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Ohne weitere Worte (vom 29. Juli)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Der Kerl, auch ganzer Kerl genannt, dominierte das Männerbild, seitdem Mammuts gejagt wurden. (…) Der Kerl überlebte in der zivilen Welt, im Fußball wie in der Politik. Aber auch diese Zeit ging zu Ende. 2005 verlor Gerhard Schröder das Kanzleramt an Angela Merkel, 2010 wurde Michael Ballack als Kapitän der Nationalmannschaft von Philipp Lahm ersetzt. An der absoluten Spitze der deutschen Gesellschaft gab es keine Kerle mehr. (Spiegel)

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Dann erzählt er die Geschichte mit Golfprofi Martin Kaymer, der den Fußball-Kollegen vor der WM beauftragt hatte, gegen die USA ein Tor zu erzielen und anschließend einen typischen Golferjubel einzubauen. »Habe ich total verschwitzt«, sagt Müller. Er hat sich bei Kaymer schon per SMS entschuldigt. (Kicker)

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»Innerhalb der Mannschaft gehörten wir beide immer zur festen Kartenrunde. (…) Da werde ich mir jetzt andere Opfer suchen müssen.« (Thomas Müller im Sport-Bild-Interview über eine der Konsequenzen des Lahm-Rücktritts)

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Dass (…) Philipp Lahm (…) dem Fußball-Vaterland den Rücken kehrt, hat so ziemlich jeder in Deutschland verstanden. Nur Franz Beckenbauer nicht. »Er ist Weltmeister geworden, aber das ist ja kein Grund aufzuhören«, sagt der Ehrenspielführer, der sich offensichtlich nicht mehr daran erinnern kann, dass er 1990 als Teamchef des Nationalteams unmittelbar nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft zurücktrat. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Was hat sie an Beckenbauer fasziniert? – »(…) Franz hatte diese Leichtigkeit.« – Was beeindruckte Sie noch an ihm? – »Sein Tape-Band. Heute ist das ja alltäglich. Damit ich auch einmal ein Tape bekomme, habe ich mich bei der Nationalmannschaft einfach mal umfallen lassen. Dann erhielt ich (…) einen Verband, wie ihn der Franz hatte. Das habe ich dann drei Tage lang draufgelassen, so stolz war ich.« (Thomas Schaaf im Kicker-Interview)

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Bastian Schweinsteiger (…) sagte, (…) auch er höre sie (OWW-Anm.: Helene Fischer) wirklich gerne. (…) Vielleicht hatte ich einfach eine zu hohe Meinung von Bastian Schweinsteiger gehabt, den ich für voll zurechnungsfähig hielt und so sympathisch, dass ich ihn versehentlich immer, was keineswegs der Realität entspricht, meinem entfernten Bekanntenkreis zuordnete (passiert mir sonst nur mit Matt Damon). (FAS)

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Wie finden Sie die Auftritte der deutschen Spieler nach einer Partie? Werden die nicht immer nichtssagender? – »Aber Ihre Kollegen stellen auch Fragen von einer unglaublichen Blödheit. ›Jetzt sind Sie Weltmeister – wie fühlen Sie sich?‹ Kein Wunder, dass Mertesacker sagt: ›Sie haben nicht alle Tassen im Schrank.‹« (Theatermann  Jürgen Flimm im Zeit-Interview)

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»Wenn Castorf, Flimm und Peymann gehen, dann hinterlassen die natürlich riesige Fußstapfen. Aber warum sollte ich als deutsche Nationalmannschaft nun versuchen, einen Messi ins Team zu holen, wenn ich es mir auch einfach mal erlauben kann, einen Kramer einzuwechseln?« (Tim Renner, Kulturstaatssekretär in Berlin, im Interview der Süddeutschen Zeitung)

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Können Sie sich mehr quälen als andere? – »Das ist gottgegeben. Wenn es anderen richtig wehtut, erholt sich mein Körper gerade und baut Laktat ab.« (Tony Martin im Sport-Bild-Interview)

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Sie sind fast zu Tode gekommen, und dann wollten Sie nichts lieber als sich wieder diesen Todesgefahren auszusetzen? – »Das ist doch normal.« – Nein, das ist verrückt. – »Das ist der Unterschied zwischen uns.« (Niki Lauda im Zeit-Interview)

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Der Song ist vielleicht nicht der allerschlimmste Song aller Zeiten, aber er kommt dem schon nahe. (…) Auf jeden Fall ist er das absolute Gegenteil von atemlos oder Nacht. Er klingt so sexy wie eine Bahnhofsdurchsage, dass ein Regionalzugabteil auf einem geänderten Gleisabschnitt hält. (FAS zum Helene-Fischer-Hit »Atemlos durch die Nacht«) (gw)

 

Baumhausbeichte - Novelle