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Ohne weitere Worte (vom 27. Mai)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Englands Auswahl (…) beruhigte der Politiker (…) so: »Ich glaube nicht, dass die Engländer auf größere Risiken treffen als im Irak oder in Afghanistan, wo sie zuletzt Hunderte junge Soldaten verloren haben.« Es gebe sogar einen englischen Friedhof in Recife. »Ich denke nicht, dass sich dessen Bevölkerung während der WM erhöht.« (Süddeutsche Zeitung über Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo)

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»Als Poldi 2012 nach London kam, war ich ja schon ein Jahr hier und habe ihm gesagt: Lukas, England ist super, aber zieh bloß nicht in ein frei stehendes Einfamilienhaus – im Sommer ist alles schön, aber im Winter kommt der Wasserrohrbruch.« (Per Mertesacker im Zeit-Interview)

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Die unglaublichste Leistung der 51. Bundesligasaison hat ohne Zweifel Josep Guardiola vollbracht. (…) Mit seinem erstaunlichen Barca-Fußball hat er mich als aufrechten Bayern-Hasser so weit gebracht, dass ich mich über die Tore des FC Bayern gefreut habe. (aus der taz-Analyse der Bundesligasaison)

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Dürfen Spieler in Zeiten des Konzeptfußballs nicht mal mehr sagen, dass auch Trainer Fehler machen? – »Löw hält seit zehn Jahren an mir fest, da kann ich keinen Fehler finden.« (Mertesacker, lachend/Zeit)

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»Bei der Nationalmannschaft gibt es (…) eine Bücherkette. Die beginnt bei Oliver Bierhoff, geht dann zu mir (lacht) … und reißt da ab.« (Mertesacker/Zeit)

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»Armenisch spreche ich, weil ich Armenier bin. Französisch kann ich, weil ich in Frankreich gelebt habe, Englisch hatte ich in der Schule, Russisch auch (…). Und Portugiesisch habe ich bei einem viermonatigen Aufenthalt in Brasilien gelernt. (…) Nächstes Jahr werde ich auch Deutsch sprechen – hoffe ich.« (Henrich Mchitarjan im FAZ-Interview)

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Auslöser für den Streit: ein (…) Foto auf dem Instagram-Portal der Geliebten, auf dem sie gemeinsam mit Johnson zu sehen ist. (…) Bei einer vermeintlichen Entschuldigung legte Donald Sterling (…) noch einmal nach: »Der große Magic Johnson! Was hat er schon für schwarze Menschen getan? Nichts! Welcher Mensch fährt in jede Stadt, hat Sex mit jedem Mädchen und holt sich dabei HIV? Ich denke, er sollte sich schämen.« Johnsons Reaktion: Er kommt zum Spiel der Clippers und lächelt. Eine großartige Geste – aber womöglich auch Teil eines Manövers, um Eigentümer der Mannschaft zu werden. (SZ zum Rassismus-Skandal um den Besitzer des NBA-Teams)

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»Man benutzt das Wort Liebe für so vieles, aber zu einem Pferd gehört es nicht. Ich sage: Ein Pferd ist ein Partner (…). Und trotzdem ist in dieser Partnerschaft wichtig, wer bestimmt. (…) Viele Unfälle, die im Freizeit- und Breitensport stattfinden, gehen darauf zurück, dass der Partner Pferd zu stark vermenschlicht wird.« (Klaus Martin Rath, Vater und Ausbilder des Totilas-Reiters und Ehemann der Mitbesitzerin, im FAZ-Interview)

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»Das Besondere an Snowden ist nur, dass er der Welt davon erzählt hat. Ich würde darauf wetten, dass man fünf weitere Personen finden könnte, die dieselben Daten gestohlen haben. Nur dass die sie weiterverkauft haben, statt der Welt davon zu erzählen. Das ist die wahre Torheit der NSA.« (US-Informatiker Alex Pentland im Spiegel-Interview)

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Nach der Wahlniederlage (tat Westerwelle) noch monatelang, als sei er der Außenminister. Wie ein geköpftes Huhn flog Westerwelle einfach weiter von Land zu Land (…). Genscher lobte: »Westerwelle kann das Amt erhobenen Hauptes verlassen.« (Fr. Allg. Sonntagsz.) (gw)

* (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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