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Ohne weitere Worte (vom 2. September)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Das muss man sich erst mal leisten können und wollen (…). Der Wunsch Guardiolas (…) war dem FC Bayern (…) sofort Befehl. Das nennt man Lieferservice de luxe. (FAZ am 28. August zur Verpflichtung von … Benatia)

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Alonso muss nicht viel reden, um Autorität auszustrahlen; es genügt ein Blick in seine Augen, die schon immer fünfzehn Jahre älter schienen als der restliche Körper. Auf dem Platz regiert er (…) wie ein kampferprobter Mann, der eine Gruppe von Jungen in ihre erste Schlacht führt. (FAZ am 29. August nach der noch luxuriöseren Lieferung)

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Der FC Bayern hat sich nach dem unfreiwilligen Abschied seines Machers Uli Hoeneß an Guardiola ausgeliefert. (…) Guardiola hat den deutschen Meister zu einem kleinen FC Espana umgebaut. (…) Ohne Uli Hoeneß fehlt dem Dickschiff FC Bayern ein umsichtiger Steuermann. (Welt am 29. August in einem Seite-3-Kommentar)

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Alonso pflegt das Selbstbild vom Gentleman, eines Fußballers von geradezu altmodischem Ehrverständnis: der etwas andere Spieler, reflektiert und kultiviert. Für Spaniens größte Kaufhauskette posiert er seit Jahren in traditioneller Herrenkleidung, er trägt keine Tattoos, dafür noch schwarze Fußballschuhe und interessiert sich für Literatur, Kunst und Politik. Er leitet daraus aber auch bisweilen eine gewisse Attitüde ab, weshalb er nicht unbedingt zu den beliebtesten Profis im Team zählte. (Welt am 29. August im Sportteil)

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Für den FC Bayern ist der schnelle Transfer ein Tabubruch: Auf einmal mischt auch der deutsche Meister bei dem überhitzten Spieler-Wechsel-dich der sogenannten Superklubs mit, bei dem sich Real Madrid, Manchester United oder der AC Mailand untereinander die Weltstars wie Straßen in einem Monopolyspiel für fantasievolle Summen abluchsen. (Ronald Reng in der Frankfurter Rundschau)

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»Dieses Posen und Taktieren ist einfach nicht mein Ding. Nicht, weil ich anders sein will. Ich komme mir dabei einfach blöd vor. Wenn Sie wüssten, wie viele Leute anfangs auf mich zukamen und sagten: Miro, wenn du wirklich erfolgreich sein willst, dann musst du hier an dir arbeiten und da noch was verändern.« – Was zum Beispiel? – »Lauter sprechen, weniger ernst gucken, gerade gehen, all so was.« (Miroslav Klose im Zeit-Interview)

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Mindestens zehntausend Steuerbeamte haben Hoeneß’ Steuerakte gelesen. (…) Damit zählt das Werk zu den meistgelesenen Sachbüchern der Saison. (…) Noch ist die Fortsetzung (…) nicht veröffentlicht, aber vermutlich baut Hoeneß Modellautos für das reizende Ehepaar Haderthauer. (»Zippert zappt« in der Welt)

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Bei der Fußball-EM 2012 sagten sie, es habe Vorteile, keine Kinder zu haben, sonst müssten Sie jetzt womöglich auch »diese blöden Fahnen raushängen«, dieses Schwarz-Rot-Gold. – (…) »Meinen Körper stößt das ab, wenn Menschen ihr Land feiern, wenn die Fahne geschwungen wird, egal warum. (…) Das Gefühl, das dann in mir hochkommt, ist kurz vor Kotzen.« (Sängerin/Komikerin Ina Müller im Stern-Interview)

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Berlin, 26.8., 13.07 Uhr: Erster Abflug geschafft (taz-Schlagzeile am 27. 8., unterlegt mit einem Wowereit-Foto auf dem BER-Flugplatz)

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Seine Sprüche sind unvergessen, er sagte: »Berlin ist schwul, aber sexy« und »Ich bin arm, und das ist auch gut so.« (Zippert/Welt)

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»Ich wollte es sogar schon im Juli machen, aber da sind wir Weltmeister geworden.« (Klaus Wowereit über seinen Rücktritt, zitiert in »Worte der Woche« der Zeit) (gw)

* (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle