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Elsbeth Weil: Das Kind

Schon lange sind wir Abonnenten der Gießener Allgemeinen und damit auch des Seniorenjournals. Immer wieder, wenn ich einen Artikel von Ihnen lese, kommt mir eine kleine Anekdote in den Sinn, die schon viele Jahre zurückliegt, die ich Ihnen aber einmal mitteilen möchte.
Ab einem gewissen Alter, ich glaube wir sind ungefähr gleicher Jahrgang, werden Erlebnisse aus frühester Jugend immer relevanter.
Nun zur Sache: Meine Ausbildung machte ich als Arzthelferin in Wetzlar bei Dr. Fieber am Domplatz. Einer der ersten Patienten, die mir in Erinnerung blieben, waren Sie. Sie kamen mit Ihrem Krankenschein in die Praxis. Ein junger, athletischer, großer Mann, mit einem Krankenschein, damals wurden die Familienversicherten mit einem K(Kind) bzw. F gekennzeichnet. Sie gaben Ihren Schein ab mit einem großen K darauf (ich glaube mich sogar erinnern zu können, dass es ein Schein der Bundesknappschaft war, bin mir aber nicht sicher) und Dr. Fieber konnte sich vor Lachen nicht beruhigen über das Kind, das da vor ihm stand.
Nun bin ich los, was mir immer wieder einfällt, wenn ich etwas von Ihnen lese. (Elsbeth Weil)

Baumhausbeichte - Novelle