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Ohne weitere Worte (vom 5. August)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Wenige Stunden vor dem Freundschaftsspiel war das neue Büro der Münchner im 21. Stock eines Wolkenkratzers in Manhattan eröffnet worden. Nach einigen markigen Worten von Bayern-Vorstand Jörg Wacker (»New York ist spezial, mia san mia, wir sind auch spezial«) (…) deutete Moderator Thomas Gottschalk an, dass die Eroberung dieses Marktes doch eine knifflige Sache werden könnte: »Das einzige, was in den USA noch schwerer zu verkaufen ist als Fußball, ist deutscher Humor.« (Süddeutsche Zeitung zur PR-Tournee der Münchner Bayern)

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Sie haben einmal gesagt: »Ab einem gewissen Niveau belastet Eigentum.« Wann ist der Punkt erreicht? – »Ab dem Moment, wo ich lieber bei einem Fußballspiel zuschauen oder Tennis spielen möchte, mich aber mit dem Eigentum beschäftigen muss.« (Kabarettist Django Asül in der SZ-Interviewreihe »Reden wir über Geld«)

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Wer besoffen grölend und urinierend durch anderer Leute Innenstädte taumelt, Polizisten mit Flaschen und Feuerwerkskörpern beschießt, Züge, Busse, Bahnhöfe, Stadien demoliert oder im Mannschaftstrikot rechtsradikale Parolen brüllt, der hat doch eigentlich beim Fußball nichts zu suchen, oder? (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Die Erforschung der Motive dieser schwer gestörten Männer erschöpft sich meist in dem Befund, dass sie oft bürgerlichen Berufen nachgehen und den Hooliganismus als Teil ihrer Freizeitgestaltung und Befreiung von angeblichen gesellschaftlichen Zwängen empfinden. (FAS)

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Was sind da schon 100 Millionen Dollar? Aus Ecclestones Sicht ist das ziemlich genau die Summe, die er nach der Scheidung von Slavica im März 2010 als Unterhalt bekam. Allerdings nicht als Einmalzahlung, sondern Jahr für Jahr. (…) Was Ecclestone nun nach München zu überweisen gedenkt, entspricht also einem Jahr Unterhalt von seiner Ex. (SZ)

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»Ich weiß (…) nicht, warum ein Fußballmanager in einer politischen Diskussion im Fernsehen sitzen muss, um seine politischen Weisheiten weiterzugeben. (…) Bei der letzten Bundestagswahl habe ich rumgezappt – da saß auf fast jedem Kanal ein Fußballer in einer Diskussionsrunde und hat sich zur Wahl geäußert.« (Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke im Zeit-Interview)

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Mal berichtete er, dass er von Außerirdischen entführt worden sei, mal spielte er mitten im Libyen-Konflikt vor laufenden Kameras eine Partie Schach mit Muhammar al-Gaddafi, mal wollte er die Leiche von Lenin nach Kalmückien holen, mal für einen zweistelligen Millionen-Betrag am Ground Zero in New York ein Schachzentrum errichten. (SZ über den Schach-Weltverbandschef Kirsan Iljumschinow)

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Das darf man mal eine überraschende Nachricht nennen aus der Kategorie »Mann beißt Hund« (…) oder »HSV gewinnt Titel«. (Hamburger Abendblatt zum Spiegel-Bericht über Forderungen der Bundesbank nach kräftigen Lohnsteigerungen, zitiert im »Rückspiegel«)

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»Früher bekam ich ohne Warmmachen den Kopf an den Popo. Heute hab ich Knieschmerzen und Rücken-Aua. Wenn man in der Kindheit so auseinandergenommen wurde. Das ist ja nicht menschlich. Mein Kind würde ich nicht zum Leistungssport schicken.« (Palina Rojinski, Tele-Moderatorin und frühere Sportgymnastin, im Bild-Interview)

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»Nur dumme Menschen verändern sich durch Erfolge dramatisch.« (Jürgen Klopp auf einer Pressekonferenz im BVB-Trainingslager in Bad Ragaz, zitiert u.a. in der Welt)

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Udo Walz fürchtet die Unauffälligkeit wie Rapunzel den Haarausfall. (Spiegel über den Promi-Friseur) (gw)

 

Baumhausbeichte - Novelle