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Walther Roeber: Randbemerkungen

HA! Das wurde aber auch mal wieder Zeit!

Endlich ein Stammtisch, bei dem ich nicht nur Zustimmung signalisieren kann,

sondern anderer Meinung bin oder vielleicht auch nur einen anderen
Eindruck habe.

Was kann man schon über die Wahrnehmung sagen; außer dass sie subjektiv
ist…

Der Reihe nach:

Aubameyang – albernes Getue, verbarg aber sein schlechtes Gebiss,
vielleicht sollte er da

mal ein paar seiner Milliönchen verarbeiten statt beim Friseur oder im
Auto-Salon.

Gelb hätte er verdient gehabt, aber die Aktion passte zur Bedeutung des
“Suppen-Cups” (copyright gw).

Freimuth – sah für mich zunächst wie ein Unfall beim Eigenhaarschnitt
aus… Wenn er den Kurzschnitt

durchgezogen hätte, wäre er bei manchen Übungen vielleicht weniger
irritiert gewesen, höher gesprungen oder

hätte weiter geworfen. Aber Haare wachsen meistens nach, während viele
der ebenso irritierenden Tätowierungen

bei einigen Sportlern wohl nur mit sehr großem Aufwand zu eliminieren
sein dürften.

Stahl – neben dem Studium ein solches Ergebnis, beeindruckend. Dass bei
solchen Wettbewerben die letzten Versuche

ein Ergebnis noch umkehren, das liegt irgendwie in der Natur der Sache.
Leider haben Heidler und Klaas es nicht geschafft.

Mahiedine Mekhissi-Benabbad – da hatte ich einen ganz anderen Eindruck
als Sie! Ich fand das Gehabe despektierlich gegenüber

den Konkurrenten, auch wenn diese in dem Fall Hinterherläufer waren. So
ein triumphales Imponieren gefällt mir nicht, wobei ich

die Kuschelpose von Harting auch nicht viel besser fand. Posieren nach
dem Zieleinlauf ist ok., aber Bolt nimmt seine Bogen-

schützen-Pose ja auch nicht auf der Strecke ein… Und wie die Regeln
sind, das sollten die Athleten eigentlich wissen.

Der eigentliche Skandal in Zürich sind aber die Offiziellen, die
Kampfrichter und offenbar auch Techniker, die offenbar nicht

wissen, was sie da eigentlich tun. Der Protest der Spanier ist zwar
unfair – nicht die feine Art -, macht aber das Versagen

der Organisation erst richtig deutlich.

Am Rande: genauso übel fand ich das Nichtantreten eines “Sportlers” bei
den 110m-Hürden.

Ich habe nichts gehört oder gelesen, weshalb er nicht antrat. Warum auch
immer, wenn das bekannt war, hätte man den

Nächstplatzierten nachrücken lassen können… Dabei gab es doch einen
dt. Protest, dessen Sinn mir nicht ganz klar wurde.

Wobei diese Regelungen der Qualifikation für nächste Runden
diskussionswürdig ist, denn wenn ich mich recht erinnere,

waren 2 oder 3 der Endlaufteilnehmer deutlich langsamer gewesen als 4.
oder 5. des Halbfinals. Dass bei Mittel- und Lang-

Strecken taktisch gelaufen wird, ist verständlich; warum nicht im Sprint
die Zeitschnellsten sich qualifizieren- nur so als Idee.

Wobei ich nicht weiß, wie die Läufer in manchen Vorentscheidungen
“zusammengelost”(?) wurden…

Wobei das Regularium, wie Sie ja andeuten, teilweise offenbar völlig
überzogen ist – ich denke da an das “Abmelden” bei

irgendeinem Funktionär bei “Verlassen des Innenraums zur Absprache mit
dem Trainer”.

Ihre Experten-Ausführung zum Werfen ist ausgesprochen interessant. Mir
fiel gerade bei den Mehrkämpfern auf, dass es

da offenbar größere Schwierigkeiten gibt mit dem Stemmbein; vielleicht
ist es Angst vor einer Verletzung oder ein Umsetz-Problem

in der Technik. Gerade bei den Frauen im Speerwurf wurde da manchmal
merkwürdig abgezogen.

Ich weiß ja, dass Sie Pokal in frühen Runden nicht besonders
interessiert, aber dass Mainz und Nürnberg so schlecht in die

Saison starten, gibt etwas zu denken. Und: dass S. Kießling innerhalb
von 59 Minuten 5 Tore erzielt, das muss auch erstmal

geschafft sein, selbst gegen einen unterklassigen Gegner.

Zu guter Letzt abgeschwiffen: auf der Titelseite der heutigen WZ (ich
weiß nicht, ob die bei der GAZ genauso ist) steht Frau

vdLeyen in Pose vor einer abflugbereiten Transall. Und wie interpretiert
man das? “I am the greatest!” – “Wartet nur, ich bin

bald auf dem Weg mit Waffen!” – “Hier stehe ich, ich kann nicht anders!”
- oder ganz anders? (Walther Roeber/Bad Nauheim)

Baumhausbeichte - Novelle