Archiv für August 2014

Samstag, 30. August, 22.15 Uhr

Wieder da und gleich kurzfristig weg. Sonntagmorgen-Blog fällt daher aus, vielleicht melde ich mich am Abend noch einmal. Wenn ich mutig bin, mit der Eiswürfel-Challenge in der Netzwelt und dem Sauflauf (habe ich irgendwann mal im Blog schon erwähnt) im eigenen Dorf. Beide für einen guten Zweck. Ist ja klar. Original-Warnung auf dem Rad-Weg nach Hause: “Vorsicht, hier ist alles vollgekotzt!”

Ach ja: Eigene Challenge bestanden, ungekotzt: Montagsthemen in Rekordzeit schon online. Falls Eile-ohne-Weile-Fehler drin: bitte melden! Fürs Blatt kann ich morgen abend noch korrigieren.

Veröffentlicht von gw am 30. August 2014 .
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Montagsthemen (vom 1. September)

Zwar haben alle geahnt, wie schwer es die Bayern in der Nach-WM-Saison haben würden, aber dass es sooo schwer … gar nicht kommen muss, überrascht dann doch. Bestes Indiz: Schalke 04, immerhin  Champions-League-Teilnehmer, feiert ein glückliches Heim-Unentschieden wie einen grandiosen Sieg, und das auch noch zu Recht, denn die Schalker kämpften am Ende wie um ihr Leben, sich mit bravourösem Einsatz einer Mannschaft entgegenstemmend, bei der noch mehr Weltklassespieler verletzt fehlten, als andere auf der Bank saßen.
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Das Spiel ähnelte couragierten Auftritten von unterklassigen Mannschaften in Pokal-Heimspielen gegen übermächtige Gegner, und das schmälert nicht die Schalker Leistung, sondern erhöht nur den Respekt vor dem FC Bayern, respektive die Angst der Konkurrenz. Einen Sieger beim Remis gab es dennoch: Jens Keller. Der (auch von mir, leider) lange Unterschätzte hält sich seit fast zwei Jahren stoisch auf dem Schleudersitz, selbst wenn der Rauswurf-Knopf schon mehrmals vergeblich gedrückt wurde. Eine reife Leistung, vor allem auf Schalke.
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Dank Eintracht Frankfurt. Einst wurde der Vertrag ihres Kapitäns Jens Keller nach dessen Knöchelverletzung nicht verlängert, auch die vertragliche Vereinbarung, nach Karriereende eine Anschlussverwendung zu bekommen, wurde gegen eine Zahlung von 100 000 Euro aufgehoben. Vielleicht zum Glück für beide.
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Sachen gibt’s … die gibt es nur im Fußball. Wie der junge Wolfsburger Malanda es schafft, seine Torverhinderung von München eine Woche später noch irrwitziger zu übertreffen, wird ihm einen vorderen Platz in den Youtube-Ranglisten der seltsamsten Fußball-Trotteligkeiten bescheren. Und wie das mit den Neuen Medien nun mal so läuft: Dieser Doppel-Trottelschlag macht Malanda unsterblich, die Bilder werden ihn ein Fußball-Leben lang, nein, sein Leben lang begleiten. Der arme Kerl. Selbst als Eintracht-Fan hätte man ihm fast gewünscht, ins Tor getroffen zu haben.
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Na ja, das sehen die echten Fans wohl anders. Anders auch das nächste Thema: Kreuzbandriss. Der hat Hochkonjunktur. Kaum ein Profiklub ohne einen akut Verletzten oder Rekonvaleszenten. Warum bloß reißen derart viele Kreuzbänder, von denen Sportler früherer Zeiten nicht einmal wussten, dass es sie gibt? Markus Babbel äußert im »Zeit«-Magazin einen Verdacht: Weil sich die Profis üblicherweise vertraglich verpflichten, das jeweils neueste Modell des Herstellers zu tragen, sei es kein Zufall, »dass es so oft Kreuzbandrisse gibt: Wenn du den Schuh nicht kennst, kommt es vor, dass du im Rasen hängen bleibst, zumal die heutigen Plastikschuhe weniger flexibel sind.« – Interessanter Ansatz. Allerdings: nur eine Vermutung. Weiterhin Stand der Dinge: Nichts Genaues weiß man nicht.
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Ich sehe nur eine Möglichkeit, Kreuzbandrisse zuverlässig zu verhindern: Da Fußballprofis noch länger an der Playstation spielen als im Stadion, könnte man doch gleich aus den Stadien gigantische Playstations machen … ja, ja, ich weiß. Überaus albern. Aber in einer anderen Sportart schon Realität. In einem Volkssport sogar. Allerdings nicht bei uns, sondern am Golf. Volkssport auch nur, weil dort die Scheichs sagen: Wir sind das Volk. Und das liebt Kamelrennreiten. »Geritten werden die flinken Tiere von Robotern, die Jockeys simulieren und elektrisch angetrieben die Peitsche schwingen« (»Spiegel«). Per Fernsteuerung. Demnächst wahrscheinlich sogar in Deutschland. Mit gigantischem Aufwand, denn Scheichs aus sechs Golfstaaten wollen im nächsten Juni ihre Kamele in München rennen lassen. Auf der Wiesn. Die millionenschweren Rennkamele sollen in Spezialjets eingeflogen werden. Ob die auch im pathologischen Sinne völlig verrückte Show tatsächlich über die Bühne gehen darf, entscheidet sich in Kürze im Münchner Rathaus. Da dort Dollarzeichen in vielen Augen blitzen (die Scheichs bringen schließlich ihre Shopping-Queens mit), stehen die Chancen gar nicht schlecht. Pecunia non olet.
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Falls München die Wiesn nicht freigibt, böte sich dem Frankfurter Renn-Klub die einmalige Chance, die Niederräder Galopprennbahn endlich auf gesunde (Kamel-)Füße zu stellen und dazu noch ein paar Milliönchen auf die hohe Kante zu legen. Doch daraus wird nichts, der soeben gewählte neue Vorstand, dem der DFB mit Billigung der Stadt Frankfurt ein Leistungszentrum vor die Füße bauen will, muss nun aus der Position des bittenden Schwächeren über eine gemeinsame Nutzung des Rennbahn-Geländes verhandeln.
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War nur Spaß. Nein, nicht das DFB-Leistungszentrum auf der Galoppbahn – das kommt. Auch kein Spaß: Nachdem sich ein Leser am Samstag über unsere hübsche Schlagzeile »Dach vom Gerätehaus saniert« gefreut hat, muss sich natürlich die »Bild«-Zeitung am selben Tag vordrängen und uns in diesem Ranking von Platz eins verdrängen: »Killer von deutschen Auswanderern verhaftet!« Da sage noch einer, die Welt solle nicht am deutschen Wesen genesen – jetzt müssen sogar schon unsere Auswanderer dort draußen für Recht und Ordnung sorgen! (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 30. August 2014 .
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Dr. Sylvia Börgens: Bedröppelt!

Jetzt bin ich doch bedröppelt, dass  die Hessen-Regel “Weich gesprochen, ergo hochdeutsch hart geschrieben” bei Ihnen so fest vertrahtet ist , dass alle Einreden nichts helfen. Ich verweise dazu auf meine letzte Mail, geschätzt vom April 2012. Da hatte ich noch ein Bild einer echt bergischen (bergischen!) “Dröppelmina” mitgesandt, weil es ja, laut lernpsychologischen Erkenntnissen, auf die Verbildlichung des Lerninhaltes ankommt … (Dr. Sylvia Börgens/Wölfersheim)
JETZT fällt’s mir wieder ein. Zu spät. Da bin ich echt be…dröppelt.

Veröffentlicht von gw am 30. August 2014 .
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Dr. Hans-Ulrich Hauschild: Die zu wahrende Würde von Geist und Moral über den körperlichen Niedergang

Musste unbedingt Ihren Beitrag im Seniorenjournal lesen. Mühsam genug, aber das war Pflicht, die Pflicht des Geistes,  die Unzulänglichkeit des Körperlichen zu ignorieren. Denn: Steines-Beiträge zur Kenntnis zu nehmen übt diesen, den Geist genau so wie sie ihn herausfordern. Alles konnte ich nicht hinreichend gründlich entziffern, das Wesentliche vielleicht schon. So weit Ihr Text ein Plädoyer für die zu wahrende Würde von Geist und Moral über den körperlichen Niedergang ist, kann ich aus ganzem Herzen und mit einigem Verstand zustimmen. Und genau so war es ja heute morgen mit der Verpflichtung, die ich meinem Körper auferlegt habe, diesen Artikel zu lesen, um die Würde des Alters gegen die jugendliche Gesundheit zu wahren. Gelungen. Genau so gelungen wie Ihr Beitrag insofern er die Kritik des jugendlichen Geistes an den etablierten Alten ebenso gelten lässt, wie die Kritik der Alten, die den Jungen zurufen: Euer Radikalismus ist vorübergehend, seid Ihr erst einmal etabliert. Allein, so stimmt es nicht vollständig. Mir scheint, oder besser: es ist allzu evident, dass die modernen Alten nicht alt werden wollen, weder an Geist noch an Körper. Sie kleiden sich sorgfältig nachlässig, man sieht ihnen ihre Designerhosen genau so an wie den Jungen die Designerturnschuhe oder das teuere Smartphone. Antiaging, rote kurzgeschorene Haare, wellness, Körperlichkeit über alles. Da hat Ihr junges Alter Ego schon recht, immer noch und ohne Relativierung. Ob diese alte Generation, zu der ich rein äußerlich ja auch gehöre, wirklich die Würde, Souveränität und das politische Interesse hat, Gesellschaft weiter zu gestalten, bezweifle ich. Das gilt allerdings auch für die moderne Jugend, die doch so ganz anders erscheint als Ihr jugendlicher Steines. Es kommt mir so vor, als hätten sich die Gruppen geistig und vom Lebensstil angenähert. Junge haben selten oder viel seltener als früher Interesse für Fragen, die ihr eigenes Wohlergehen übersteigen. Da gibt es keine Protestkleidung mehr, kaum noch erkennbare Meinungen zu Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Das Einkommen, die Party, das Event, der Wellness-Urlaub, der Tauchkurs in fernen Ländern. Das ist es, was junge, auch alte, Menschen interessiert. Mit diesen kann eine entschlossene politische Bewegung machen, was sie will. Vielleicht subjektiv alles verständlich. Man wird vereinnahmt vom Job, wie man heute sagt. Man bricht aus, aber nur noch in das Event. Schon 20jährige interessieren sich nur noch für Karriere, die man sich nur als Banker vorstellen kann.
Geschimpfe eines Alten? Ich bin alt, ich bin jung. Und bleibe bei der Diagnose: ein Unterschied der Gruppen gibt es schon rein äußerlich kaum noch, aber auch im inneren Habitus nicht mehr.
Sie haben aber Recht: es bleibt der Sieg des Geistes über den Körper am Ende übrig. Aber für viele erst dann, wenn gar nichts mehr geht. (Dr. Hans-Ulrich Hauschild/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 30. August 2014 .
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Klaus Abel: Alte Zeiten

Ihr “Anstoß” vom 14. 8. hat mich an alte Zeiten erinnert. Der würdige Vorgänger William R. seines nicht weniger würdigen Nachfolgers Gerhard St. hat vor ziemlich genau 60 Jahren – nachdem Fritz Walter und seine Mannen gerade bei der WM gegen Ungarn sang- und klanglos 3:8 verloren hatten und außer ein paar unverbesserlichen Phantasten und mir keiner mehr auch nur einen Pfifferling für “unsere” Elf gab – eine nahezu geniale Prognose abgegeben. Unter der Überschrift “Weltmeisterschafts-Spinnereien bei 30 Grad im Schatten” zeigte er den Weg auf, wie “wir” doch noch Weltmeister werden könnten …

Die Zeilen fallen mir jeden Sommer bei der entsprechenden Temperatur wieder ein. Ich war damals Stift im 1. Lehrjahr bei der “Freien Presse” und durfte morgens “ablegen”, was die “alten” Metteure Karl K. und Willi W. (beide wohl gerade mal 40) in der Nacht zusammengebaut hatten.

William R. machte damals übrigens auch als Conferencier beim Betriebsfest und beim Fußballmatch Redaktion gegen Technik eine gute Figur und beeindruckte (mich) mächtig. (Klaus Abel, GFP/GAZ-Zeitungsnarr seit Leser-Kindesbeinen)

 

William Reinert, der schon lange nicht mehr lebt und den ich nie kennenlernen konnte, wechselte nach vielen Jahren als Sportchef unserer Zeitung, die damals  noch “Freie Presse” hieß, als Pressesprecher/-chef zu Mercedes nach Stuttgart.

 

Veröffentlicht von gw am 29. August 2014 .
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Baumhausbeichte - Novelle