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Alexander Jörg: Keine Wettbewerbsverzerrung

Ein erstes Mal traue ich mich nun,  mich als
regelmäßiger, begeisterter Leser Ihrer Kolumne zu Wort zu melden.

Ich muss Ihnen bei Ihrer Meinung, dass
sich der FC Bayern keiner Wettbewerbsverzerrung schuldig gemacht hat, beipflichten,
und das ohne die plausible, hier jedoch vielleicht gar nicht nötige, Läufer-Erklärung.

Der FC Bayern hat, wie jede andere Mannschaft
in der Liga auch, keine Schuldigkeit anderen Mannschaften gegenüber. Das
steht ohnehin über allem.

Wenn man sich nun ansieht, welches Verbrechen
der Verein denn begangen haben soll, sieht man, dass nichts weiter passiert
ist, ausser dass drei jungen Spielern Einsatzzeiten gegeben wurde.

Während Weiser und grade Höjbjerg dabei
überragendes Talent bescheinigt wird, war lediglich Sallahi eine Unbekannte,
was eventuell meldungslustige Pressemacher verletzt und zu diesem Thema
angeheizt hat, da dieser Name bisher noch nicht hochgejubelt werden konnte.

Der Einsatz von jungen Spielern ist
grade gegen Ende der Saison bei Mannschaften, für die es nicht mehr um
viel geht, eine beliebte Praxis. Wann soll den Spielern risikolos Einsatzzeit
gegeben werden, wenn nicht jetzt ? Warum wird das beim FCB kritisiert,
während andere Vereine noch jüngere (Jung=Schlecht ?) Spieler zum Einsatz
bringen ?

Brandt, Öztünali, Tah, Meyer, Werner,
Süle, Stendera, Gruezo, Arnold und so weiter. Überall wird über die vielen
Talente und Eigengewächse gejubelt, außer hier, beim FC Bayern, der mit
der ersten Niederlage nach über 50 Spielen wettbewerbsverzerrend in das
Liga-Geschehen eingegriffen haben soll.

Dabei sollte man zum einen nicht vergessen,
dass mit Neuer, Schweinsteiger und Kroos nicht unwichtigte deutsche Nationalspieler
auf dem Platz standen, mit Martinez ein Weltmeister, mit Mandzukic und
Pizarro Stürmer, nach denen sich alle anderen Bundesligisten die Finger
lecken würden, und mit Alaba, Götze und Müller ordentliches Personal von
der Bank ins Spiel gekommen ist.

Ob es gegen hart arbeitende und bissige
Augsburger sinnvoller gewesen wäre, die geplante Elf für Mittwoch auf den
Platz zu bringen, die in harten Zweikämpfen unweigerlich zurückgezogen
hätte, im Gedanken daran, was eine Verletzung für Mittwoch bedeuten könnte?

Man darf es zumindest anzweifeln.

Vielleicht, und damit werde ich diese
Mail beschließen, missverstehe ich aber auch die ganze Diskussion, und
es geht im Kern eigentlich nur darum, dass eine Bayern-Niederlage ganz
einfach per se als Wettbewerbsverzerrung angesehen wird. Und es geht gar
nicht um die eingesetzten Spieler. Wäre ja auch eine Option. (
Alexander Jörg/Karben)

Baumhausbeichte - Novelle