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Walther Roeber: Genitiv (zum Blog)

Eine Kleinigkeit zum Genitiv, dessen Tod ich sehr bedauern würde, wie auch
andere schöne Konstruktionen, mit denen alle möglichen Ausländer zur     Verzweiflung gebracht werden können.

Einer meiner Lieblingsautoren – man findet schöne Sachen bei ihm - schreibt zu Sport und Deklination:

 

Ringkampf

   
   

Gribson (sehr nervig), Australien,

Schulze, Berlin (ziemlich groß).

Beißen und Genitalien

Kratzen verboten. — Nun los!

 

Ob sie wohl seelisch sehr leiden?

Gibson ist blaß und auch Schulz.

Warum fühlen die beiden

Wechselnd einander den Puls?

 

Angstlich hustet jetzt Gibson.

Darauf schluckt Schulze Cachou.

Gibson will Schulzen jetzt stipsen.

Ha! Nun greifen sie zu.

 

Packen sich an, auf, hinter, neben, in,

Über, unter, vor und zwischen,

Statt, auch längs, zufolge, trotz

Stehen auf die Frage wessen.

 

Doch ist hier nicht zu vergessen,

Daß bei diesen letzten drei

Auch der Dativ richtig sei.

 

(Pfeife des Schiedsrichters.)

 

Wo sind die Beine von Schulze?

Wem gehört denn das Knie?

Wirr wie lebendige Sülze,

Mengt sich die Anatomie.

 

Ist das ein Kopf aus Australien?

Oder Gesäß aus Berlin?

Jeder versucht Repressalien,

Jeder läßt keinen entfliehn.

 

Hat sich der Schiedsmann bemeistert,

Lange parteilos zu sein;

Aber nun brüllt er begeistert:

»Schulze, stell ihm ein Bein!

 

Zwinge den Mann mit den Nerven

Nieder nach Sitte und Jus.

Kannst du dich über ihn werfen

Just wie im Koi, dann tu’s!

 

Kennen Sie das? Ringelnatz natürlich… (Walther Roeber/Bad Nauheim)

Baumhausbeichte - Novelle