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Ohne weitere Worte (vom 4. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Klose wird kurz vor der WM das biblische Fußballalter von 36 Jahren erreichen. Während (…) Ronaldo (…) mit rund 100 Millionen taxiert wird, ist der Marktwert des »ewigen Miro« auf eine Million Euro gesunken. (…). Kloses Wert in der Nationalmannschaft dagegen ist immer noch weit höher – das ist zwar gut für Klose, aber ein Problem für die Nationalelf. (…) Die Nominierung des bulligen HSV-Stürmers Lasogga illustriert (…) die Not. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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»Wir spielen viel mit Flachpass-Kombinationen wie die Spanier, gleichzeitig aber bieten wir englischen Fußball mit hohen Flanken auf die Angreifer. Ich möchte da nicht in der Haut des gegnerischen Trainers wie Joachim Löw sein.« (Gibraltars Nationaltorhüter Jordan Perez im FAZ-Interview)

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»Er (OWW-Anmerkung: Jürgen Klinsmann) hätte Oliver Kahn und mich als Torwarttrainer nicht absetzen dürfen, dann wären wir Weltmeister geworden.« (Sepp Maier im Kicker-Interview)

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Denken Sie manchmal daran, was geschehen wäre, wenn der HSV Sie nicht entlassen hätte? – »Ich bin überzeugt davon, dass der HSV dann nicht da unten drin stehen würde.« (Thorsten Fink im Welt-Interview)

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»Es gibt allenfalls fünf Fußballvereine in Deutschland, die gut geführt sind (…) Von der FIFA und dem olympischen Dings wollen wir gar nicht reden. Das ist alles maßlos korrupt und von geltungssüchtigen Leuten besetzt. Viele von denen sind vorher nichts gewesen, aber dann werden sie mit Herr Präsident angesprochen.« (Unternehmer Jürgen Heraeus im Zeit-Interview)

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Wie geht es (…) Schumacher? Niemand weiß das genau. Trotzdem gibt es immer noch fast jeden Tag Antworten, Einschätzungen, Prognosen und Diagnosen: von Experten, die dem Rheinländer nie begegnet sind, von Chirurgen, die nie an seinem Bett standen, von Neurologen, die kein einziges seiner Hirnscans in Händen hielten, von selbsternannten Freunden, die nie welche waren. (FAZ)

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»Ich habe spezielle Orte erwogen, um mich umzubringen, oder spezielle Arten, um Selbstmord zu begehen – aber dann habe ich doch davor zurückgescheut, habe gemerkt, wie lächerlich es war.« (Australiens Ex-Schwimmstar Ian Thorpe in seiner Autobiographie, gelesen in der Süddeutschen Zeitung)

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Die deutsche Olympiamannschaft hat (…) das schlechteste Ergebnis seit der Wiedervereinigung erzielt. Kritiker fordern bereits, die Mauer neu aufzubauen. Aber sollte man wirklich wieder den Schießbefehl einführen, nur um die Leistungen unserer Biathleten zu verbessern? (»Zippert zappt« in der Welt)

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Der Sohn eines böhmischen Vertriebenen schuf (…) mit dem Antrieb einer schwäbischen Kindheit als pickliger Brillenträger, der keine Mädchen abkriegte, (…) die omnipotente Kunstfigur »Schmidt«. (taz über Harald Schmidt)

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Es müssen Milliarden fließen, wir müssen das Land mit Schießständen, Eiskanälen, Halb- und Ganzpipes, Buckelpisten und Skikanonen zupflastern. Viererbob muss Pflichtfach an allen Schulen werden. Sonst können wir nie wieder in den Medaillenspiegel schauen. (Zippert/Welt)

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Frage: In der Schweiz dürfen Polizisten seit Neuestem Ausdrücke wie »Sauausländer« und »Drecksasylant« benutzen. Diese Wörter seien nicht diskriminierend, sondern lediglich eine »Beschimpfung«. Verstehen Sie die Schweizerische Dialektik? – Antwort: Ja, nach Auffassung des Drecksgerichts stellt sein Sauurteil klar, dass »Dreck« und »Sau« keine Angriffe auf die Menschenwürde (…) seien. Laut Urteilsbegründung müsse man schon »schwarze Sau« oder »Drecksjugo« sagen, um ein auch Schweizer Ansprüchen genügender Hochleistungsrassist zu sein. (aus der taz-Kolumne »Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?«)

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»Aus Erfahrung weiß ich, dass die Zeit bis zu einem Turnier immer kürzer wird.« (Löw laut dpa, gelesen im Spiegel-»Hohlspiegel) (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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