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Ohne weitere Worte (vom 3. Juni)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Was bedeutet die WM im feuchten, heißen Brasilien für einen Lauffußballer wie Sie? – »Ich war noch nie in Brasilien, ich bin da selber gespannt. Aber ich hoffe, dass die Verteidiger eher schlapp machen als ich.« – Und dann kommt der Müller? – »Und dann kommt der Müller.« (Thomas Müller im Interview der Süddeutschen Zeitung)
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Miro Klose ist bald 36 und behauptet immer noch, er sei bei den Sprinttests einer der Schnellsten. Stimmt das eigentlich? – »Der Miro ist Angler. Bei dem sind die Fische auch immer sooo groß (Müller hält die Hände weit auseinander). (Thomas Müller im Kicker-Interview)
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Löw (…) musste den Führerschein für sechs Monate abgeben. Damit ist es so gut wie ausgeschlossen, dass er nach Brasilien fahren kann. Er wird wohl das Flugzeug nehmen müssen. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Ronaldo (…), zweimal Weltmeister mit Brasilien, (…) verriet (…) mit unverkrampfter Offenheit, was er mit gewaltbereiten Demonstranten tun würde, wenn er denn dürfte: »Mit dem Knüppel drauf einschlagen und runter von der Straße.« (Frankfurter Allg. Sonntagszeitung)
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Fußballer (sind) auch immer gute Schauspieler. – »Nicht alle. Was ich etwa an Messi mag, neben seinen anderen unglaublichen Fähigkeiten natürlich, ist seine Liebe zum Ball. Er ist nur schwer zum Fallen zu bringen, er will immer weiterspielen. Selbst wenn er gefoult wird, instinktiv. Neymar hingegen ist zwar vielleicht der talentierteste Schauspieler in der Fußballwelt. Er will immer den Elfer, zur Not eben mit einer Schwalbe.« (Schauspieler Vigor Mortenson, der »Aragorn«-Darsteller, im SZ-Interview)
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Messi (…) litt unter Wachstumsstörungen und Hänseleien. »Er war immer der Kleinste, der Zwerg«, erinnert sich Bruno Milanesio, sein Freund und Mitspieler bei Newell’s. »Mir geht eine Szene nicht aus dem Kopf: Er sitzt im Bus und spritzt sich Hormone. Er hatte immer seine Spritzen in einer Kühlbox dabei.« (Stern)
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Voraussetzung für das Tiki-Taka ist der »Ballbesitz«, der es schon zur Anerkennung als 11. Gebot gebracht hat. Man sagt: Solange wir den Ball haben (…), kann der Gegner kein Tor schießen. Das stimmt. Aber man könnte ihn natürlich auch in den Schrank sperren. Das verleiht eine ähnliche Sicherheit. (Kabarettist Werner Schneyder in der Kicker-Kolumne »Abpfiff«)
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Ist das übrigens nicht wahnsinnig luxuriös? Dass es einen Bereich gibt, wo man etwas einfach nicht wissen will? (…) Man hört, die deutsche Polizei wolle, dem Beispiel des Fußballs folgend, ihre Radargeräte verkaufen und in Zukunft Geschwindigkeiten mit bloßem Auge schätzen. Das ist gut. Einmal muss Schluss sein mit den Neuerungen. Man soll bestrafen, wie die Dortmunder bestraft wurden: hart, unfair und schwachsinnig. (aus »Das Beste aus aller Welt« von Axel Hacke im SZ-Magazin)
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Hacke schaut sich – politisch inkorrekt – keinen Frauenfußball an (…) und verachtet von Herzen den italienischen Fußball mit seiner Effektivitätsdefensive und den billigen Schauspielereien. Muss dann aber vor der existentiellen Wucht eines Andrea Pirlo kapitulieren: »Ein Mann, der die herrlichsten Pässe mit einer Aura spielt, als wollte er sagen: Na gut, dann spiele ich diesen Pass eben doch, wenn ihr es unbedingt wollt, aber was ändert es schon daran, dass die Welt schlecht ist und wir alle sterben müssen.« (Aus einer Rezension des Hacke-Buches »Fußballgefühle« von Dirk Schümer in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Wussten Sie, dass ein Maulwurf bis zu 80 Meter kürzer ist als ein Steinwurf? (Leser-Einsendung für die Stern-Humorseite) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle