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Beate Miller (WBI/Schwarzenbeck)

Meistens kann ich Ihre Raterunden nicht lösen, aber heute wohl! Als ich den 2. Absatz gelesen habe, »In meiner Sportart habe ich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Eine meiner größten Taten gelang mir in einem Finale, wodurch ich etwas erzwang, was es heute gar nicht mehr gibt…“, ahnte ich: Es ist Hans-Georg »Katsche« Schwarzenbeck. Dieses Europapokalfinale der Bayern gegen Atlético Madrid 1974, in dem Schwarzenbeck in der letzten Minute der Verlängerung den Ausgleich für die Bayern erzielte und somit ein Wiederholungsspiel erzwang, war nämlich das erste Fußballspiel, das ich, damals 12 Jahre alt, mit Interesse geschaut habe. Und seitdem bin ich Bayern-Fan. Dass Schwarzenbeck gelernter Buchdrucker ist, habe ich mir auch behalten, da mein Vater den gleichen Beruf erlernt hat. Mit seiner Spielweise war Schwarzenbeck das Gegenstück oder die Ergänzung zu dem eleganten Kaiser Franz Beckenbauer, er war dessen »Ausputzer«, der Vorstopper vor dem Libero. Und so manch einer wird sicher auf dem Fußballplatz gerufen oder gedacht haben »Wehe, wenn Schwarzenbeck kommt«.  Beckenbauer dürfte auch die im 1. Absatz umschriebene Person, der erste Hinweis auf den neu zu Ratenden sein. Ich weiß, dass »Katsche« nach seiner Fußball-Laufbahn einen Laden geführt hat. Er hat sein Leben einfach und bescheiden weiter geführt, als wäre er nie berühmt gewesen. Die beschriebene Sport-Studio-Szene kenne ich nicht, aber »Katsche« war fürwahr nie ein »Medienmensch«. Der Umgang mit der Öffentlichkeit war einfach nicht »sein Ding« – irgendwie nachvollziehbar.

Ach ja, »Katsche« Schwarzenbeck wird in dem »zitierten« Gedicht von Wolf Wondratschek beschrieben als »eckig wie eine leer gegessene Pralinenschachtel« – auf so eine Beschreibung muss man erst mal kommen… (Beate Miller/Rockenberg)

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