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Ohne weitere Worte (vom 17. Juni)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft. Heute als Tribut an das Portugalspiel mit einer radikaleren Verschlankung als bei ARD/ZDF in Brasilien.

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Italiens Nationalcoach Cesare Prandelli, ein enger Freund von Matteo Renzi, (…) resümierte (…) noch einmal den Sieg der Italiener über die Deutschen beim EM-Halbfinale 2012: »Die Deutschen waren stärker. Aber wir Italiener sind zu Geniestreichen, zu Fantasieflügen, zu Überraschungsaktionen in der Lage, die auch physisch stärkere und super organisierte Mannschaften nur mühsam hinbekommen.« Matteo Renzi sieht das genauso. (Zeit über Italien und seinen neuen Ministerpräsidenten)

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420 Mitarbeiter fürs Fernsehen und sechzig fürs Radio (…), das sei, sagte kürzlich Peter Boudgoust, der Intendant des in Sachen WM federführenden SWR, schon eine im Vergleich zu früheren Weltmeisterschaften deutlich reduzierte Mannschaft. Glücklich, wer zu derlei dicker Verschlankung gezwungen ist. (Frankfurter Allgemeine Zeitung über das ARD/ZDF-Team in Brasilien)

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»Man merkt, dass sich durch die sozialen Medien viele junge Leute und Sportler nur noch Gedanken darüber machen, was andere über sie denken. Ich halte das für sehr gefährlich. Man verliert irgendwann seine Identität. Statt so zu sein, wie du bist, möchtest du so sein, wie die Welt draußen dich gerne sehen möchte.« (Jürgen Klinsmann im FAZ-Interview)

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»Ich sehe Sie auch als Gruppe, viele von Ihnen sind miteinander befreundet. Welten zimmern sich zusammen. In diesem Fall sind zwei völlig verschiedene Welten entstanden.« (DFB-Psychologe Hans-Dieter Hermann in der Frankfurter Rundschau, die Interviewer ansprechend, über die Berichterstattung vom Trainingslager)

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Sind Sie ein Landei? – »Ist das Ei an dem Land negativ behaftet?« – Überhaupt nicht. – »Dann bin ich gerne ein Landei.« (Thomas Müller im Welt-Interview über Herkunft und Heimatgefühle)

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Die Deutschen zeigen das eine oder andere Spektakel und schießen auch mal drei Tore oder mehr. Wenn aber ab dem Viertelfinale die großen Jungs kommen, könnte es schnell auch keinen großen Spaß mehr machen. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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»Dieses Denken: Ich muss zur ersten Elf gehören – vielleicht ist es hier moderner, zur letzten Elf zu gehören.« (DFB-Spielbeobachter Urs Siegenthaler im FAS-Interview)

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Aber das weiß man, wie so oft im Fußball, erst nach dem Schlusspfiff. (FAS)  (gw)

* (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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