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Ohne weitere Worte (vom 23. September)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Hätte Wiese denn überhaupt Potenzial als Wrestler? – »Optisch passt das. Er ist groß und breit. Er hat Tattoos und kann böse gucken. Er wäre definitiv kein lieber Typ, sondern ein klassischer Bad Boy. Ich weiß natürlich nicht, wie er sich am Seil verhält. Oder was passiert, wenn Stühle oder Tische statt Bälle auf ihn drauf fliegen. Wie gut ist der Mann wirklich im Nehmen? Kann er Schmerzen ab?« (der deutsche Wrestler BAM im Interview des Fußball-Magazins 11Freunde über die Catch-Ambitionen des Ex-Nationaltorwarts)

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Guardiola rennt die Seitenlinie entlang, springt, fuchtelt. (…) Tollt in seinem irren Tanz fast bis zur Eckfahne hinüber. (…) Am liebsten würde Pep Guardiola seine Spieler selbst per Joystick über den Platz lenken. (Süddeutsche Zeitung)

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Am Ende einer fünfminütigen Ganzkörperperformance hatte Guardiola seine Elf tatsächlich komplett neu justiert. (…) Und wieder einmal fragt sich das Publikum: Ist das jetzt ein gutes Zeichen, dass dieser Guardiola sein Team sogar am offenen Herzen operieren kann? (…) Oder ist es eher ein schlechtes Zeichen, dass Guardiola oft nach 20 Minuten sein ganzes Konzept über den Haufen werfen muss? (SZ)

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Die Bayern hätten wenig dafür geleistet, die Theorie zu widerlegen, »sie hätten sich zurückentwickelt, seit Guardiola das brillante Team von Jupp Heynckes übernommen hat. Doch sie haben nach wie vor großartige Qualität in Sachen Beharrlichkeit, und am Ende stellt sich das als ausreichend heraus«. (Welt, den britischen Guardian zitierend)

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»Vor uns liegt eine lange Saison, in der wir so viel wie möglich gewinnen wollen. (…) Wer Schreiner ist, möchte ja auch Schreinermeister werden.« (Henrikh Mkhitaryan im Kicker-Interview)

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»Dieses Ziel sollte jeder haben, egal ob Fußballspieler oder Handwerker. Der Wunsch muss es doch sein, sich immer zu verbessern.« (Nicklas Bendtner in einem anderen Kicker-Interview)

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Tut Ihnen Uli Hoeneß leid? – »Der Mann war krank, er litt an Börsen-Spielsucht. Als Banker hätten Sie ihm sagen müssen: Dieses wilde Kaufen und Verkaufen machen wir nicht. (…) Die Bank hätte ihn schützen müssen.« – Aber Hoeneß’ Bank Vontobel … – »… kassierte mit jedem Geschäft Gebühren. Das geht eigentlich gar nicht.« (Rudolf Elmer, Whistleblower und »der bekannteste Geheimnisverräter der Schweiz«, im Interview auf der SZ-»Geld«-Seite)

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Ihr Trikot ist überwiegend gelb-rot. Im Bauch- und Schambereich jedoch (…) ist es hautfarben. Was (…) so wirkt, als seien die Damen untenrum nackt. (…) Die Radsportlerinnen (OWW-Anm: eines kolumbianischen Teams bei der Toskana-Rundfahrt) jedenfalls finden ihren Look vollkommen unanstößig. »Ich fühle mich wie eine professionelle Radfahrerin und überhaupt nicht sexy«, sagte ein Teammitglied. Wir müssen nach Betrachten des Mannschaftsfotos sagen: Stimmt. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Früher musste man für diesen Effekt pausenlos ins Fitnessstudio oder wenigstens regelmäßig zur Bauch-Beine-Po-Gymnastik, damit sich die Pfunde dahin verteilen, wo sie hingehören. Heute reicht ein Einkauf. Zumindest solange man als Frau nicht nur die Hosen anhat, sondern diese auch tatsächlich anbehält. (FAS über den Trend zur Po-Push-up-Hose)

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Es ist nicht wahr, dass Sie Fremden beim Dreh ungefragt ihre Brüste zeigen, oder? – »Oh doch! Ich liebte meine Brüste, die ich für diesen Film hatte. Große, falsche Möpse, die jeden Morgen angeklebt wurden. Und wenn ich vom Wohnwagen zum Set über die Straße musste und gerade ein Auto kam, da habe ich eben kurz mal blank gezogen. Voller Stolz.« (Jane Fonda im SZ-«Wochenende«) (gw)

* (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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