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Ohne weitere Worte (vom 15. April)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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»Ich persönlich laufe nach der Platzwahl zu allen zehn Mitspielern und stupse jeden mit der Brust an. Dadurch bekomme ich ein gutes Gefühl. (…) Im Unterbewusstsein ist das ein Zeichen mit der Botschaft: Hey, ich bin für dich da!« (Manuel Neuer im Kicker)
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Schon in Madrid hatte Borussias Armenier, dem der IQ und die Mentalität eines Schach-Großmeisters nachgesagt werden, die zwei besten Torchancen vergeben. (…) An diesem Abend aber bewarf Mkhitaryan die ertrinkenden Madrider geradezu mit Rettungsringen. (Süddeutsche Zeitung)
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Dortmunder Auftritte dieser Art sind keine Darbietungen, die mit kühler Präzision ausgeführt werden oder auf 80 Prozent Ballbesitz beruhen. Sie sind ein kleines Stück Anarchie auf dem Platz, sie wirken bei allen taktischen Vorgaben wild und unberechenbar, sie sind voller Leidenschaft, die alles und jeden mitreißen und jeden Gegner beeindrucken kann. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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Es heißt, selbst in den dunkelsten Fußballkneipen von Wedding hätten harte Männer eine Träne verdrückt, gerührt von dem, was sie auf dem Bildschirm sahen: eine leidenschaftliche Fußwerkertruppe in Gelb-Schwarz. (taz)
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Aufgrund der finanziell angespannten Situation beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Kombination mit sehr üppigen Freizeit-/Arbeitszeitregelungen war gerade kein Sportmoderator zur Hand. Deshalb stellte sich netterweise ein angenehmer junger Zeitgenosse namens Jochen Breyer zur Verfügung. (…) Für ihn ist ein 0:3 eine aussichtslose Angelegenheit. Wäre Breyer zehn Jahre älter, so wüsste er: Selbst ein Vier-Tore-Rückstand ist für eine deutsche Mannschaft kein Grund zur Hoffnungslosigkeit, sondern allenfalls eine gesunde Motivationsgrundlage. (Kabarettist Django Asül im Kicker)
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Wenn Mustafi und Soriano nach Mailand zum Essen oder Feiern fahren, nehmen sie eine Rakete aus der Garage. Keiner in Italien missgönnt den Spielern ihre fürstlichen Gehälter – solange sie nicht verlieren. (…) »Deshalb haben alle hier zwei Autos«, sagt Soriano und lacht. »Einen Lamborghini und einen Smart. Den einen fährt man nach Siegen, den anderen nach Niederlagen.« (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über die beiden Hessen von Sampdoria Genua)
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Sie lesen gar keine Zeitungen. Weshalb eigentlich? – »Das ist eine Art Selbstschutz. Ich lese nichts. Nicht, wenn es schlecht läuft und auch nicht, wenn es gut läuft.« (Eintracht-Profi Stefan Aigner im FR-Interview)
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Verena findet, dass Henning Wehn der komischste Deutsche sei, den sie je gesehen habe, »lustiger als Lukas Podolski oder Adolf Hitler«. (SZ-Magazin über einen erfolgreichen deutschen Stand-up-Comedian in England, eine Engländerin zitierend)
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Als Sie 1999 in die NBA zu den Mavericks gekommen sind – haben Sie damals heimlich davon geträumt, mal in die Top Ten der besten Werfer zu gelangen? – »Sind Sie wahnsinnig?« (Dirk Nowitzki im SZ-Interview)
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Die FDP ist bei der Bundestagswahl auch deshalb so krachend gescheitert, weil die Partei mit der großartigen Idee des Liberalismus zwischenzeitlich so viel gemein hatte wie der HSV mit der deutschen Meisterschaft. (aus dem Editorial des Stern-Chefredakteurs Dominik Wichmann)
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So etwas können sich eben nur die ganz großen Institutionen der Realitätsverweigerung erlauben. Dass derjenige, der über die entscheidenden Dinge des Lebens zu entscheiden hat (Dinge wie Sex, Ehe oder Tore), die Augen vor ihnen verschließen muss, das kriegt außer der katholischen Kirche nur der Fußball hin. (FAZ)
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»Löw ist zweifellos ein besonders inferiorer Kopf. Wenn man seine Interviews und Ansprachen googelt, kann man erfahren, dass er jeden Tag, ja manchmal pro Satz mindestens zweimal ›Wahnsinn‹ sagt. Ein Sprachschatz wie ein zurückgebliebenes zehnjähriges Kind. Wenn er zurücktritt, bin ich wieder etwas fußballgeneigter.« (Satiriker Eckhard Henscheid im SZ-Interview) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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