Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne weitere Worte (vom 4. Februar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

*****

»Bisher ist mir noch kein Investor bekannt, der einem Klub tatsächlich geschadet hätte. Dies kann man von manchem Vereinspräsidenten in der Vergangenheit nicht unbedingt behaupten.« (Oliver Kahn im Kicker-Interview)

*

»Ich bin ja zu der Erkenntnis gekommen, dass man sich genau drei Sachen nicht aussuchen kann: Vater, Mutter und den Klub, mit dem man leiden muss.« (Wolfgang Niedecken, Köln-Fan, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)

*

Gab es Fehler in Ihrem Leben, die Sie besonders gerne gemacht haben – »Irgendwann habe ich aufgehört, darauf zu achten, wie viel ich esse. (Brasiliens WM-Torschützenkönig Ronaldo im Zeit-Interview)

*

»Frauenfußball ist für mich schwer auszuhalten. (…) Ich weiß nicht, warum die es nicht können. Vielleicht ist es ja auch zu primitiv für eine Frau. (…) Es ist ein bisschen so wie der Unterschied zwischen Hunden und Katzen: Warum holt die Katze nicht das Stöckchen, wenn ich es werfe? Die Katze würde sagen, das ist mir einfach zu blöd.« (Lars Eidinger, deutscher Theaterstar, in der Süddeutschen Zeitung)

*

Heute ist es vollkommen egal, wie weit jemand springt, wenn er Nordwind hatte, bekommt er nur die Hälfte angerechnet. (…) Dazu kommen der Body-Mass-Index des Springers, sein Magersuchtkoeffizient, der Rauminhalt seines Overalls und die Länge der Skier geteilt durch das Körpergewicht des Trainers. (»Zippert zappt« zum Reglement im Skispringen)

*

»Ich war fassungslos. Wirklich fassungslos. Ich dachte immer: Wie kann man das bloß machen, sich antun? Und dann diese Stimmung im Studio. Diese Stille. Eine beklemmende Stille. (…) Es war alles schlimm. Eine Faszination des Grauens. (…) Sozialer Selbstmord innerhalb von zweieinhalb Stunden.« (Barbara Schöneberger im Stern-Interview über Boris Beckers Auftritt bei Pocher)

*

»Ich stelle mir häufig die Frage: Warum ich? Wieso habe ich dieses Talent? Warum hat mein Bruder ein Hüftleiden und ich nicht?« (Marcel Hirscher, zitiert im Spiegel)

*

Eddie Izzard steht allein auf der Bühne, erzählt von Richard Löwenherz, der erstaunlichen Fitness wilder Tiere, dem Beginn der Steinzeit, der Geschlechtslosigkeit von Löffeln im Englischen und den Unsinn der Dressurreiterei, die er »unsäugetierisch« nennt. (FAS über den englischen Komiker)

*

»Das sieht immer so aus, als wolle man ein Pferd in einen Kleiderschrank einparken.« (Eddie Izzard, zitiert in der Zeit)

*

Eddie Izzard hat einen Ehrgeiz, der so gar nicht zu der Leichtigkeit zu passen scheint, mit der er auf der Bühne steht, zu seinem im besten Sinn bekifften Humor. 2009 hat er – nach nur fünf Wochen Vorbereitungszeit – 43 Marathonläufe in 51 Tagen absolviert. (FAS)

*

Jetzt müssen Sie sich aber mal einen Tee einschenken. – »Soll ich den kleinen Finger abspreizen?« – Unbedingt. Sie kommen doch aus einer Bankiers-Familie. – »Sind es nicht die Kleinbürger, die den Finger abspreizen?« (Tom Koenigs im FR-Interview)

*

Sie sind beunruhigt über das allgemeine Wahlrecht. Sie wollen das diskutieren. – »Ich glaube einfach, dass es ein Problem ist, wenn Leute finden, dass Schwarzarbeit zu hoch besteuert wird.«(Christian Ortner, österreichischer Autor, im FAS-Interview)

*

Sie sind ja geborener Münchner, in der Amalienstraße aufgewachsen, in der Ruinenlandschaft nach dem Krieg. Seither hat sich auch Schwabing schwer verändert, nicht? – »Ja. Ruinen gibt’s jetzt weniger.« (Gerhard Polt im SZ-Interview) (gw)

*

(www.anstoss-gw.de (mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«)  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle