Archiv für Februar 2014

Sport-Stammtisch (vom 1. März)

Das 3:2 fällt, die Spieler jubeln, das Publikum rast. Und ich zucke zusammen. Leute, nicht überschnappen! Wisst ihr denn nicht, dass dieses Tor nicht zählt!? Dass es weiterhin 2:2 steht!? Überschwang rächt sich, denn wenn Porto das nächste Tor schießt, ist die Eintracht draußen, egal ob mit einem 2:3 oder 3:3. Dass die starken Portugiesen dieses Tor dann auch schießen, mag rein sportlich nicht unverdient sein, ist aber ein böser Streich der ignoranten Fußball-Götter da oben auf ihrem Olymp. Arme Eintracht. Kleiner Trost: Nach den unsäglichen Blamagen von Leverkusen und Schalke verlässt Frankfurt die europäische Fußballbühne hoch erhobenen Hauptes, fußballmoralisch als Champions-Ligist und Meister der nicht nur hessischen Herzen.

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Nicht nur gestern, sondern schon seit längerer Zeit fällt mir auf, dass unter den Sky-Sportfrauen eine weit herausragt: Jessica Kastrop. Glasklar, kompetent, freundlich, aber nicht ranschmeißerisch, eine vom Format der lange Zeit unerreichten Monika Lierhaus, dazu noch mit einer angenehmen Nähe zur Selbstironie. Sie hat auch ein Buch geschrieben, dessen Titel allerdings assoziativ mit dem Holzhämmerchen zuschlägt: »Blond kickt gut.«

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Na ja, in dieser Beziehung sollte ich mich mit Kritik zurückhalten. In der »Nach-Lese« (siehe erste Kulturseite), in der es heute um tierische und menschliche Rekorde geht, habe ich einen alten pubertären Wortwitz untergebracht, der »Blond kickt gut« noch deutlich untertrifft. Zum Glück wird’s meine liebste Zielgruppe kaum merken.

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Alle merken aber langsam, dass »die beste Liga der Welt« keine Tatsachenbehauptung ist, sondern eine sich selbst nicht erfüllende PR-Prophezeiung. Leverkusen und Schalke gehen als deutsche Spitzenklubs erbärmlich unter, die Europa-Liga ist deutschenfrei – wie gut, dass wir die Bayern haben. Die Betonung liegt auf »wir«. Denn wenn wir uns lange genug für Bayer und Schalke fremdgeschämt haben, siegen selbst Bayern-Hasser zumindest in der Champions League freudig und emphatisch mit »unseren« Phantastischen aus München mit.

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In der Bundesliga ist Borussia Dortmund Haupt-, nein einziger Leidtragender der allseits anerkannten Münchner Überlegenheit. Nehmen wir nur mal die Frankfurter Eintracht als pars pro toto: Eine Partie mit den Bayern ist nicht mehr das Spiel des Jahres, auf das man alle Kräfte konzentriert und das man daher auch durchaus mal gewinnen kann, sondern man schenkt es ab und spart sich die Kraft für andere Spiele. Mittlerweile hat der BVB die alte Bayern-Rolle übernommen, »Spiel des Jahres«-Lieferant zu sein, zumal die Anfälligkeit der hoch attraktiven Dortmunder Feinmotorik für überraschende Punktgewinne und neue Aufbruchstimmung selbst bei Scheintoten (HSV!) sorgen kann.

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Am liebsten sehe ich die Dortmunder gegen die ganz Großen spielen. Sollten sie das Heimspiel gegen die Russen programmgemäß über die Bühne bringen (aber Vorsicht! Siehe Anfälligkeit der Feinmotoriker), wären Paris oder Real meine Wunschgegner. Denn Klopps Team hat schon bewiesen, wie man solche Spiele gewinnt: Nicht als demütige Opfer Ronaldo und Ibrahimovic Tore schießen lassen, sondern als hetzende Jäger gegen Ronaldo und Ibrahimovic Tore schießen. Denn so hui sie vorne zuschlagen, so pfui verteidigen sie.

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Es gibt ja den alten englischen Spruch, angeblich von Churchill, die Deutschen habe man entweder zu Füßen oder an der Kehle. Nachdem zwei deutsche Spitzenklubs Stiefel geleckt haben: Dann doch lieber an die Kehle! Jedenfalls im Fußball.

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Wobei die Über-Bayern nicht mal das An-die-Kehle-Gehen nötig haben. Sie spielen Fußball wie Roger Federer Tennis in seiner besten Zeit. Was auch die einzige Hoffnung der Gegner ist: Irgendwann wurde auch ein Federer irdisch und schlagbar.

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Schon naht das Ende der Kolumne, und ich habe längst nicht fertig. Auf dem Zettel stehen noch Stichworte: Eine junge Wintersportlerin aus einem deutschen Spitzenkader, die unter Essstörungen leidet und wegen bekannter psychischer Probleme in Behandlung ist, erschießt sich zu Hause mit ihrem Sportgerät / 15 Prozent aller Leistungssportler, so eine Genfer Untersuchung, leiden an Depressionen, die sie durch ihren Sport kompensieren wollen / Anmerkung: Nicht untersucht wurde, wer erst durch Leistungssport depressiv wird / Die immer frühere Spezialisierung und die viel gerühmte »optimale Ausbildung« der jungen Fußballprofis: Wie hängt sie mit der Verletzungsflut zusammen? / Wieso wird Sebastian Rodes (23) Knorpelverletzung fast panikartig beschwörend als »minimal« verkündet? / Was wird aus den Tausenden von Jugendlichen, die sich frühzeitig spezialisieren, alles auf die Karte Sport setzen, in Talent-Zentren »optimal ausgebildet« werden, aber zwangsläufig auf der Strecke bleiben, da nur ganz wenige das Ziel erreichen können, das alle anstreben? / Wie sehr verkürzt das frühe Hochpushen der Leistung die Verweildauer im Spitzenfußball? Und wie soll die lange, graue, unspektakuläre Zeit danach bewältigt werden, für die man nicht optimal, sondern häufig überhaupt nicht ausgebildet wurde?

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Zu viel Stoff, den ich nicht auf die Schnelle »Stammtisch«-tauglich schreiben kann. Demnächst will ich es in einer eigenen Kolumne versuchen. Zu schlechter Letzt ein anderes Thema. Ein echter Skandal: Schalkes Boateng in der Umkleidekabine, mit Zigarette im Mund und Bierflasche in der Hand. Der Skandal daran sind nicht Kippe und Bier, auch nicht, dass »Bild« das Foto druckt (das würde jedes Boulevardblatt tun), sondern dass ein Dopingkontrolleur in dieser geschützten und hoch sensiblen Zone fotografiert und die Bilder an die Medien verkauft. Denn Boateng, ausgedörrt nach dem Spiel, wartete darauf, dass es endlich »läuft«, was fast jeder mit Bier unterstützt. Demnächst machen die Dopingkontrolleure noch Nahaufnahmen ihrer sehr intimen Untersuchungen, das Internet soll einen sehr interessierten Markt bieten. Aber das ist ein anderes Thema. (gw)

* (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 28. Februar 2014 .
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Von Tieren und Menschen (“Nach-Lese” vom 1. März)

»Gegen tierische Kraft und Schnelligkeit kommen selbst die Weltrekordler unter den Menschen in keiner Disziplin an«, schreibt die Zeit und nennt Beispiele: Ein Schwertfisch schafft 90 km/h, der beste Krauler der Welt gerade mal 7,67. Der Gepard beschleunigt auf 120 km/h.,  Bolt auf schlappe 45, und ein Floh springt 200 Mal so weit, wie er groß ist, Weitsprung-Weltrekordler Mike Powell nur knapp das Fünffache. Klar: »Tiere sind die wahren Supersportler«, wusste dpa schon bei Olympia 2008 in Peking.
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Denn diese alten Geschichten werden bei Olympischen Spielen besonders gerne aufgewärmt. Ist ja auch zu putzig, dass sogar eine Wildsau schneller läuft als der hochgedopteste Sprinter (55 km/h) und dass der 30-Zentimeter-Hochsprungrekord des Flohs von der nur sechs Millimeter kleinen Wiesen-Schaumzikade überboten wurde, die 60 Zentimeter hoch hüpft, was »bei einem Menschen im Verhältnis zur Körpergröße einem Sprung über 200 Meter« (dpa) entspricht.
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Selbst die Winterspiele im Frühling von Sotschi halfen uns Menschen nicht auf die Sprünge, denn die Überlegenheit auf Schnee und Eis und Schanze verdanken wir nicht unseren Muskeln, sondern dem Gehirn: Wir fliegen zwar durch die Luft, Vögeln gleich – aber nur, weil wir zwei Latten an den Füßen haben. Ohne, das wäre ein Selbstmordversuch, und Eisläufer ohne Kufen oder Skifahrer ohne Ski würden zumindest albern aussehen.
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Selbst in unserem Volkssport hat sich »das Bild des idealen Fußballhelden gewandelt«, schreibt der Theaterkritiker Peter Kümmel in der Zeit: »Es ist nicht mehr der stolze Feldherr vom Schlage eines Beckenbauer, der aus großer Höhe stoisch über das Schlachtfeld blickt; sondern es ist der wendige, hakenschlagende, flink in einem Erdloch am Mittelkreis verschwindende und im gegnerischen Strafraum wieder auftauchende Kaninchenrammler.« – Kaninchenrammler. Darauf muss man erst mal kommen.
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Nähme man’s ernst, müsste jetzt, um die Menschenehre zu retten, Konrad Lorenz zitiert werden. Denn für den legendären Verhaltensforscher (Sie wissen schon: die Graugans!) ist der Mensch halt doch der beste Sportler unter den Lebewesen. Viele Tiere seien zwar begnadete Spezialisten, der Mensch aber der unschlagbare Generalist. Schon ein Normalmensch könne nacheinander hundert Meter laufen, einen Kopfsprung in einen See machen, hundert Meter ans andere Ufer schwimmen, an einem Seil hochklettern und dann zehn Kilometer marschieren – kein Tier würde mithalten können. Und schon gar nicht die Schaumzikade.
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Zumal manches tierische Spezialkönnen nicht unbedingt zum Nacheifern einlädt, wie das der Heringe, die sich bei Gefahr durch unterschiedlich langes und lautes Furzen verständigen. Für diese Entdeckung gab es den Ig-Nobelpreis, allerdings nur für (ignoble = unedel, unwürdig) überflüssige bis idiotische Forschungen.
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Da taugt die Ameise viel eher zum Vorbild. Nicht nur wegen ihres sprichwörtlich »emsigen« Fleißes. Denn die Ameise stellt sich selbst in Panik noch vorbildlich diszipliniert in der Schlange hinten an. Das hat für alle Ameisen den Vorteil, schneller aus der Gefahrenzone zu kommen, denn das Tempo der Schlange ist umso größer, je weniger der einzelne drängelt. Die Ameise hat’s seit Millionen von Jahren in den Genen, der Mensch kennt Stau-Panik bzw. Gedränge im Stadion erst seit zweitausend Jahren (Colosseum), bei ihm muss es im Kopf funktionieren.
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Auch die Lemminge reagieren bei weitem nicht so panisch, wie wir glauben, obwohl sie als Metapher für schicksalhaften Drang zum Untergang gelten, seit dies ein Disney-Film 1958 mit eindringlichen Aufnahmen »bewiesen« hat. In Wahrheit kennt die freie Natur keine Massenansammlungen von Lemmingen – die Disney-Filmer hatten die Tiere gekauft, an den Drehort gebracht (wo gar keine Lemminge vorkommen), sie auf eine rotierende Drehscheibe gesetzt und so geschickt gefilmt, dass der Eindruck einer panikartigen Massenflucht entstand.
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Beim Kirchentag 2001 in Frankfurt orientierte sich ein Islam-Funktionär an einem anderen Tier und verkündete die Kamel-Fatwa, nach der sich eine Muslimin ohne einen männlichen Verwandten nicht weiter als 81 Kilometer – die Strecke, die ein Kamel am Tag schafft – von zu Hause weg bewegen darf. In Hessen wurde nicht gegen die Kamel-Fatwa protestiert, trotz der Tierquälerei, ein Kamel so weit zu hetzen, nur um Frauen so viel Bewegungsfreiheit wie möglich zu gönnen.
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Ich richte mich sowieso nicht nach Kamelen jeglicher Spezies, auch nicht nach Kaninchenrammlern, Wildsäuen oder furzenden Heringen. Mein Held bleibt das Meerschweinchen. Denn muss man immer der Beste sein? Das fragt sich auch das philosophische Meerschweinchen Miro im Bilderbuch Das Beste überhaupt (von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer; Atlantis-Verlag Zürich). Miro, lese ich in der FAZ-Rezension, leidet unter dem Erwartungsdruck, in seinem Meerschweinsein irgendwie herauszuragen. »Wenn ich das größte von allen Meerschweinen wäre, würden mich alle kennen.« Wäre er das kleinste, »würden sich alle um mich sorgen«. Er müsste etwas besonders gut können, »aber ich bin einfach mittendrin«. Doch schließlich gewinnt Miro eben deshalb die Wahl zum »besten Meerschwein überhaupt« – weil er »das überkandidelte Erwartungsspiel nicht mitspielt, sondern einfach mittendrin bleibt (in der Meerschweinchenhorde, aber im Grunde natürlich: in seiner eigenen Mitte«).
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Artgenossen von Miro haben sogar nachgewiesen, was ich als lauffauler Mensch schon immer geahnt habe: Jogging ist gefährlich. Amerikanische Wissenschaftler (wer sonst?!) haben meine tief verwurzelte Abneigung empirisch als Tatsache abgesichert, indem sie ein Rudel Meerschweinchen so lange über ein Laufband jagten, bis sich im Gewebe der Tiere krebserregende Atomgruppen bildeten, so genannte Freie Radikale (auch das noch!). Womit einwandfrei nachgewiesen sein dürfte, dass Jogging gesundheitsschädlich ist.
Für Meerschweinchen. (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 28. Februar 2014 .
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Wer bin ich? (… und wenn ja: Wie viele?)

Wir haben olympische Geschichte(n) geschrieben. Der eine oder andere unserer Namen ist heute fast vergessen, zu unserer Zeit aber gehörten wir zu den großen Stars der Sportszene. Für uns müsste auch der Titel dieser Rate-Reihe umgeschrieben beziehungsweise ergänzt werden: Wer bin ich und wenn ja wie viele? Eins, zwei, drei oder mehr? Für jeden von uns, den Sie identifizieren können, wird Ihnen ein Punkt gutgeschrieben. Aber Vorsicht! Bitte nicht wahllos viele Namen nennen, um per Zufall den oder die richtigen zu treffen – für jede falsche Lösung wird ein Punkt abgezogen. Beispiel: Drei werden gesucht, vier genannt, zwei davon sind richtig, zwei falsch = null Punkte. Weitere Erschwernis: Die Gesuchten stellen sich nicht in geordneter Reihenfolge vor, sondern quasseln bei der Vorstellung durcheinander. Auf geht’s:
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Zwölf Jahre nach meiner ersten Teilnahme kehrte ich nach Olympia zurück und gewann. Da fällt Ihnen spontan ein Name ein? Vergessen Sie ihn. Beim ersten Mal wurde ich Fünfte.
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In meiner damals sehr elitären Disziplin (manche sagen, sie sei heute noch elitär) durften nur reiche Zivilisten und Offiziere an Olympischen Spielen teilnehmen. Ich war nur Feldwebel.
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Ich nahm am Giro d’Italia und an der Tour de France teil. Leider recht erfolglos. Im Gegensatz zu meiner Hauptsportart, in der ich der Größte aller Zeiten bin. Behaupte ich. Denn niemandem wird noch einmal das gelingen, was mir gelungen ist und was als vollkommen unmöglich galt und das heute auch ist.
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Mein Land wollte die Regeln austricksen und beförderte mich für die Dauer der Spiele zum Leutnant auf Zeit. Wir gewannen die Mannschaftswertung.
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Falls Sie dennoch auf jenem Namen beharren: Fünfte wurde ich zwar in ihrer Disziplin, zwölf Jahre später aber vier Mal Erste in anderen Disziplinen.
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Ob ich als braver Soldat unbewusst gegen die Trickserei protestierte? Ich weiß es nicht. Jedenfalls kam man uns auf die Schliche, weil ich statt der Offiziers- eine simple Soldatenmütze trug. Wir wurden disqualifiziert.
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Mein Mann war auch mein Trainer, ich hing an ihm, und mein Name hing an seinem. Man sagt, er habe seine einflussreiche Position ausgenutzt, um meiner größten Konkurrentin zu schaden – sie wurde eliminiert, weil sie keine echte Frau gewesen sei. Was wohl nicht stimmte.
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Auch meine kleine Schwester (um die es hier nicht geht) gewann eine Olympiamedaille, auch sie fuhr Rad, sogar viel besser als ich: Sie wurde Weltmeisterin im Straßenrennen.
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Ein Gutes hatte es: Nach unserer Disqualifikation gab es einen Sturm der Entrüstung, und bei den nächsten Spielen war die Offiziersregel abgeschafft. Wir wurden noch zweimal in der gleichen Aufstellung Mannschafts-Olympiasieger. Aber nicht ich war der Star im Team, sondern ein anderer, eine Legende unserer Sportart. Dennoch ist mein Name gesucht, nicht seiner.
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Als vierfache Olympiasiegerin wurde ich zu einer Australienreise eingeladen. Ich wollte nur dorthin, wenn auch meine Kinder mitkommen durften. Das hätte aber gegen die Amateurbestimmungen verstoßen. Eine australische Familie bezahlte dann das Reisegeld für die Kinder, im Gegenzug musste ich mich dazu verpflichten, meine Kinder vier Wochen lang bei dieser Familie wohnen zu lassen. Ich flog hin, bin aber keine fliegende Deutsche (wie die, deren Name Ihnen einen Minuspunkt einbringen würde), sondern eine …?
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Olympiasieger über 100, 400, 1500, 10 000 Meter und im Marathonlauf – unmöglich? Sag ich doch. Aber nicht für mich in meiner Sportart. Als mir das unmöglich Scheinende gelang, war es ein —spektakel (da hat mir der Redakteur doch glatt ein allzu verräterisches Wort weggestrichen).
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Wer bin ich und wenn ja wie viele? Haben Sie mich erkannt? Und mich und mich und …? (Einsendeschluss: 7. März) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 26. Februar 2014 .
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Dr. Petr Brozik: Aus einer ähnlichen Welt

Ich abonniere bereits seit vielen Jahren die Gießener Allgemeine.

Erst durch einen indirekten Hinweis aus dem Umfeld des Fördervereins des
VfB 1900 wurde ich auf Ihre Kolumne aufmerksam.

Ich bin einfach begeistert! Sie haben einen neuen “Fan” und Leser gewonnen.

Jedes Mal genieße ich Ihre niedergeschriebenen Gedanken und Gefühle. Sie
kommen scheinbar aus einer ähnlichen Welt, die auch die meine ist. Nun
verfügen Sie eben über die wunderbare Gabe, diese innere Welt und deren
Zusammenhänge mit den treffenden Worten zu Blatt bringen.

Und selbst wenn es Zitate sind, wie heute die Worte des Pfarrers Lenz
aus Schotten.

Danke für die Anregung und manchmal auch Bestätigung! (Dr. Petr Brozik)

Veröffentlicht von gw am 24. Februar 2014 .
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Ohne weitere Worte (vom 25. Februar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Ibrahimovic hält sich für den besten Spieler der Welt und hat damit womöglich sogar recht. (Süddeutsche Zeitung)

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Toni Kroos (öffnet) auf seiner Website ein Schaufenster der Biederkeit. (…) Jungs wie Kroos gibt es in jeder Schulklasse, man übersieht sie und wundert sich dann Jahrzehnte später beim Klassentreffen, wie sehr man sie unterschätzt hat. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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»Drei Ecken = Elfmeter«? Bringt auch nichts. Die Elfmeter hält Manuel Neuer sowieso. (aus einer SZ-Satire über Möglichkeiten, die Übermacht des FC Bayern zu stoppen)

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Der Fall des Angeklagten Hoeneß spaltet die Republik. Grob gesagt verläuft die Grenze zwischen Süd und Nord. Zwischen den vielen Fans des FC Bayern und den vielen leidenschaftlichen Bayern-Hassern. (SZ)

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Hoeneß (…) behauptet, er sei mit Dreyfus befreundet gewesen. Die Witwe des einstigen Adidas-Chefs (…) sagt: »Uli war kein persönlicher Freund von Robert.« (Spiegel)

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Einst hat der HSV (…) einen Trainer gesucht und Jürgen Klopp nicht verpflichtet, weil er in Mainz unpünktlich auf dem Trainingsplatz war und auf dem Weg zum Training zerrissene Jeans trug. – »Kloppo war noch nie zu spät beim Training. Wahrscheinlich kam der Hamburger Scout im Smoking zu unserem Training.« (Mainz-05-Manager Christian Heidel im FAZ-Interview)

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Felix Magath (…) wird Teammanager des FC Fulham. (…) Was will Magath dort? Betrachtet man den Londoner Stadtplan, klärt sich die Sache: Das Stadion des FC Fulham liegt nur zwei Kilometer entfernt von Stadion des FC Chelsea. Dort regiert der einzige Mann im europäischen Fußball, den Magath noch mehr bewundert als sich selbst. Es ist José Mourinho (…), der Magath gleich in mehrfacher Hinsicht ähnelt: in seiner napoleonischen Selbstgefälligkeit, seinen Alleinherrscher-Allüren, seiner höhnischen Undurchdringlichkeit und der kindlichen Freude am Psychoterror. (Theaterkritiker Peter Kümmel in seiner Zeit-Fußballkolumne)

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Unfair (…), Alexander Bommes zu bitten, seine Sportnachrichten nicht jedes Mal so belustigt vorzulesen, als sei das ja alles so was von kurios und doll, was da auf den Pisten passiert! Bommes moderiert (…), als stünden seine Nachrichten eben nicht im Sport, sondern im Vermischten, direkt unter der Meldung von der Entenfamilie aus Gütersloh, die beim Ausparken im Wohnzimmer der Wombels landete. (aus der FAS-Kolumne »Teletext«)

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»Ich fahre nicht gern Auto.« – Was ist so schlimm am Autofahren? – »Das Autofahren selbst ist es nicht. Es ist das Einparken. Also fahre ich nicht. Denn ich kann an nichts anderes denken als daran, wie ich am Ende einparken soll.« (Schauspielerin Keira Knightley im SZ-Wochenende)

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»Wenn ich Schweinebraten mit Klößen will, dann bin ich im ›Goldenen Ochsen‹ immer besser aufgehoben als in Abu Dhabi, oder? (…) Gelsenkirchen veranstaltet ja auch keine Kamelrennen.« (Christoph Maria Herbst als »Stromberg« im WamS-Interview über die Fußball-WM 2022 in Katar)

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»Bei der Neuausrichtung wurde (…) alles auf den Prüfstand gestellt, auch die Spitzensportförderung. Aber wir sind zu der Überzeugung gelangt, an dieser Stelle ohne Abstriche weiter zu unterstützen – auch wenn der Kampf um Medaillen natürlich keine militärische Kernfähigkeit ist.« (Bundeswehr-Vizeadmiral Manfred Nielson im Welt-Interview)

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Ist Platz vier wirklich der übelste von allen? – »Auf jeden Fall. Man hat damit einfach nichts gewonnen, man ist einer der absoluten Verlierer. Das merkt man an der Berichterstattung, man kriegt das finanziell zu spüren, die Sponsoren und das Fördersystem zeigen es einem.« (Silke Spiegelburg, bei großen Titelkämpfen fünf Mal Vierte, im FAZ-Interview)

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Die Welt mag normalerweise über die Künste des südamerikanischen Zweibeiners namens Messi staunen, aber noch größeres Aufsehen hat zuletzt der Sololauf eines Vierbeiners im Stadion von Rosario erregt. In der 28. Minute des Erstligaspiels zwischen Rosario Central und River Plate stürmte der Köter aufs Feld, schlug ein paar Haken, stieß in den Strafraum vor, hockte sich hin und suchte den schnellen Abschluss. (…) Anzunehmen ist, dass es dem Platzreinigungsdienst gewaltig gestunken hat. (FAS)

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Auch der US-Präsident guckt (…) »House of Cards«, wenn er nicht gerade »Homeland« oder »Breaking Bad« guckt oder Angela Merkels Handy-Rechnung kontrolliert. (Spiegel) (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt«  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 24. Februar 2014 .
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Baumhausbeichte - Novelle