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Ohne weitere Worte (vom 24. Juni)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Den Trend setzen (…) Teams, die körperliche Robustheit mit klassischem Knipsertum vereinen: Chile etwa. Fußball darf wieder schmutzig sein, fies und durchtrieben. (taz)
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»Wenn man sich die Teams anguckt, die die vergangenen Turniere gewonnen haben, kannst du die Gemeinheit bei ihnen erkennen. Ich denke, dass müssen wir uns auch aneignen.« (Wayne Rooney, zitiert bei dpa)
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Ist zu viel Spanien in der deutschen Mannschaft und zu wenig Chile? (taz)
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Sie zeigten, wie man die Deutschen in Bedrängnis bringen kann. So traten (…) einige Schwächen zutage, die gegen Portugal nicht ins Gewicht gefallen waren angesichts des günstigen Spielverlaufs. (…) Dieses Team ist für ein Spektakel jederzeit zu haben, aber der Erfolg hängt dabei auch an einem sehr dünnen Faden (Frankfurter Allg. Sonntagszeitung)
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Stapelte man Boateng (1,92 Meter), Mertesacker (1,98), Hummels (1,91), Höwedes (1,87) und Torwart Neuer (1,93) aufeinander, ergäbe das einen Turm, der höher wäre als das Ulmer Münster. (…) Höher, als die deutsche Abwehr lang ist, ist nur die Anzahl der Gegentore, die Iker Casillas hat geschehen lassen; und mehr Ausdehnung als die deutschen Abwehrbeine erreicht nur der Riesenkalmar, der mit seinen Tentakeln ausreichend bewaffnet ist, um Pottwale anzugreifen und Schiffe in die Tiefe zu reißen. (Süddeutsche Zeitung)
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Macht der Teamgeist Weltmeister? Oder Stars, die vorneweg gehen? – »Man wird Weltmeister, wenn man die Spiele gewinnt. Man darf nicht zu viel hineininterpretieren.« (Thomas Müller im Kicker-Interview)
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Beide hatten/haben diese unnachahmliche Art, Tore zu schießen. Es sah/sieht immer ein wenig bucklig aus, manchmal ein wenig ungelenk, beim Thomas mehr als beim Gerd – und doch waren/sind Müller-Tore immer Meisterwerke der Körperbeherrschung. Der eine hat sie ansatzlos aus den strammen Oberschenkeln geschüttelt, der andere holt sie aus Steckerlhaxen hervor, die nicht viel anders aussehen als die Beine oberbayerischer Männer, die in der Radlerhose im Biergarten sitzen und dort in Würde ihr Werk verrichten. (SZ)
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Alle DFB-Leute propagieren Teamgeist, Teamgeist, Teamgeist … – »… was sollen sie anderes sagen? Ego, Ego, Ego?« (Müller/Kicker)
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Zudem hat sich das italienische Publikum an die Vermarktung des heißgeliebten Calcio gewöhnen müssen, sogar an (…) grausige Mini-Trickfilmfiguren in Joghurtform oder Autoreifen, die während der Übertragung neben dem Ball herlaufen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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In der Premier League fiel der (…) Südamerikaner zunächst (…) mit rassistischem Unfug und Beißattacken nach Art von Mike Tyson und Hannibal Lector auf, er hat ja sehr sichtbare Zähne. (SZ über Uruguays Star Luis Suarez)
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Sie heißt Cathy Fischer und redet so, als trage sie eine kleine Erdnuss hinter der Stirn oder ein Gummibärchen oder eine Erbse. Das ist nicht schlimm (…) aber (…) doch überraschend, weil Mats Hummels ja immer so großen Wert darauf legt, sehr klug zu wirken. (FAS über die Freundin des Nationalspielers, die in Brasilien als »Reporterin« tätig ist)
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Ihre silbernen Herzkettchen hat Cathy Fischer in Brasilien übrigens aus Sicherheitsgründen abgelegt, denn »ich habe gehört, die Brasilianer, wenn die was sehen, was denen gefällt, dann holen die sich das«. (FAS)
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Deutschland – Ghana 2:2. Ein Horror der Intensität. Spieler schmolzen, verdampften, bluteten und weinten. Und auf der Bank saß Ron-Robert Zieler und schluchzte: »So was darf ich eigentlich noch gar nicht gucken!« (aus dem »11 Freunde«-Blog, gefunden von Dr. Sylvia Börgens/Wölfersheim) (gw)
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(www.anstoss-gw.de   gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle