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Ohne weitere Worte (vom 30. September)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Was macht Tim Wiese? Beißt vor Frust in seine Eisenhanteln, weil er zu früh auf die Karte Wrestling gesetzt hat. Zur Strafe hat Timo Hildebrand den Job bei Eintracht Frankfurt bekommen. Dass Wiese die bessere Wahl gewesen wäre, steht natürlich außer Frage. Wiese bringt aus Hoffenheim deutlich mehr Ersatzbank-Erfahrung mit als Hildebrand. (11Freunde)

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Keller könnte man sich gut als Nachrichtensprecher in einem sehr kleinen Privatradio vorstellen, in Rheda-Wiedenbrück möglicherweise. Für den Schalker spricht das zurzeit gängige Bonmot, wonach Keller das einzige Lebewesen sei, das über mehr Leben verfügt als eine Katze (neun). (Süddeutsche Zeitung)

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»Ich war selber Trainer. Ich weiß deshalb: Eine vermeintlich nicht so richtige Entscheidung den Spielern in völliger Überzeugung zu vermitteln ist viel mehr wert, als die vermeintlich richtige Entscheidung unsicher zu vermitteln.« (Matthias Sammer in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)

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»Wir wollten uns heute nicht wieder durchekeln. Wir wollten einen schönen und souveränen Sieg.« (Thomas Müller im Kicker nach dem schönen und souveränen  Sieg gegen Paderborn)

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2012 begann er ein Studium an der Sporthochschule in Köln, kürzlich legte er seine Praxisprüfung ab. »Schwimmen war der Horror«, sagt Hambüchen, »ich habe einfach zu viel Muskelmasse, das zieht dich gnadenlos unter Wasser«. (Spiegel)

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»1983 habe ich mich in die Menschenkette zwischen Neu-Ulm und Stuttgart eingereiht, aber nur weil ich für die Tochter meines Physiklehrers schwärmte, die so blond war wie Uli Hoeneß und sich für die Grünen und gegen Nachrüstung engagierte.« (Schauspieler Wotan Wilke Möhring im SZ- »Wochenende«)

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Es war natürlich auch die Woche, in der die schrillen Effenbergs wieder zusammenfanden. (…) Das ist lobenswert, denn wohin fehlende Ausdauer auf diesem Gebiet führen kann, hatte gerade erst ein anderer früherer Nationalspieler demonstriert – der Hochzeitsprofi Lothar Matthäus nämlich, der seine fünfte Ehe in Aussicht stellte. Nach Sylvia, Lolita, Marijana und Liliana kommt Anastasia an die Reihe. Dass der 53-Jährige seine Gattinnen nach der Endung ihrer Vornamen aussucht, ist unbewiesen – wäre aber ein guter Grund für Effenberg, sich seiner Liebsten (Martina) gründlich zu vergewissern. (FAS)

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»Ich habe damals als Erstes ein Wort aufgeschnappt, das ständig fiel«, erzählt Saleh. Das Wort: verboten. Er habe es erst für einen Gruß gehalten, habe jedem fröhlich zugerufen: »Verboten! Verboten!« (SZ über den Wowereit-Nachfolgekandidaten, der als Kind aus dem Westjordanland nach Deutschland kam)

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»Keiner ist so klein, als dass es nicht irgendeine Gruppe gäbe, in der er groß wirken könnte.« (Otto Waalkes im FR-Interview)

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»Für mich selbst brauche ich nicht viel, ich shoppe wenig, ich trage schwarz, bis eine dunklere Farbe erfunden wird.« (Schauspieler Dan Aykroyd, heute Wodkabrenner, im Interview auf der SZ-Seite »Geld«)

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Ich fühle mich so wohl und so tot und wie ein aufgestauter Fluss, über den in der Nacht immer wieder einmal der Wind geht. (aus dem jetzt erschienenen, nachgelassenen und unvollendeten Roman »Bilder deiner großen Liebe« von Wolfgang Herrndorf)

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»Urangst: bettlägrig zu sein, bewegungsunfähig. Dieser Tod vor dem Tod. Mein eigentliches Ziel im Leben ist ein eleganter Abgang.« (Schauspieler Ulrich Tukur im Spiegel-Interview)

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Das Glück macht nie so glücklich wie das Unglück unglücklich. (aus »Bilder deiner großen Liebe«/Herrndorf) (gw) * (www.anstoss-gw.de / gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle