Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Dr. Hans-Ulrich Hauschild: Asyl und Lampedusa

Noch eine Erinnerung an Asyl, Lampedusa und Zelte im Garten.

Die Menschen, die wirklich Asyl benötigen, sind in
unheilvoller Weise von Abweisung, Ertrinken, von Not und Elend
bedroht, diejenigen, für die Verfassungen das politische Asyl
sicherlich nicht normiert haben, beantragen es und sind da, im
Unterschied zu jenen, die an den europäischen Grenzen abgewiesen
werden. Habe ich jetzt die beiden Gruppen gegeneinander
ausgespielt? Dieser Eindruck bleibt leider nicht aus. Wer
verpflichtet ist, EU – Ausländer ohne zu fragen und andere aus
europäischen Ländern, die, weil die viel leichter kommen können,
einfach da sind, aufzunehmen, hat wirklich ein Problem. Ich finde,
der Normalalltag, der mit diesen Problemen nicht nur aus der
Wahrnehmung von ausländerfeindlichen Dumpfmenschen (so werden sie
ja von einer bestimmten Richtung genannt, das sind sie aber häufig
nicht) überhäuft ist, verkraftet dies auch objektiv nicht.
Interessiert sind Unternehmen, weil sie an höchst billige
Arbeitskräfte kommen, man glaube ihnen nicht den Mythos vom gut
ausgebildeten Facharbeiter; auch dann noch, wenn es Mindestlöhne
und ähnliches gibt; diese werden vielfältig unterlaufen.

Kurz: wir sind alle mit dem Problem überfordert; und keiner will
dies wirklich wahr haben. Leidtragende sind die “einfachen
Menschen” von Nebenan und vor allem die wirklichen Verfolgten.  (Dr. Hans-Ulrich Hauschild/Gießen)

Baumhausbeichte - Novelle