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Ohne weitere Worte (vom 8. Juli)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Mario Götze (…) hat, nachdem er sein erstes Tor (…) erzielte, die Arme ausgebreitet und in den Himmel geschaut. Götze hat ein Bild dieser Geste auf Facebook gepostet. (…) Man fragt sich, was Götze wichtiger ist: die Geste oder das Tor. (Spiegel)

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Keine Tattoos, keine eitlen Frisuren, keine geplant spontanen Jubel-Inszenierungen. (…) Er ist zugleich völlig normal wie ganz besonders. Aber er verdreht das nicht wie manche Kollegen, die ganz besonders zu sein versuchen mit (…) einer Selbstinszenierung, deren Auffälligkeit die Auffälligkeit ihres Spiels übersteigt. Bei Müller ist es umgekehrt. Der Typ ist normal, die Taten sind besonders. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Özil zieht offenbar die Kritik auf sich wie das Licht die Mücken. (…) Er habe nicht die richtige Körpersprache, wird immer wieder moniert. Der »deutsche Messi« darf nicht solche hängenden Schultern haben wie der echte. Obwohl der argentinische Ausnahmekönner trotz seines körpersprachlichen Understatements ganz passabel Fußball spielen kann. (taz)

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Manchmal wird die Vergangenheit sichtbar, in Gestalt des USA-Coaches Klinsmann, der ein Asket geblieben ist. Manchmal verliert sie sich: Der Belgier Marc Wilmots ist runder geworden, die Begegnung der beiden wirkte wie das Wiedersehen eines Wirtes mit seinem desillusionierten Fitnesstrainer. (Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung)

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»Ein Innenverteidiger ist kein Außenverteidiger.« (Bixente Lizarazu im SZ-Interview)

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Metallwannen für verletzte Spieler (…) sehen aus, als hätte die Fifa sie im nächstgelegenen Leichenschauhaus geliehen. (Gertz/SZ)

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Suarez (…) ist ein begnadeter Torjäger. Aber auch ein Quartalsirrer. (…) Sein Wille und sein Siegeshunger, aber auch der Zorn und Kontrollverlust entspringen der Angst, wieder in den Gossen Montevideos zu landen. (Spiegel)

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»Ballbesitz ist nichts, bloß eine Mode.« (Costa Ricas Trainer Jorge Luis Pinto, zitiert in der FR)

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Die vorabendserienartig übersteuerte Theatralik des – spielerisch grandiosen – Arjen Robben (ist) manchmal schwer erträglich. (Gertz/SZ)

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Seltsam, dass im politischen Gerede hierzulande gern ausgeblendet wird, was an der Wurzel von Wohlstand liegt: Kampf und Konkurrenz und Leistungswille. (…) Schön, dass wenigstens beim Fußball davon die Rede sein darf, und dass manch Couch-Potato beim Zuschauen eine Ahnung davon bekommt, welche Kräfte ein Körper mobilisieren kann, der sich einer Herausforderung gegenübersieht. (aus einem Welt-Essay von Cora Stephan, auch bekannt als Krimi-Autorin Anne Chaplet)

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Kollektive wie die Chilenen pflegen einen Stampede-Stil, der kein Morgen zu kennen scheint. (…) Organisiert sind die Chilenen wie die argentinischen Ameisen, die derzeit in Europa einfallen und das Zeug haben, unsere guten alten europäischen Ameisen zu vertreiben. (Zeit)

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Julio Cesar, der mit den Tränen kämpfte. (…) Nur nicht anfangen zu weinen, mit dem Weinen ist es wie mit dem Pinkeln abends in der Bar am Strand: Wenn man mal angefangen hat, muss man dauernd. (Gertz/SZ)

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Bei welchem Spieler sehen Sie noch Verbesserungspotenzial? – »Mario Götze könnte die Haare länger tragen. Auch Toni Kroos könnte die Haare länger tragen. Kroos sieht super aus (…), doch er könnte die Haare länger tragen. (…) Der ist ein cooler Typ und hat tolle Haare.« (Promi-Friseur Shan Rahimkhan im FR-Interview)

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Die Öffentlichkeit schätzt eine Platzierung unter den ersten Vier (…) zunehmend weniger. Sie will endlich unter die ersten Eins. (SZ) (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«   Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle