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Arno Baumgärtel: Wasser und Wein

Nein, tue ich nicht, den süßen Wein des Sieges mit Wasser verdünnen.
Nicht nötig, Wein besteht zum größten Teil aus Wasser.

Ein Tor Unterschied, war klar. Elfmeterschießen, stand zu befürchten.
Ein verdienter Sieg. Ein Arbeitssieg. Aber schwer erkämpft und am Rand
der Möglichkeiten, die der deutsche Fußball derzeit zu bieten hat. Was
das 7:1 gegen Brasilien wirklich wert war, hat man im Ananasspiel der
Niederländer und gestern im Endspiel gesehen: Wenn der Gegner mitspielt,
deppert oder nur indisponiert, gelingt alles, ansonsten wird’s haarig.
Wie viele Spielzüge der Art, die zu Götzes Tor geführt haben, haben wir
von der deutschen Mannschaft während der WM gesehen? Fünf, sechs,
sieben? Eklatant der Mangel an herausgespielten torgefährlichen
Situationen. Immer durch die Mitte und den Ball ins Tor tragen wollen
als Philosophie. Das ist exakt der Fußball, den wir schon in den 70er
Jahren nicht sehen wollten. Richtig gefährlich für Argentinien wurde es,
wenn schnell und raumgreifend gespielt wurde. Keine neue Erkenntnis.

Ach, was rege ich mich eigentlich auf. Ist doch nur ein Spiel, gelle?

Und jetzt kommen wir zu etwas völlig anderem.

Arno Baumgärtel (Gießen)

Baumhausbeichte - Novelle