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Sonntag, 11. Mai, 6.25 Uhr

Aufgewacht, Computer eingeschaltet, die Meldungen der Nacht gesehen und gesehen, da vorher nicht ferngesehen, wer den mich seit Jugendjahren nicht interessierenden Wettbewerb gewonnen hat, dessen Name mich täglich auf der Tastatur oben links begleitet. Sofort gedacht: Namenswitze sind so öde, dass sie passend zu dem öden Ballybumms fast jede Schlagzeile verunzieren werden. Zweitsofortigens gedacht: Wenn ich Namenswitze machen würde, hieße meine Schlagzeile: Alles hat ein Ende, nur der Wurst hat zwei. Dann schaue ich vorsichtshalber bei Google nach, wer “Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei” gesungen hat, meiner Erinnerung nach Reinhard Mey, doch es war … Gottlieb Wendehals. Nun also Wendewurst. Und in meinem Kopf beginnt ein blöder Satz herumzuschwirren, immer wenn ich diesen Vornamen höre: “Einen frommen Geber hat Gottlieb.” Keine Ahnung, ob das nur einer der vielen Nonsens-Sprüche der eigenen Frühzeit ist oder ein echter Bibelspruch, den wir (hat Gott lieb) verfremdet hatten.

Eigene Frühzeit: Stichwort zur zweiten Topmeldung der Nacht: “Archäologen haben in New York einen deutschen Biergarten ausgegraben.” Da staune ich aber! Sensationell. Deutsche schon in der Steinzeit drüben, lange vor Kolumbus? Warum nicht. Schon ein Wikinger soll ja lange vor Kolumbus in Amerika gewesen sein, warum nicht noch früher ein alter Germane? Und welche Kultstätte errichtet er als erste Maßnahme auf fremdem Boden? Genau!

Hach! Beim Warmschreiben im Blog fürs Blatt habe ich vielleicht einen hübschen Einstieg in die “Montagsthemen” gefunden: Germanen, Bajuwaren, Biergarten, Weißbierduschen, daraus lässt sich was machen. Mit Guardiola als Missionar, der den Eingeborenen im Dschungel diesen seltsamen Brauch lässt, aber in seinem missionarischen Eifer ungebrochen bleibt. Er weiß. Entweder lassen sie sich zum fußballgöttlichen Ballbesitz bekehren, oder er landet im Kochtopf der Kannibalen.

Der ausgegrabene Biergarten von New York erweist sich bei näherem Nachlesen allerdings als archäologische Sensation nur insofern, als Archäologen scheinbar schon alles ausgegraben haben, was aus der Frühzeit ausgrabbar war, und nun schon Trümmer aus dem 20. Jahrhundert als archäologische Artefakte ausbuddeln, denn der Biergarten wurde  im 19. Jahrhundert gebaut und erst im 20. (genau: 1911) abgerissen.

So, das war’s für heute früh. Hab das Warm… (nee, darüber zu witzeln wäre selbst unter meinem Niveau) …geschriebene noch mal nachgelesen, auch die “ESC”-Taste reizt mich für die “Montagsthemen”, dazu das unspektakuläre und typische Ende der Bundesligasaison, als Besserwisserbonus noch meine gewonnene Wette (Eintracht war fast so früh gerettet wie Bayern Meister), die Kolumne schreibt sich fast von selbst. Hoffentlich. Und hoffentlich zur Freude der Leser. Nur zu der schreibe ich ja. Im Sonntagmorgen-Blog allerdings erst in drei Wochen wieder, denn an den nächsten beiden Sonntagen bin ich des Morgens undienstlich verhindert.

 

Baumhausbeichte - Novelle