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Montag, 27. Januar, 17.30 Uhr

Ein Zug Kraniche am Himmel, laut kreischend Richtung Süden unterwegs. Was hat das zu bedeuten, Ende Januar? Hatten sie gedacht, hier überwintern zu können und fliegen jetzt los, weil’s geschneit hat?

Zur Willensfreiheit noch auf interessante Artikel gestoßen. In der Zeit ein Interview mit einem US-Genomforscher. Auf die Frage “Sind wir für Sie eigentlich nur Datenbündel?” antwortet er sehr unnaturwissenschaftlich ausweichend, laviert herum, aber man spürt darin die Antwort, die er offenbar vermeiden will, an die er aber glaubt: JA!

Wer daran glaubt, nein, wer glaubt zu wissen, für den ist der Weg von Mendels Erbsen (oder was für ein Gemüse war’s) zur Willensunfreiheit und zum Datenbündel ein sehr kurzer und direkter.

In der FAS gibt ein isländischer Genom-Forscher auf die Frage nach dem freien Willen eine seltsame Antwort: “Wenn ich so schnell nach Hause laufen will, wie ich kann, ist das eine ganz andere Sache, als wenn Usain Bolt dasselbe will. Mein freier Wille ist in dieser Hinsicht sehr verschieden von Usain Bolts freiem Willen.”

Beim besten Willen: Ist das nicht ein selten dämlicher Vergleich?

Vielleicht bringe ich diesen Blog-Eintrag demnächst im Blatt als Abschluss. Hat ja ein bisschen was mit Sport zu tun. Vielleicht ziehe ich dann auch wieder mal die Rassismus-Karte, hat auch über ein paar Ecken was mit Sport zu tun: Die Frau des Chelsea-Potentaten Abramowitsch wird von ihrer Freundin Zhukova, der angesagten “Stilikone” und “Liebling der Kunstwelt” fotografiert, auf einem Stuhl sitzend. Der sieht in der FAS-Beschreibung so aus: “Unter einer Sitzfläche aus Leder befindet sich das Modell einer dunkelhäutigen Frau in Reizwäsche, die auf dem Rücken liegt. Der Sitz drückt ihre Schenkel gegen den Bauch, so dass ihr Busen hervorquillt. Der Gesichtsausdruck ist ergeben, der Körper wirkt wehrlos.”

Allgemeiner Aufschrei der Empörung: RASSISMUS!

Ist das auch Ihre erste Empfindung?

Doch der Stuhl, auf dem die Abramowitsch-Freundin sitzt, ist das Werk eines norwegischen Künstlers und eine Art ironisches Zitat ähnlicher Werke  eines Engländers vor 50 Jahren, die keinen Skandal provozierten, sondern “heute als etablierte Kunst gelten”. Unterschied: Damals waren es weiße Frauen.

Wer also spontan RASSISMUS! ruft, ist auf einem seiner politisch korrekten Augen blind. Egal ob schwarz oder weiß, es ist, das Wort habe ich, glaube ich, noch nie ernsthaft benutzt, aber hier muss es sein: Frauenverachtend. Vor allem aber: saudoof.

 

 

 

Baumhausbeichte - Novelle