die Schlagzeile. Irgendwie in den “Montagsthemen” mit dem Iren-Spiel zusammenbringen? Mal sehen.

Mal zwischendurch wieder was zugegeben: Die Promi-Namen oben habe ich nicht aus irgendwelchen tiefsinnigen Erwägungen abgekürzt, sondern weil ich Nanas M.-Namen nicht aus dem Stegreif unfallfrei schreiben kann. Zweimal “ou”? Im Zweifel dann eben nur M.

Noch dies: Warum überhaupt fange ich am Sonntag in solcher Herrgottsfrühe an? Wenn die Frage kommt, antworte ich meistens – habe ich, glaube ich, auch im Blog schon mal geschrieben -, dass es dafür keinen Grund gibt, es habe sich einfach so ergeben, warum auch immer. Als jetzt die Frage wieder gestellt wurde, war meine KKK-Herzensdame dabei (gerade steht sie hinter mir. Kaffee kochen? Ja, bitte, in fünf Minuten, dann bin ich mit dem Blog fertig), und da sie ein viel intakteres Gedächtnis hat als mein durchlöchertes, wusste sie gleich die richtige und von mir längst vergessene Antwort: Weil ich bis vor zwei Jahren so früh in die Redaktion fuhr, um die “Montagsthemen”, meine Kür, zu schreiben, weil dann, gegen Spätmorgen-Frühmittag,  die lange, lange redaktionelle Pflicht des Zeitungsmachens begann, in der keine Zeit für Kolumnen-Spässchen war. So isses, so war es, und so bleibt es, obwohl es nicht so bleiben müsste, sondern aus nackter Gewohnheit. Und jetzt Kaffee, Kuchen, Knicks.

Baumhausbeichte - Novelle