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Verräterischer Plasmafernseher (“Wer bin ich?”-Auflösung vom 18. September/Robert Hoyzer)

»Trotz der Nebelkerzen, die Sie geworfen haben, bin ich sicher, dass es sich bei der gesuchten Person um Richard ›Dick‹ Fosbury handelt, der 1968 in Mexico-City mit 2,24 m im Hochsprung olympisches Gold gewann«, schreibt H. E. Sch. Aber ich habe nicht mit Nebelkerzen geworfen, sondern mit einem Plasmafernseher als Zaunpfahl gewinkt. Nicht Fosbury war’s, auch nicht andere Genannte wie Henry Maske, Mats Wilander, Michael Stich oder Nils Schumann, sondern … eben der mit dem Plasmafernseher.

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Eine erstaunliche Leistung muss nicht immer eine positive sein. Man kann sich auch ein »dickes Ding« leisten und damit die Sportwelt erschüttern. Wie unser Gesuchter. Immerhin zwölf Leser kamen auf den bösen Buben, wobei manchen der »Plasmafernseher« den Weg wies.

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Amüsant und überzeugend die beschriebenen Lösungswege. Dr. Paul Limberg (Linden): »Ihr Vorabtipp mit den hohen Stapeln an Lektüre, die Sie noch abzuarbeiten haben, hat bei mir die Assoziation ›Hochstapler‹ ausgelöst. Sollte diesmal ein negativer Held, ein gefallener Engel, gar ein Betrüger der Gesuchte sein? Und wenn ja, wer könnte das sein? Jan Ulrich sicher nicht. Den würden Sie nie so vorführen; wäre ja auch nicht gerecht. Aber da war noch jemand, der unter anderem einen Plasmafernseher für seine Leistung erhalten hatte. Wahrscheinlich konnte ich mich deswegen an dieses Detail erinnern, weil für uns seinerzeit kurz vor der Fußball-WM 2006 die Anschaffung eines neuen Fernsehgerätes anstand – und da ging es um die Entscheidung Plasma oder LED. Fast zeitgleich wurde der Wettbetrug des Schiedsrichters Robert Hoyzer aufgedeckt, der das Pokalspiel Paderborn – HSV massiv durch seine Entscheidungen manipuliert hatte. Dafür hatte er 60 000 Euro und eben einen Plasmafernseher bekommen. Inzwischen hat er seine Strafe abgebüßt, ist weitgehend rehabilitiert und darf ehrenamtlich Gutes tun. Kürzlich war im Fernsehen noch einmal der Bericht über dieses Spiel zu sehen. Mit welcher Chupze dieser Mann damals vor aller Augen die tolldreistesten Fehlentscheidungen getroffen und damit das Spiel verschoben hat, das nötigt mir widerwillig leisen Respekt ab. Raffiniert, wie Sie, lieber gw, in Ihrem Rätseltext eine negative Leistung scheinbar ins Positive wenden, um den Leser in die Irre zu führen. Bei mir wäre es fast gelungen,wenn der Plasmafernseher nicht gewesen wäre.«

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Dem ist nichts hinzuzufügen. Robert Hoyzer also. Auf ihn kamen: Helmuth Born (Karben) Thomas Buch (Friedberg) Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim) Ulrich Hermann (Friedberg) Doris Heyer (Staufenberg-Treis) Uwe Karsten Hoffmann (Bad Nauheim) Dr. Paul Limberg (Linden) Klaus Philippi (Staufenberg-Treis) Walther Roeber (Bad Nauheim) Rüdiger Schlick (Reichelsheim) Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-N.-Ohmen) Jochen Schneider (Butzbach)

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An dem negativen Helden Hoyzer scheiterten auch einige aus der Spitzengruppe der Jahreswertung, so dass nur noch diese neun Teilnehmer gemeinsam (mit je 12 Punkten) führen: Thomas Buch, Wolfgang Egerer, Ulrich Hermann, Dr. Paul Limberg, Klaus Philippi, Walther Roeber, Rüdiger Schlick, Paul-Gerhard Schmidt und Jochen Schneider.

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Es folgen dichtauf mit je elf Punkten weitere neun Teilnehmer: Jost-Eckhard Armbrecht (Gr.-Buseck), Dr. Joachim Bille (Reiskirchen), Helmuth Born, Uwe-Karsten Hoffmann, Ralf Kranich (Großen-Buseck), Dieter Neil (Großen-Buseck), Reinhard Schmandt (Pohlheim), Prof. Peter Schubert (Friedberg) und Manfred Stein (Feldatal).

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In der Jahreswertung ist also noch gar nichts entschieden. Auch die mit zehn oder neun Punkten dahinter Platzierten bekommen noch ihre Chance, denn im Endspurt können noch einige Punkte gesammelt werden.  (gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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