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Ohne weitere Worte (vom 25. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Gehören auch Sie zu der (…) Spezies Fitnessstudio-Gänger, die ausschließlich den Oberkörper trainiert? – »Ein Mann muss seine Beine nicht trainieren, denn die sieht man nicht im Klub.« – Ach so – »War ein Witz. Machen trotzdem viele genau deswegen.« (Schauspieler Elyas M’Barek/»Fack ju Göhte« im FAZ-Magazin)

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»Meine Frau«, beichtete Pep Guardiola jetzt, »beschwert sich manchmal über meine Spieltaktik. Sie sagt dann, ich soll die gleiche Mannschaft aufstellen, mit der ich beim letzten Mal gewonnen habe. Wenn ich ihr dann mein Rotationsprinzip erklären will, ist das schwieriger, als Arjen Robben verständlich zu machen: ›Du sitzt heute mal auf der Bank.‹« Eine Mimose am Arbeitsplatz und eine Besserwisserin daheim: In Pep Guardiolas Haut möchte man wirklich nicht stecken. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Als er (…) wieder einmal die typische Frage erhielt, warum Spieler X (…) und nicht Y (…) zum Einsatz kam, hielt Guardiola einen schönen Monolog. Wortreich erklärte er, warum »jeder meiner Spieler es verdient hat zu spielen«. Dass es immer nur die taktischen Gegebenheiten seien, die den Ausschlag gäben, wer spiele. »Und weil du ein Superjournalist bist«, schloss er mit sanfter Ironie, »wirst du mich, wenn demnächst wieder Kroos spielt, bestimmt fragen: Warum nicht Schweinsteiger?« (FAS)

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Rummenigge (…) hatte vergangene Woche viel zu telefonieren, mit Anwälten und Aufsichtsräten, und am Donnerstag war seine brüllende Stimme einmal so laut in einem Telefon zu hören, dass selbst Umstehende alles Gesagte gut verstanden: »Wir stecken in der Scheiße!«, rief Rummenigge, »das ist alles ganz große Scheiße! Was machen wir denn jetzt?« (Spiegel)

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Warum war es Ihnen wichtig, dass der Fall Hoeneß öffentlich wird? – »Dieser Typ hat mich geärgert, seine Doppelzüngigkeit, sein öffentliches Schimpfen auf Spekulanten und Banken. Dabei ist er selbst ein Geschäftemacher, arrogant und selbstherrlich. Solche Verlogenheit kann ich nicht leiden.« (der anonyme Informant des Blattes im Stern-Interview)

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»Auch wer Herrn Hoeneß etwas antut, wäre über Nacht berühmt. Das ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Es gibt im Knast nicht nur friedfertige Steuersünder.« (Gefängnisarzt und »Tatort«-Gerichtsmediziner Joe Bausch im Spiegel)

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Ludowig sagte: »Vielen Dank Susi, Ela, Jessica, Naja, Daniela und Nena, dass ihr hier wart, und Angelina, du bleibst noch ein bisschen bei uns.« Ich musste mir die Stelle dreimal anhören, um überhaupt die Namen richtig abzuschreiben, aber Frauke Ludowig sagte sie flüssig, ohne mit der falschen Wimper zu zucken. Es schien fast wie eine Reminiszenz an die große Szene des Realityfernsehens: den Moment, in dem RTL-2-Mutter Wollny ihre Kinder ins Esszimmer ruft: »Sylvana! Sarafina! Estefania! Calantha! Loredana! Sarah-Jane! Lavinia! Jeremy-Pascal!« (der Kolumnist Stefan Niggemeier in der Frankfurter Allgemeinen)

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Was bedeutet Ihnen mehr, das Boxen oder die Bühne? – »Zumindest bewundere ich Boxer eher (…), bei großen Boxern bekomme ich weiche Knie.« – Bei welchem Boxer haben Sie weiche Knie bekommen? – »Bei Muhammad Ali. Den durfte ich in den Achtzigerjahren (…) treffen, als ich mit Helen Mirren zusammen war. (…) Helen ist ja eine wunderschöne Frau, heute noch. Also baggerte Ali sie an, er trieb seine Späßchen, versuchte mich runterzumachen, fragte Helen, ›was willst du mit dem weißen Lulatsch?‹, und anstatt mich über ihn zu ärgern, dachte ich nur: ›Wow, großartig, Muhammad Ali macht meine Freundin an!‹ Ich fühlte mich geehrt.« (Liam Neeson im SZ-Wochenende)

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Gibt es auch bei Ihnen einen Moment, der den Übergang vom Jungen zum Mann markiert? – »Ich weiß gar nicht, ob ich diese Schwelle schon überschritten habe. Ob man sie je überschreitet. Und ob man sie überhaupt überschreiten sollte.« (M’Barek/FAZ)

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Wie hat Helen Mirren reagiert? – »Es war ihr ein bisschen peinlich, auch weil Ali so kindisch war.« (Neeson/SZ) (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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