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Ohne weitere Worte (vom 19. August)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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»An manchem Standort wird der Geldzufluss von außen akzeptiert, weil er Sünden der Vergangenheit im eigenen Verein bereinigt, während gegenüber einem anderen Klub, der mit unternehmerischen Investitionen sehr professionell und strukturiert arbeitet, die Moralkeule geschwungen wird.« (DFL-Geschäftsführer Christian Seifert im FAS-Interview zur Diskussion um RB Leipzig)
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Sollten die großen Fußballbosse weiterhin jammern, dies (…) wäre wirtschaftlich nicht tragbar, dann sollte man sie darauf aufmerksam machen, dass man sich für den Einkaufspreis eines Spitzenfußballers eine ganze Saison lang von der Polizei bewachen lassen könnte. (Kabarettist Werner Schneyder in der Kicker-Kolumne »abpfiff«)
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Sammer oder Klopp? – »Sammer. Ich finde ihn härter. Klopp ist zu sehr Mainstream. Das entwertet.« – (…) Wie wäre es mit der Frisur von Günter Netzer oder Marco Reus? – »Dann auf jeden Fall Reus, Netzer geht gar nicht. Ich möchte auf der Straße auch nicht gefragt werden, wie ich mich beim Pokal-Finale 1973 selbst eingewechselt habe.« – Vettel oder Rosberg? – »Vettel, er ist authentischer. Bei ihm ist auch mal eine Wolke und nicht immer nur Sonne.« (Robert Harting im Bild-online-Interview)
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Unter sich sind Leichtathleten oft genug. An den Feiertagen ihres Sports sollten nicht auch noch Eintrittspreise wie für die Oper für Exklusivität sorgen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung zur EM in Zürich)
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»Schwimmen ist wahnsinnig trainingsintensiv. (…) Aber sich quälen ist out. (…) Abseits des Sports ist der Trend genauso: Man möchte mit wenig Aufwand möglichst weit kommen. Immer weniger Jugendliche wollen Lehrer oder Arzt werden, lieber versuchen sie ihr Glück als Supermodel oder in einer anderen Casting-Show.« (Franziska van Almsick im Sport-Bild-Interview)
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Wie haben Sie Medizin-Studium und Leistungssport unter einen Hut gekriegt? – »Der Tag hat 24 Stunden, und wenn ich nicht abends fünf Stunden Fernsehen gucke, dann hat man schon Zeit, sich hinter das Studium zu klemmen. Man muss konsequent sein, wissen, was man zu tun hat und das auch machen.« (Speerwerferin und Ärztin Linda Stahl in der Süddeutschen Zeitung).
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»Wir waren bei Olympia 2012 bei der Pressekonferenz nach meiner Bronzemedaille. Und ich habe erzählt, ich würde studieren und so. Und irgendein Journalist hat dann zu einem anderen gesagt: Was machen wir denn jetzt mit der Stahl? Kein kaputtes Elternhaus. Hat studiert. Total langweilig. Ach, die lassen wir einfach weg. Mein Trainer saß daneben.« (Stahl/SZ)
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»Ich kann ihr gratulieren, aber sie kann das umgekehrt nicht. Mich stört das nicht. Es muss jeder wissen, wie er so etwas handhabt.« (Hammerwerferin Kathrin Klaas in der Frankfurter Rundschau über ihr schwieriges Verhältnis zu ihrer Konkurrentin Betty Heidler)
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Nicht nur das ZDF hat für seine Sendungen Umfrageergebnisse verändert, sondern auch der NDR. Das ist blöd, aber nicht so blöd wie die Ranking-Shows an sich. (taz)
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Steigerungen sind indes durchaus denkbar. Sollte man ihr eines Tages, wenn in Japan mal wieder die Erde bebt, bei einem Hechtsprung unter den Tisch zusehen dürfen? Könnte sie bei der Überleitung zum Wetter einen Regentanz aufführen? Oder möchte sie beim nächsten Beitrag über das Erbe Papst Johannes Pauls II. vielleicht den Boden küssen? Nach diesem Dienstag scheint alles möglich. (FAS über Caren Miosga, die in den »Tagesthemen« zu Ehren von Robin Williams – wie dieser im »Club der toten Dichter« – auf den Tisch stieg)
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Schlager und Alltagsalkoholismus haben eines gemeinsam: Keiner spricht gern darüber, aber jeder hat Erfahrungen damit gemacht. (Welt)
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Sie haben ein Museum für Russland entworfen. Gerade bauen sie ein Privathaus für Katar. Wie politisch muss ein Architekt sein? – »Generell kann ich ihnen das nicht beantworten. Ich bin zu alt für generelle Antworten.« (Architekt Peter Zumthor im SZ-»Wochenende«) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle