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Ohne weitere Worte (vom 11. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Einige entscheidende Fragen bleiben: Aus welchen Quellen stammen die vielen Millionen, mit denen Uli Hoeneß in der Schweiz spekuliert hat? Wie groß war sein vor dem Finanzamt verborgenes Vermögen wirklich? Hat Hoeneß mit Aktien von Unternehmen spekuliert, die den FC Bayern unterstützen? Wo ist das Geld heute? (Chefredakteur Dominik Wichmann in seinem Stern-Editorial)

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»Er macht oft einen verklemmten, nicht authentischen Eindruck. (…) Ich finde, bei Löw passt das, was er sagt, oft nicht mit seiner Mimik und seiner Körperhaltung zusammen. Komisch, dass es ihm nie einer sagt.« (Sozialpsychologe Rolf van Dick im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)

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Im Sinkflug Ihrer Karriere wendet sich also alles zum Guten? – »Nicht im Sinkflug. Ich bin noch voll auf Reiseflughöhe.« (Roman Weidenfeller im Welt-Interview)

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»Ich bin immer noch der Schnellste bei uns.« – Was meinen Sie mit uns? Lazio oder die Nationalmannschaft? – »Lazio. Da bin ich mit Sicherheit der Schnellste. Das ist aber auch nicht so schwer.« (Miroslav Klose im SZ-Interview)

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»Für mich ist Özil keiner für die großen Spiele. (…) Sein ganzes Auftreten, wenn er einen Zweikampf verliert oder ihm ein Fehlpass unterläuft … das passt einfach nicht. (…) Ich war auch keiner, der gegrätscht hat. Aber eine andere Körpersprache sollte Özil schon haben.« (Uwe Bein im Kicker)

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»Wenn die Deutschen ganz, ganz locker sind, sind sie dennoch höchstens bei 80 Prozent dessen, was ein Brasilianer unter Lockerheit versteht.« (Cacau, deutscher Nationalspieler aus Brasilien, im FR-Interview)

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Unten an den Tischen: Edmund Stoiber, Martin Winterkorn, Horst Seehofer. Männer, Männer, Männer. Das Geräusch des Abends? So ein Puff-Puff-Puff, dieses Rückenklopfen, mit dem Männer sich umarmen, als wollten sie den Staub aus dem anderen herausklopfen. (Axel Hacke in seinem Buch »Fußballgefühle« über das Bankett nach dem Bayern-Sieg im Champions-League-Finale / Vorabdruck in der Zeit)

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Ihr Vater war Alkoholiker und hat die Familie bald verlassen. (…) – »Ich habe mich entschieden, ihm zu vergeben, auch aus meinem christlichen Glauben heraus. Die Bibel sagt, dass man Vater und Mutter ehren soll. Sie sagt nicht, wie sich Vater und Mutter deshalb zu verhalten haben.« (Cacau/FR)

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Fußball erzeugt Gefühle (…), er wäre sinnlos ohne sie: sehr große, rasch aufbrandende, sich bisweilen zu außerordentlicher Höhe türmende Empfindungen. Aber sind es nicht sehr hohe Wellen in einem flachen Becken? Und am Ende, wenn der Sturm vorbei ist, dann ist da nur noch Wasser in einem Becken, flaches Wasser. (…) Ich habe das immer gemocht, aber immer auch nur für eine beschränkte Zeit, es hat mich fast jedes Mal sehr schnell gelangweilt, und zwar spätestens dann, wenn ich dieses Puff-Puff-Puff hörte. (Hacke/Zeit)

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»Ich stehe nicht auf der Bühne, um allen zu gefallen. (…) Mir gefällt es, wenn Leute sich ein bissl echauffieren – so wie neulich, als ich gesagt habe, dass Frauen, die älter als 18 sind und immer noch reiten, einen an der Waffel haben. Ein Riesenaufreger in der weiblichen Reitergemeinde. Herrlich!« (Kabarettistin Monika Gruber im FAS-Interview)

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»Ein Scharlatan. (…) Das fängt damit an, dass er sich nie dazu geäußert hat, wie das eigentlich war, Oberleutnant bei Hitler zu sein. (…) Er (…) belehrt die Menschen. Er ist ein Ersatz-Hindenburg.« – Woher kommt Ihr Rochus? – »Weil ich ihn für ein Symbol der deutschen Verlogenheit halte. (…) Ein Bescheidenheitsprotz.« (Literaturkritiker Fritz J. Raddatz im Stern-Interview über Helmut Schmidt)

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»Die Kinder können nichts dafür, dass sie verzogen sind, die sind ja das Resultat der Eltern. Als ich noch im Wirtshaus bedient habe (…), habe ich das aus der Nähe erlebt. Da hängt ein Kind total übermüdet im Hochstuhl, die Mutter würgt ihm Spätzle und Soße rein, bis es bricht und ich konnte abwischen, sie bleibt stur sitzen. Hinterher kommt der Vater, drückt mir fünf Euro in die Hand und sagt: Ich schäme mich für meine Frau. Da dachte ich: Du arme Sau, wie kannst du mit der Schnepfe den Rest des Lebens verbringen?« (Gruber/FAS) (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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