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Mailbox (Anstoß vom 22. Mai)

Unsere Leser begleiten die »Anstoß«-Kolumnen im Blatt und den Blog »Sport, Gott & die Welt« im Netz rege mit eigenen Anmerkungen. Eine Auswahl davon ist in der »Mailbox« des Blogs nachzulesen. Es folgt eine Auswahl der Auswahl (zum Teil aus Platzgründen gekürzt).
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Eintracht Frankfurt: »Geht Ihnen die unendliche EintrachtTrainerSuchGeschichte inzwischen auch auf den S. bzw. gar am A. vorbei? Inzwischen wäre ich (sogar) dafür, dass Schuster kommt; der sich zierende Herr d. M. aus London hat in seiner Trainer-Vita sowieso weit weniger Ruhmesblätter abgeheftet, als man meint. Meine Hoffnung ist indes, dass es vielleicht doch noch ein ganz anderer wird … etwa Frank Kramer?« (Otto A. Böhmer/Wöllstadt)
Der Schriftsteller Otto A. Böhmer ist unseren Stammlesern noch bestens als »Anstoß«-Mitkolumnist bekannt. Zuletzt ist von ihm bei Klöpfer & Meyer der Roman »Nächster Halt Himmelreich« erschienen.
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Bananenwurf: »Oliver Kahn war ja schon in den 90ern ein Opfer von Bananenwürfen. Er hat bei einer dieser Gelegenheiten auch mal eine der geworfenen Südfrüchte gegessen. Sein Vater hat ihm das dann verboten, ›weil man nicht weiß, ob da einer Gift reingespritzt hat‹«. (Steffen Tüscher/Bad Nauheim)
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Gesetz der Zahlen: »Um die Besonderheit des Fußballs zu erklären, reicht es, das Gesetz der Zahlen zu kennen. Man nehme einen Würfel und würfelt sechs Mal, dann ist die Verteilung äußerst ungerecht. Je mehr man würfelt, um so gerechter wird die Verteilung. Weil beim Fußball bekanntlich wenig Tore fallen, ist die Verteilung äußerst ungerecht. Wenn beim Handball die schlechtere Mannschaft in Führung geht, verliert sie trotzdem, weil durch die vielen Tore dies wieder ausgeglichen wird. Deswegen sind auch beim Handball oder Basketball Überraschungen, wie es sie beim Fußball gibt, sehr selten.« (Rolf Lang/Hüttenberg)
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Zufall: »Herrn Langs Anmerkungen würde ich so ergänzen: Jeder Torschuss, Torwurf, Korbwurf etc. enthält außer dem Können der Akteure einen zufälligen Anteil. Je geringer die Anzahl dieser Ereignisse in der jeweiligen Sportart ist, desto mehr schlägt der Zufall zu. Bei vielen Ereignissen pro Spiel wie etwa im Basketball gleichen sich ›Glück‹ und ›Pech‹ über die Spieldauer in etwa aus. Wir neigen aber dazu, wie im Leben, so auch beim Fußball die Rolle des Zufalls zu gering einzuschätzen.« (Dr. Sylvia Börgens/Wölfersheim)
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Wurst: »Als eifrigem Leser des Anstoßes ist mir aufgefallen, dass Gottlieb Wendehals das Lied ›Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei‹ gesungen haben soll. Nach meiner Erinnerung hat das Lied Stephan Remmler komponiert und gesungen. Ob es G. Wendehals auch gesungen hat, weiß ich nicht. Ist ja auch ›Wurst‹«. (Heinrich Nanz/Hungen)
Herr Nanz hat Recht. Gottlieb Wendehals hat das Lied aber ebenfalls gesungen, und der Name (»Wende…«) passte mir besser ins Konzept.
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Ahle Wurscht: »Zum Thema Wurst ein Nachtrag aus hessischer Sicht: Das nordhessische Nationalgericht ›Ahle Wurscht‹ wird musikalisch gewürdigt von den »Kasseler Schlacken« (http://www.youtube.com/watch?v=ymCIW2JohHU). Passt auch zu Schützenfest, Zissel und Hessentag, aber vielleicht nicht ganz zum ESC.« (Rüdiger Trebing/Karben)
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Bauernfußball: »Als ähnlich wie Sie (auch) an linguistischen Dingen Interessierter frage ich mich, ob es nicht richtigerweise ›Fußball-Bauernregel‹ und nicht ›Bauernfußballregel‹ heißen müsste. Denn es handelt sich um eine ›Bauernregel‹ eben für den Fußball, nicht um eine ›Fußballregel‹ für oder von Bauern. Vgl. die gern gemachte Verwechslung von ›Schärfentiefe‹ und ›Tiefenschärfe‹«. (Arno Baumgärtel/Gießen)
Ich habe mich – schwankend – für die »Bauernfußballregel« entschieden, da ich eher vom »Bauernfußball« ausging als von der »Bauernregel«, also von einer Regel für den Bauernfußball. Aber der Leser-Einwand ist berechtigt.
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Balkon-Gedränge: »Mit großem Erstaunen habe ich heute im Sportteil eine für mich sensationelle Meldung (Ursprung dpa) gelesen. Bayern-Trainer Guardiola habe 15 000 Fans auf dem Münchner Rathaus-Balkon zugerufen: Ich liebe Euch usw. Wenn das stimmt, muss das ein fürchterliches Gedränge gewesen sein. Die Balkon-Statik wäre ebenfalls zu bewundern. Soweit ich weiß, lieben Sie doch Verdrehungen in Sätzen. Wäre das etwas für Ihre Sammlung?« (Joh.-Christian Schneider/Wöllstadt)
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Wrestling-Wandel: Beim Frühstück, wie üblich, WZ-lesend habe ich mich sehr amüsiert über ›Wrestling ist athletischer Turniertanz‹. Als (früherer) langjähriger Wrestlingfan wurde ich manchmal angefeindet und als ›Nestbeschmutzerin‹ beschimpft, denn bei Veranstaltungen, die ich mit Freundinnen gern besuchte, machte ich mich oft lautstark lustig über Luftlöcher, die manche ›Kämpfer‹ schlugen. Sie haben Recht, das jetzige Wrestling als öde und phantasiearm zu bezeichnen. Das schaue ich mir nicht mehr an und ich bin traurig, dass ich vor Jahren beim Umzug meine Videos mit Hogan, Jesse Ventura, Jake the Snake und vor allem Shawn Michaels und Terry Funk jr. entsorgt habe. Ein Mit-Fan aus Pohlheim meint auch, an das ›Theaterspielen‹ eines ›Undertaker‹ kommen heutige ›Foulspiel‹-Fußballer bei weitem nicht heran. Da bin ich mal wieder mit Ihnen auf gleicher Wellenlänge.« (Barbara Tomsch/Reichelsheim)
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»Einen frommen Geber hat Gottlieb« (Blog-Blödelei): »Es ist kein Nonsens-Spruch der eigenen frühen Jugend. Das ist O-Ton Paulus: ›Ich meine aber dies: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.‹ (2. Korinther 9, 6-7) Ein Satz, der allen Verfechtern der Kirchensteuer kalte Schauer über den Rücken treibt. Aber vielleicht stünde es ja besser um die Kirche, wenn sie nur das Geld ausgeben könnte, das ihr fröhlich anvertraut wird.« (Paul-Ulrich Lenz/Schotten)
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Dankeschön, Pfarrer Lenz, ein Dankeschön auch allen anderen, die der »Mailbox« Material liefern. Dort sind noch viele schöne, auch ausführliche und tiefgründige Beiträge zu entdecken. Lesen Sie doch mal rein! (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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