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Ohne weitere Worte (vom 14. Januar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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»Ich sagte schon vor Jahren, dass der Vierte Offizielle einen Monitor haben und mit dem Schiedsrichter über Funk in Verbindung stehen sollte, um so extrem gravierende Dinge wie das Phantomtor von Hoffenheim, aber auch Schwalben, Handspiel oder Tätlichkeiten sofort zu klären und zu korrigieren.« (Jupp Heynckes fordert im Kicker die »Video-Hilfe«)

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In einem weltoffenen Deutschland sind weder Sexualität noch Religion eines Sportlers zu thematisieren oder gar zu tabuisieren – und schon gar keine Eilmeldung wert. Auf den nächsten Seiten werden Sie die Meldung deshalb nicht finden. (aus einem Kommentar von Kicker-Chefredakteur Jean-Julien Beer zum Hitzlsperger-Outing)

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Und doch ist der deutsche wie internationale Fußball noch weit davon entfernt, etwas Alltägliches wie Homosexualität genauso tolerant aufzunehmen, wie es der Rest der Gesellschaft tut. Dazu würde es eines aktiven und prominenten Fußballers bedürfen. Eines Spielers, der beweist, dass der soeben umgegrätschte Gegenspieler nicht aufspringt und ihn wegen seiner sexuellen Orientierung beleidigt – sondern wie immer ganz normal als »Arschloch« tituliert. Doch (…) derjenige muss einkalkulieren, dass seine Karriere an der Feindseligkeit der Hohlköpfe scheitern könnte. (Welt)

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Doch ausgerechnet der Deutsche Fußball-Bund geht mit Hitzlspergers Comingout seltsam unsicher um. Präsident Wolfgang Niersbach sicherte Hitzlsperger »jede erdenkliche Unterstützung« zu. Man konnte meinen, Hitzlsperger sei bankrott oder mindestens spielsüchtig. Und Liga-Chef Reinhard Rauball sprach von »Betroffenen«, als handle es sich bei Homosexualität um ein böses Virus. (Spiegel)

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»Ich will keine Ikone einer Schwulenbewegung werden« (FAS-Schlagzeile über einem Hitzlsperger-Interview)

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Ein Denkmal für Hitzlsperger! Schwul-lesbische Fans sehen den früheren Nationalspieler als Vorbild (FAS-Überschrift eines Artikels unter dem Hitzlsperger-Interview)

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Das Modell, mit dem sich die Gesellschaft ihren Sex erklärt, ist von einer rührenden Einfachheit: Homo, Hetero und Bi, bitte entscheiden Sie sich. Ein Bekenntnis ist da kein Befreiungsschlag, sondern eine Geste der Unterwerfung. Wer souverän ist, muss sich nicht erklären. (…) Menschliche Sexualität ist eben nicht die Bundesliga; man muss sich nicht zu einem Verein bekennen. (aus »Nackte Wahrheiten« in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)

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»Solche Stellen mit Felsen sind ganz normal. (…) Jeder, der die präparierte Piste verlässt, bewegt sich auf eigene Gefahr. (…) Wenn es weniger schneit, lauert die Gefahr, dass man mit dem Ski einbricht und gegen einen Stein fährt. Aber: An solche Stellen fahre ich als Profi sowieso nicht rein. Ich kann diese Schneesituation einschätzen und meide sie.« (Ski-Olympiasieger Markus Wasmeier in Sport-Bild)

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»Bouffier und ich standen auf unterschiedlichen Seiten der Barrikade, 15 Jahre lang«, sagt Tarek Al-Wazir. Dann lächelt er listig. Und fügt hinzu: »Aber immerhin war es dieselbe Barrikade.« (Stern) (gw)

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