Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Rück-Blog (vom 30. April)

»Sport, Gott & die Welt« begleitet und ergänzt im Internet die Zeitungs-Kolumnen von »gw«, die dort zusammen mit einem Blog und Leserbriefen nachlesbar sind. Da manche – sogar nicht wenige! – unserer »Anstoß«-Leser (noch?) nicht im Internet aktiv sind, veröffentlichen wir in dieser Kolumne ab und an Auszüge, diesmal aus dem Blog der letzten vier Wochen.

*****

Sonntag, 30. März: Wer gehört in die Hall of Fame des deutschen Sports? Wer sind die besten, die größten deutschen Sportler aller Zeiten? Im Grunde ein beliebiges Thema, hat außerdem mit Rankings zu tun, deren Inflation ich schon oft veräppelt habe, aber es juckt mich, weil ich damit schön provozieren könnte, und zwar nicht der Provokation willen, sondern aus tiefstem sportlichen Herzen. Das liegt nicht an meiner Nummer eins, Dirk Nowitzki, denn der wäre zwar nicht die Nummer eins der deutschen Mehrheit, würde aber von ihr akzeptiert. Meine Nummer zwei, knapp hinter Nowitzki, vor Boris Becker, wäre der Empörungsgrund: Jan Ullrich.

*

Dienstag, 1. April: Das Datum gibt wieder einmal Anlass, das Rentnerdasein zu genießen. Zwar hatte ich mich auch in den Jahren zuvor von Aprilscherzen jeglicher Art ferngehalten, doch auch die Verweigerungshaltung in der Ecke des Spielverderbers war nervig. Diese Zwanghaftigkeit, an jeder Ecke des Blattes einen Aprilscherz anzubringen! Ob der Aprilscherz eine Gemeinsamkeit mit dem Fasching hat? Datums-Humor? Jetzt kann dieser Scherzkelch endlich unbeachtet an mir vorübergehen.

*

Sonntag, 6. April: Das Nachhaken in alten eigenen Texten: Ist in Wirklichkeit keine Besserwisserei (glaube ich, hoffe ich; aber wer kennt sich selbst schon so gut?), denn ich hake ja auch bei Fehlschlüssen von mir nach; es gehört zu meinem journalistischen Stil, nicht nachher alles besser gewusst haben zu wollen, sondern mich vorab angreifbar zu machen und das später zu überprüfen, so oder so.

*

Freitag, 11. April: Werkstattbericht. »Sport-Stammtisch« mit mehr Mühe als normal geschrieben. Liegt vielleicht auch an den zu vielen Themen, die ich mir vorgenommen hatte. Hier die Stichworte, die nicht durchgestrichen werden konnten: Bundestrainer heißt (noch?) nicht Klopp, sondern Löw, sein Gegenmodell. / Was Barcelonas Tiki-Taka-Ballgeschiebe wirklich wert ist, sieht man, wenn Messi einen schlechten Tag erwischt. / Wichtigster BVB-»Neuzugang« für die kommende Saison: Ilkay Gündogan; mit ihm fehlte zentral der Genialitäts-Unterschied, wie demnächst auch bei der WM. / Allianz Frauen Bundesliga: Hier im Blog heute erst- und damit letztmals geschrieben. Bei mir spielt nicht die Allianz-Liga in der Commerzbank-Arena um den Deutsche-Bank-Pokal. Natürlich gilt der Verzicht nur für meine Kolumnen, aber wenigstens dort gönn’ ich es mir. / Quizfrage: In welchem deutschen Sport wurde erstmals eine Liga nach einem Sponsor benannt? War es Basketball, Bier, Veltins?

*

Ostermontag, 21. April: Osterspaziergang Flörsheimer Warte. Sehr beliebt in der Frankfurter Gegend, bei Spaziergängern wie Radfahrern. Ein Thema für sich. Wie sie mich wegklingeln wollen und fluchen, wenn ich hartleibig, da schwerhörig nicht sofort Platz mache. Früher kamen die Flugzeuge im Landeanflug dort geschätzte ein, zwei Kilometer weiter hinten runter, jetzt, wegen der neuen Landebahn, kann ich sie fast vom Himmel greifen.

*

Sonntag, 27. April: Es gießt wie aus Kübeln, was mich auch an erste Englisch-Schulstunden erinnert: »It’s raining cats and dogs.« Früheste Englisch-Erinnerung aber: »Bunny«, das Kaninchen im Sexta-Schulbuch. Mit schönen bunten Zeichnungen. Allererste Lektion: »Bunny has a narrow escape.« Finde ich immer noch ganz schön schwierig für den Einstieg ins Englische

*

Montag, 28. April: Gestern vom Anruf meines alten Mathe-Lehrers aus der Mittelstufe berichtet. »40 Jahre ist das her!«, schrieb ich, »H., damals ein junger Studienrat, ist jetzt 80. Komisch, und ich bin immer noch 14. Wie relativ die Zeit doch ist.« Stimmt. Denn mein Rechenvermögen entspricht keinem Vierzehn-, sondern einem Vierjährigen. Diese zehn abzuziehenden Jahre muss ich dann auf die 40 draufschlagen, denn es ist schon 50 Jahre her, dass ich in der Mittelstufe war. Ich erwähne dies nur, um den schon aufkeimenden Gerüchten entgegenzutreten, ich hätte sehr wohl richtig gezählt, sei aber zehn Mal hängengeblieben. (gw)

*

(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle