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Rolf Lang: Das Gesetz der (großen) Zahl

Um die Besonderheit des Fußballs zu erklären, reicht es aus,  das Gesetz der Zahlen zu kennen. Man nehme einen Würfel mit sechs Zahlen und würfelt sechs mal, dann ist die Verteilung äußerst ungerecht. Während zwei Zahlen überhaupt nicht vorkommen, kann es sein, dass eine andere Zahl zwei- oder dreimal vorkommt. Würfelt man sechzig mal, ist es schon ausgeschlossen, dass eine Zahl nicht vorkommt. Je mehr man würfelt, umsomehr gleicht es sich an, d.h. umso gerechter wird die Verteilung. Weil beim Fußball bekanntlich wenig Tore fallen, ist die Verteilung äußerst ungerecht. Die eine Mannschaft ist klar besser, hat fünf gute Torchancen, schießt aber kein Tor. Die schlechtere Mannschaft kommt auch mal vors Tor des Gegners und schießt durch einen abgefälschten Schuss oder einen unberechtigten Elfer ein Tor. Es kann passieren, dass die schlechtere Mannschaft am Ende zwei oder gar drei zu Null gewinnt. Das gibt es nur beim Fußball. Wenn beim Handball die schlechtere Mannschaft mit drei zu Null oder fünf zu zwei in Führung geht, verlieren die trotzdem, weil durch die vielen Tore dies wieder ausgeglichen wird. Deswegen sind auch beim Handball oder Basketball Überraschungen, wie es sie beim Fußball gibt, sehr selten. Beim Fußball können Viertligisten gegen Erstligisten gewinnen. Siehe Pokal,  beim Handball oder Basketball fast ausgeschlossen. Am schlimmsten sind die Kommentare nach solchen ungerechten Ergebnissen beim Fußball, wenn von Cleverness, Kaltschnäuzigkeit usw. geredet wird. (Rolf  Lang/Hüttenberg)

Baumhausbeichte - Novelle