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Sonntag, 5. Oktober, 10.00 Uhr

Ich war schneller als die Mountainbiker. “Montagsthemen” schon erledigt, diesmal kurz und knapp und ratz und fatz. Jetzt rauschen sie an meinem Fenster vorbei, während ich tippe. Erst im Höllentempo, mittlerweile eher in meinem. Na ja, bergrunter. Scheint also bald der Besenwagen zu kommen. Den es aber bei den Mountainbikern nicht gibt. Noch mal rausgeguckt: Es tröpfelt nur noch Radler, mittlerweile in meinem Alter. Auch Frauen und Kinder. Wir sind ja auch nicht auf der Titanic (“Frauen und Kinder zuerst!”)

Ich hätte noch ein bisschen was schreiben und gegen die Fußball-Monothematik anschreiben können, einmal zum Komplex Vettel/Ferrari (momentan liegt Vettel beim Rennen auf Platz drei), aber dazu fehlt mir doch der Hintergrund. Zum anderen über das Thema, bei dem ich zuviel Hintergrund habe: Hartings plakativer Verzicht auf die Nominierung zum Weltleichtathleten, der angebliche Durchbruch zum Anti-Doping-Gesetz und das große Thema heute in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (“Freizeitsportler dopen wie verrückt”). Aber das alles langweilt mich nur noch, zwar juckt es manchmal, die logischen Ungereimtheiten (Anti-Doping-Gesetz) wieder aufzuspießen oder triumphierend darauf hinzuweisen, dass ich schon vor Jahrzehnten über das wahre und tiefere Problem (die dopenden Freizeitsportler und überhaupt die dopende Gesellschaft) geschrieben habe … aber Frau Tomsch sei Dank, dass ich das alles endlich ruhen lassen kann. Für Neuhinzuleser: Wenn Sie die Stichwörter “gw”, “Tomsch” und “Tattoo” googeln,  finden Sie wahrscheinlich Aufklärung.

Baumhausbeichte - Novelle