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Ohne weitere Worte (vom 6. Mai)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Damen-Fußball. Wenn man’s nicht weiß und nicht so genau hinguckt, denkt man: Was ist denn mit denen los? Die sind ja so lahm? (…) Da gibt’s welche, die ganz vernünftig aussehen, und richtige Megären, denen man nicht im Dunkeln begegnen möchte. Diese Art Damen sieht man auch beim Handball. (aus Walter Kempowskis Tagebuch »Alkor«)

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Dass die beste Mannschaft der Welt, betreut vom allerbesten Trainer der Welt, gerade eine der besten Niederlagen ihrer Vereinsgeschichte herausgespielt hat, wollen wir an dieser Stelle nicht weiter kommentieren. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Deutschlands führende Philosophen diskutieren, ob die Guardiola-Doktrin als widerlegt gelten kann. Ist es tatsächlich wichtiger, den Ball zu kontrollieren, als Tore zu schießen? (…) Der Fehler der Bayern war, dass sie dem Gegner hin und wieder den Ball überließen. Wäre Real Madrid nie an den Ball gekommen, hätte ein Elfmeterschießen entscheiden müssen. (»Zippert zappt« in der Welt)

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Die Münchner haben sich unter Louis van Gaal, Jupp Heynckes und Pep Guardiola auf ein Niveau gehievt, das kaum emotionalen Spielraum für die Niederlage lässt, schon gar nicht für eine demaskierende wie gegen Madrid. (Süddeutsche Zeitung)

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Armer Heynckes! Er musste sehen, wie sein Team einstürzte. Als Guardiola anfing, war Bayern ein Meisterteam, mit Philosophie und Identität. Er hat entschieden, das zu ändern. (die spanische Sportzeitung AS, ein Real-Madrid-nahes Blatt)

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Dieses Scheitern (…) ist hausgemacht. Pep Guardiola hat die fußballerisch und menschlich absolut intakte Triple-Gruppe zerfleddert. (Kicker)

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Neben Guardiola gab es auch einen anderen großen Verlierer. (…) Bundestrainer Joachim Löw. Vieles (…) erinnerte an seine größte Niederlage, das 1:2 im EM-Halbfinale 2012: der unerwartete Absturz aus höchsten Erwartungen, die Ohnmacht des Trainers als Betrachter des Scheiterns, die taktische Unterlegenheit gegenüber den Plänen eines italienischen Kollegen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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Die Probleme der Nationalelf (…): anfälliges Defensivverhalten, Schwächen auf der linken Außenverteidigerposition, kein Stürmer von Weltklasseformat sowie mangelnde Effizienz vor dem Tor und beim Coaching. (FAS)

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Das Problem ist, dass unsere politische Kultur solche Leute nicht mit den Begriffen belegt, die angemessen wären.« – Und das wäre im Fall von Sterling– »Er ist degeneriert. Ein Primitivling.« (Prof John Hoberman im FAS-Interview zum Rassismus-Skandal um den Besitzer des NBA-Klubs Los Angeles Clippers)

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Beim Rasenhockey fällt einem das nicht so auf. Ein angenehmer Sport übrigens, man sieht ihn selten. Das gebückte Laufen ist sicher nicht gesund. Diese Sportlerinnen belasten ohne Zweifel die Ortskrankenkassen bis an die Grenze des Erträglichen. (Kempowski/»Alkor«)

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Kürzlich, beim Aufräumen seines Büros, hat er eines der Bilder von sich ins Arbeitszimmer des Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen gebracht. »Das soll der Herri aufhängen und sich immer an mich erinnern«, sagte Veh schelmisch. (…) »Wird er aber nicht machen. Er hängt lieber ein Bild von Friedhelm Funkel auf.« (Frankfurter Rundschau)

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Eistanz = Kitsch in Hochpotenz. Müsste verboten werden. – Gegen Wettlauf ist nichts einzuwenden, aber Hochsprung! Wie das die Figur ruiniert. Diese Strichmenschen. (Kempowski/ »Alkor«)

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»Die Mannschaft würde gerne einmal den Kreml sehen und interessiert sich für Moskau«, erklärte Tönnies. Im Vergleich war Walter Ulbrichts »Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen« ein Triumph der Aufrichtigkeit. (Spiegel)  (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«   Mail: gw@anstoss-gw.de)

 

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