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Dr. Paul Limberg: Pelops

es war gut, daß mir eine Tante vor rund fünfzig Jahren Gustav Schwabs “Die schönsten Sagen des klassischen
Altertums” zum Geburtstag geschenkt hat. Noch besser war, daß ich dieses Buch damals und gelegentlich auch später
noch intensiv und mit Begeisterung gelesen habe, lieber als die damals gängige Jugendliteratur von Karl May, J.F.Cooper,
Daniel Defoe, Melville, Gerstäcker und wie sie sonst noch hießen. Und so kommt es, daß mir die Umstände Ihres
Rätseltextes gleich irgendwie bekannt vorkamen. In der griechischen Mythologie gibt es Kriege,Kämpfe,Betrügereien,
Greuel und Schandtaten zuhauf. Ich mußte nicht lange im oben erwähnten Buch blättern, dann war der Fall gelöst.
Es handelt sich um Pelops, den Sohn des Tantalos (der mit den sprichwörtlichen Qualen). Pelops also, der Namensgeber
der Halbinsel  Peloponnes (den Streit ums Genus hiermit umgangen), konnte den König Önomaos im Wagenrennen
besiegen, weil er dessen üble und unfaire Manipulationen mit Hilfe seines Verbündeten Poseidon noch toppen (nein, war nur Spaß),
noch übertreffen konnte. Da hat also der eine Trickser den anderen mit großem Erfolg betrogen: am Ende war Önomaos
tot , und Pelops konnte die wunderschöne Königstochter Hippodamia (um diese war es bei dem denkwürdigen Wagen-
rennen nämlich gegangen), aus dem brennenden Palast (das auch noch!) befreien und zur Braut nehmen. Zugegeben,
würde der samstägliche Stadtcocktailmixer der GAZ schreiben, das war jetzt alles etwas hastig und verkürzt dargestellt,
aber wer möchte, kann die Sagen um Pelops und Tantalos andernorts nachlesen, zum Beispiel bei Wikipedia. Das hatte
ich diesmal nicht nötig  -  Gustav Schwab und Tante Berta sei Dank! Danke auch an Sie für die wieder einmal reizvolle
Aufgabenstellung. (Dr. Paul Limberg/Linden)

Baumhausbeichte - Novelle