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Sonntag, 9. Februar, 6.30 Uhr

An jedem Tag der Woche meine kurze Radrunde gefahren. Und das im Februar. Sogar weniger dick angezogen als im Herbst. Nur gestern mit einem Wetter-Problem: Der Wind war so stark, dass ich bergab mächtig treten musste, um von der Stelle zu kommen.

Dennoch ist es sicher am wenigsten das Wetter, dass unsere Einwanderer anlockt. Fällt mir nur ein, weil die Schweiz heute über Zuwanderung abstimmt. Was käme wohl bei uns heraus? Auch hier kennen wir ja den Trend zur Volksabstimmung, zuletzt beim SPD-Volk, demnächst kennen wir keine Parteien mehr, sondern nur noch abstimmendes Volk.

100 000 getötete Immigranten sprechen eine deutliche Sprache. Lese ich gerade in einer der interessanten und informativen Feature-Geschichten, die dpa nachts verbreitet. Bei einer anderen Einwanderer-Gruppe gab es im letzten Jahr 18 600 Tote, von einer dritten, sehr aggressiven, gibt es noch keine “belastbaren Zahlen” (Trendwort). Deren starke Zunahme resultiert aus “emotional motivierten Befreiungsaktionen aus Pelzfarmen durch Tierschützer”, heißt es. Es geht um den Mink, einen nahen Verwandten des Nerzes, der unsere heimische Fauna bedroht. Noch aber sind die Waschbären des zahlenmäßig größte Problem, 100 000 getötete Tiere sind da nur ein Indiz dafür, wie viele lebende sich bei uns herumtreiben. Schwer im Kommen, buchstäblich, ist auch der Marderhund, ähnlich aussehend wie der Waschbär, nur kann er nicht klettern und frisst vornehmlich Pflanzen. Nicht mal bellen kann er, der Hund.

Schwarzer Humor ist, wenn’s einem selbst weh tut und man trotzdem lacht. Aus der Zuwanderung könnte man mit Waschbären, Minks und Marderhunden einen Sketch mit schwärzestem Humor basteln - wäre aber sehr heikel, denn er könnte missverstanden und von neonazistischen Kreisen als Schenkelklatschhumor übernommen werden, der nur anderen weh tun soll. Man müsste schon Matthias Beltz sein, um solch einen Sketch unmissverstanden wagen zu dürfen.

Übliches Sonntagmorgen-Lamento: Kein Montagsthema weit und breit in Sicht. Manchmal kommen sie zu mir wie die Waschbären, meistens aber jage ich ihnen um diese Uhrzeit vergeblich hinterher. Da ich nicht schieße, nicht schießen kann, nie geschossen habe, könnte ich sie nur mit Schneebällen erlegen, aber Schneebälle gibt’s ja nicht mehr, sondern nur noch dort, wo die Waschbären herkommen. Sind sie vor Schneebällen geflüchtet? Nein, wir haben sie ja gerufen und freiwillig angesiedelt. Was heißt wir? Göring persönlich war’s, und von Kassel aus haben die Nazigünstlinge Deutschland erobert.

Schneebälle gibt’s auch in Sotschi nicht. Leider. Nein, nicht leider, denn damit hätte ich ja ein Montagsthema. Muss nur noch nachdenken, ob’s nicht zu albern ist. Bis dann.

Baumhausbeichte - Novelle