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Ohne weitere Worte (vom 11. Juni)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Die deutsche Mannschaft wirkt (….) noch wie ein Gebilde, an dem ein bisschen viel herumgedoktert (…) werden muss. (…) Das betrifft (…) auch die Offensive, wo sich zwar jede Menge Spieler tummeln, die Tore schießen können – bei denen man sich aber nie sicher sein kann, dass sie das auch wirklich tun. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Warum also Großkreutz? Weil er wie kein anderer deutscher Spieler das Wesen des Fußballs verkörpert (…) Ultra-Fußballfan und Fußballstar, Hangover-Komiker und authentischer Mensch, Kraftbolzen und Faun, Rüpel und reine Seele. (Zeit)
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Özil und Götze sind Deutschlands erste Helden in der globalen Internetfußballwelt, glattpolierte Kunstfiguren, die an der Spielkonsole so virtuos sind wie auf dem Feld (…), man muss sich vielleicht nicht wundern, wenn sie mit ihren Realitäten mal durcheinander kommen. Der grundsätzlich großartige Özil und der theoretisch zur Großartigkeit neigende Götze haben nun entscheidende Wochen vor sich. (Süddeutsche Zeitung über die »Generation Playstation«)
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Muss die deutsche Mannschaft auf ihrem Weg zum brasilianischen Luxuslager nicht auch durch Indianergebiet fahren? Man könnte sich vorstellen, dass Großkreutz das Steuer übernehmen würde, sollte der Busfahrer von einem vergifteten Pfeil lahmgelegt werden. (Zeit)
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Herbert Hainer ist der Mann der Rekorde unter Deutschlands Managern. Kein Chef eines Dax-Konzerns ist länger im Amt, keiner vermag länger einen Ball zu jonglieren. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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»Schauen Sie sich Brasilien an: Hinten eine Vierer-Abwehr, vorne vier Stürmer und zwei Mann im Mittelfeld – so ähnlich wie früher im Feldhandball. Das könnte eventuell die Spielweise dieses Turniers werden.« (DFB-Chefscout Urs Siegenthaler im FR-Interview)
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Konkurrent Puma findet es neuerdings spaßig, die Fußballer in zweierlei Schuhen auflaufen zu lassen, links mit anderer Farbe als rechts. Adidas kontert (…) mit schwarz-weiß gesprenkeltem Schuhwerk, »Battle Pack« genannt. Zwei Millionen Paar hat Hainer davon irgendwo in Asien schustern lassen. Noch ehe in Brasilien (…) das Finale angepfiffen wird, müssen die verkauft sein. Zum Start der nächsten Bundesliga-Saison (…) wartet schon die nächste Kollektion. (FAS)
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Sie sind noch immer im Kleinsparer-Modus? – »Ich habe kürzlich mit meinem Buchhalter darüber gesprochen. (…) Er hat noch nie einen erfolgreichen Fußballer getroffen, der nicht glaubte, dass sein Einkommen für immer immens hoch bleiben wird. Und er hat noch nie einen erfolgreichen Kreativen getroffen, der nicht dachte, dass morgen alles vorbei sein könnte.« (Bestseller-Autorin Jojo Moyes im SZ-»Wochenende«-Interview)
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»Das ist Heimat. Ich liebe den Dialekt. Ich liebe die Menschen. Das Essen. Ich bin ein völlig eingebayerter Halbtürke.« (Mehmet Scholl im SZ-Interview)
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»Vor kurzem habe ich mich mit Carlo Ancelotti unterhalten. (…) Er sagt, er sei in all seinen Jahren im Ausland kein einziges Mal von einem Fan angepöbelt worden. So etwas kann man sich in Italien gar nicht vorstellen.« (Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli im Spiegel-Interview)
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»Longenführerin F. S. freut sich mit J. W. über die gelungene Übung. Links im Bild das Pferd R.« (Bildunterschrift in der Gießener Allgemeinen / an »Ohne weitere Worte« eingesandt von Horst Beisheim / Namen hier abgekürzt)
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»Ich kann jede Frau haben – ab 60. Meine Fans sind jetzt Seniorinnen und kennen mich abends vom Sofa.« (Scholl/SZ) (gw)

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