Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ralf Protzel: Mit ohne Kribbel

Die mit/ohne-Erläuterungen der Mitleser erinnern mich schmunzelnd an eine Geschichte meiner inzwischen 11-jährigen Tochter:
In der meisten Zeit ihrer ersten 6 Lebensjahre gab es bedingt durch unseren Japanaufenthalt kein Mineralwasser (gibt es in Japan i.d.R. nicht zu kaufen). Somit kannte sie Wasser nicht anders und mochte keine Wasser mit Kribbel (so nannten wir das Mineralwasser mit Kohlensäure). Das gab es immer in Restaurants während unserer Deutschlandurlaube, wenn man bspw. Apfelschorle bestellte. Dies führte dazu, dass sie eines Tages im Restaurant bei der Getränkebestellung sagte: “Ich möchte gerne eine Apfelschorle mit ohne Kribbel”.
Inzwischen bestellt sie ihre Schorle einfach “ohne Kohlensäure” (sie trinkt bis heute  kohlensäurehaltige Getränke nur äußerst ungern). Es hat aber gedauert, bis sie es so ausdrückt.

Noch etwas zu Rehm: Meine Frau interessiert sich herzlich wenig für Sport und kannte diese Geschichte nicht. Trotzdem kamen wir heute morgen irgendwie auf dieses Thema. Spontane Antwort ihrerseits: “Das ist doch ungerecht gegenüber den ‘normalen’ Sportlern”. Auf meine Frage, wie sie das begründe, anwortete sie, dass es ja überwiegend auf die Prothese ankomme und nicht das sportliche Können des Mr. Weitsprung (sie kannte wie schon erwähnt nicht den Namen). Warum würde denn der Vettel (den kennt sie) denn auf eimal nicht mehr gewinnen? Da liege doch nur an den technisch besseren Autos (Prothesen) der Konkurrenz. Und nicht daran, dass er nicht mehr genügend für seine körperliche Fitness tue bzw. plötzlich schlechter Auto fahre als im letzten Jahr. (Ralf Protzel/Bonn)

 

Baumhausbeichte - Novelle