Archiv für Mai 2014

Mittwoch, 21. Mai, 17.50 Uhr

Schaaf also.  Die Meldung hat mich später erreicht als wahrscheinlich jeden anderen Eintracht-Interessierten, aber noch rechtzeitig, um die OAB-Mail aus der Druckversion der Kolumne zu löschen. Mein  Bub berichtet, dass die ersten Online-Reaktionen in der Eintracht-Szene zwiespältig seien. Tendenz aber positiv. Er ist sogar sehr angetan. Ich vermute auch, dass Schaaf nicht Bruchhagens zweite oder dritte Wahl ist, sondern seine allererste und sein Wunschtrainer. Darum bin ich auch skeptischer als andere: Schaaf wie Bruchhagen verkörpern zwar die angenehme Vernunft, scheinen mir aber beide zu sehr im Fußball-Traditionalismus verhaftet, was manchmal gut ist, manchmal aber auch hinderlich. Aber ich lasse mich gerne widerlegen, sehr gerne sogar, und habe dabei das Bild vor Augen: Flugzeug landet auf Rhein-Main, oben öffnet sich die Pilotenkanzel und ein strahlender Schaaf schwebt mit erhobener Schale ein.

Warum mich die Meldung später erreicht hat: In memoriam Wilfried Heuser. War bei seiner Beerdigung. Als ich zur Gießener Allgemeinen kam, bildeten wir zusammen mit dem damaligen (auch noch sehr jungen) „Chef“ Wenzel Siegel ganz alleine die Sportredaktion, unterstützt von Siggi Richter, der „Freier“ für Tischtennis und fast täglich in der Redaktion war. Alle drei leben nicht mehr. Wilfried war ein besonders liebenswerter Kollege, ohne Arg und Neid und stets hilfsbereit. Als er die Möglichkeit hatte, in verantwortlicher Position zum Gießener Anzeiger zu wechseln, informierte er mich im Vertrauen und wir erörterten Vor- und Nachteile. Das ist schon Jahrzehnte her, leider verloren wir im Lauf der Zeit den Kontakt, was ich heute bedauere. Dass er, der schon lange nicht mehr rauchte, an Lungenkrebs erkrankt war, erfuhr ich vor ein paar Monaten. Heute wurde Wilfried Heuser in Burgsolms beerdigt, unter großer Anteilnahme. Auch das ein Zeichen, welch feiner Kerl er war.

Veröffentlicht von gw am 21. Mai 2014 .
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Sonntag, 18. Mai, 18.30 Uhr

Mit dem angekündigten Sonntagmorgen-Blog am Abend wird’s nichts. Keine Inspiration. Zwar schreibe ich hier oft genug nur vor mich hin, aber wenn ich so gar kein Gefühl habe, wenigstens Materialbröckchen für den Kolumnen-Stein(es)bruch könnten dabei sein, lasse ich es lieber. Die Montagsthemen habe ich ja noch geschafft, siehe „gw-Beiträge Anstoß“. Schnell noch mal nachschauen, wie es bei der Relegation steht. Aha, Fürth gleicht aus. Noch knapp eine halbe Stunde. Strengt euch mal an! Andererseits: Ist mir auch egal. Anders als gestern.

Veröffentlicht von gw am 18. Mai 2014 .
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Sonntag, 11. Mai, 15.45 Uhr

Beim Nachlesen der „Montagsthemen“ (schon seit einigen Stunden online) wieder mal gedacht: Ist dieser Mix von Albernheit  und Ernsthaftigkeit noch altersgemäß? Nee, wenn ichs recht und nochmal überlege, stimmt das ja gar nicht. Ich versuche es genauer auszudrücken. Quatsch, „genau“ ist nicht steigerbar. Also, ich versuche, es genau auszudrücken: Wenn ich es recht überlege, frage ich mich, ob diese Vermengung von Albernem mit Ernsthaftem, das manchmal gar nichts bedeutet, manchmal aber das Ernsthafte griffiger machen soll, beim Leser immer so ankommt, wie es gemeint ist. Ich vermute, nicht immer (was immer meine Schuld ist), hoffe aber: meistens. So oder so meine ständige Befürchtung: Da meine Art zu schreiben ein Balanceakt ist auf hohem Seil ohne Netz und doppelten Boden, besteht immer Absturzgefahr, erhöht noch durch latente Schusseligkeit. Manchmal denke ich: Ironie weg, Albernheit weg, chaostheoretische Assoziations-Girlanden weg, die von Mücken über Elefanten und den Sack Reis in China zurück zur Mücke führen, und dafür knochentrockene, prägnante, sachliche und grammatisch unverschwurbelte Kommentare schreiben. Da besteht keine Absturzgefahr. Macht aber nicht soviel Spaß.

Was meinen Sie?

 

Zu den letzten Kolumnen kamen sehr schöne Mails, einige habe ich in die „Mailbox“ gestellt.

Anmerkung zur angekündigten Sonntagmorgenblog-Pause: Gilt nur für die beiden nächsten Sonntag, nur für den Morgen (ich will versuchen, abends den Morgen nachzuholen) und nicht für die Kolumnen im Blatt. Bis dann. Heißt: bis „Ohne weitere Worte“.

 

 

Veröffentlicht von gw am 11. Mai 2014 .
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Sonntag, 11. Mai, 6.25 Uhr

Aufgewacht, Computer eingeschaltet, die Meldungen der Nacht gesehen und gesehen, da vorher nicht ferngesehen, wer den mich seit Jugendjahren nicht interessierenden Wettbewerb gewonnen hat, dessen Name mich täglich auf der Tastatur oben links begleitet. Sofort gedacht: Namenswitze sind so öde, dass sie passend zu dem öden Ballybumms fast jede Schlagzeile verunzieren werden. Zweitsofortigens gedacht: Wenn ich Namenswitze machen würde, hieße meine Schlagzeile: Alles hat ein Ende, nur der Wurst hat zwei. Dann schaue ich vorsichtshalber bei Google nach, wer „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“ gesungen hat, meiner Erinnerung nach Reinhard Mey, doch es war … Gottlieb Wendehals. Nun also Wendewurst. Und in meinem Kopf beginnt ein blöder Satz herumzuschwirren, immer wenn ich diesen Vornamen höre: „Einen frommen Geber hat Gottlieb.“ Keine Ahnung, ob das nur einer der vielen Nonsens-Sprüche der eigenen Frühzeit ist oder ein echter Bibelspruch, den wir (hat Gott lieb) verfremdet hatten.

Eigene Frühzeit: Stichwort zur zweiten Topmeldung der Nacht: „Archäologen haben in New York einen deutschen Biergarten ausgegraben.“ Da staune ich aber! Sensationell. Deutsche schon in der Steinzeit drüben, lange vor Kolumbus? Warum nicht. Schon ein Wikinger soll ja lange vor Kolumbus in Amerika gewesen sein, warum nicht noch früher ein alter Germane? Und welche Kultstätte errichtet er als erste Maßnahme auf fremdem Boden? Genau!

Hach! Beim Warmschreiben im Blog fürs Blatt habe ich vielleicht einen hübschen Einstieg in die „Montagsthemen“ gefunden: Germanen, Bajuwaren, Biergarten, Weißbierduschen, daraus lässt sich was machen. Mit Guardiola als Missionar, der den Eingeborenen im Dschungel diesen seltsamen Brauch lässt, aber in seinem missionarischen Eifer ungebrochen bleibt. Er weiß. Entweder lassen sie sich zum fußballgöttlichen Ballbesitz bekehren, oder er landet im Kochtopf der Kannibalen.

Der ausgegrabene Biergarten von New York erweist sich bei näherem Nachlesen allerdings als archäologische Sensation nur insofern, als Archäologen scheinbar schon alles ausgegraben haben, was aus der Frühzeit ausgrabbar war, und nun schon Trümmer aus dem 20. Jahrhundert als archäologische Artefakte ausbuddeln, denn der Biergarten wurde  im 19. Jahrhundert gebaut und erst im 20. (genau: 1911) abgerissen.

So, das war’s für heute früh. Hab das Warm… (nee, darüber zu witzeln wäre selbst unter meinem Niveau) …geschriebene noch mal nachgelesen, auch die „ESC“-Taste reizt mich für die „Montagsthemen“, dazu das unspektakuläre und typische Ende der Bundesligasaison, als Besserwisserbonus noch meine gewonnene Wette (Eintracht war fast so früh gerettet wie Bayern Meister), die Kolumne schreibt sich fast von selbst. Hoffentlich. Und hoffentlich zur Freude der Leser. Nur zu der schreibe ich ja. Im Sonntagmorgen-Blog allerdings erst in drei Wochen wieder, denn an den nächsten beiden Sonntagen bin ich des Morgens undienstlich verhindert.

 

Veröffentlicht von gw am 11. Mai 2014 .
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Donnerstag, 8. Mai, 11.30 Uhr

Wie schön, dass diese aktuelle Vormeldung erst kam, als meine „Rasenballspielerei“ schon im Blatt stand (online ja sowieso):

 

(Überblick 1130) DFL lehnt RB Leipzig-Beschwerde ab – Mateschitz: Jetzt droht das Aus

Leipzig (dpa) – Kurz nach dem Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga droht RB Leipzig der Lizenzentzug. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Beschwerde der Leipziger gegen die Auflagen abgelehnt, obwohl der ambitionierte Verein vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) Mitte April die Drittliga-Lizenz ohne Probleme bekam.  Die DFL verlangt von RB Leipzig eine Logo-Änderung, Umbesetzungen in den Führungsgremien und die Senkung des Mitgliedsbeitrages inklusive Wegfall der Eintrittsbarrieren.

 

Private Mails kommen natürlich nicht in die „Mailbox“, doch die des Wöllstädter Schriftstellers Otto A. Böhmer ist ein Muss für alle Eintracht-Fans, daher habe ich unseren langjährigen Kolumnen-Begleiter um Erlaubnis gefragt und sie erhalten (siehe „Mailbox“). Ein typischer OAB, pointiert, kenntnisreich und gegen den Strich. Wäre ich nicht nur noch bloß hobbyschreibender Rentner, würde ich Otto A. Böhmer wieder als Eintracht-Kolumnist (war er ja schon mal, erinnern Sie sich?) verpflichten wollen.

Gleich verkündet Löw seinen ersten WM-Kader. Meine Spannung hält sich in Grenzen. Klose und Gomez werden (sollten) drin sein (bis zur Nominierung des endgültigen Kaders weiß man mehr über ihre Fitness), Khedira sowieso, für den einen oder anderen von uns noch nicht eingeplanten Spieler wird es ein Zückerchen geben. Spannend wird es erst bei der Letztnominierung, denn bei dem Unterangebot von Klassespielern hinten und dem Überangebot vorne wird das eine knifflige Sache. Nimmt man mal die fünf Abwehrspieler weg und die beiden „Sechser“ (mein bevorzugtes Duo: Khedira/Schweinsteiger; Kroos nur Ersatz), böten sich für die vier verbleibenden Plätze in der Aufstellung  Özil, Müller, Götze und Reus an, die von ihrer Klasse her immer spielen müssten. Blieben noch Podolski, Schürrle, Draxler und der eine und andere, den ich im Dahinschreiben vergessen haben dürfte. Und natürlich noch die echten Stürmer, Klose und Gomez, die in hundertprozentiger Verfassung unverzichtbar wären (natürlich nur jeder für sich und nicht als Duo). Schwierig, schwierig. Und dazu meine Befürchtung, dass unsere ebenso braven wie hochtalentierten Wohlfühlfußballer bei der WM die Schwänzchen einziehen, wenn kantige Südamerikaner oder ausgebuffte Italiener mal „Huch!!“ rufen.

Bei all den leicht Einzuschüchternden im Team bräuchten wir zumindest einen eigenen Einschüchterer (selbst Khedira ist keiner). Zum Beispiel einen wie Cantona. Fällt mir nur ein, weil ich gestern  bei Arte den schönen Ken-Loach-Film gesehen habe, mit Cantona als motivierendem Geist.

Soeben von Rüdiger Schulz (alias „Kid Klappergass“) die Erlaubnis bekommen, aus einer ebenfalls privaten Mail zitieren zu dürfen. Mache ich im morgen zu schreibenden „Sport-Stammtisch“. Da will ich auch aus der OAB-Mail zitieren und ganz kurz auf einen dritten großen Eintracht-Beobachter eingehen (Henni, wg. „David Bowie“). Der „Kid“ wird uns über die Facebook-Reime (siehe „Rasenballspielereien“)  bzw. über die Abkürzung A.C.A.B  (für „acht Cola u. acht Bier“) aufklären. Bis dann.

 

Veröffentlicht von gw am 8. Mai 2014 .
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