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Per saldo per Salto (“Wer bin ich?”-Auflösung)

Für alle, die es verpasst haben, zum späten Mitraten noch einmal die wichtigsten Tipps zur letzten 2013-Runde. Frage 1:  »Gesehen haben mich viele, wer ich bin, weiß niemand, das ist daher nicht die Frage. Man kennt mein Bild, man weiß, wo es zu finden ist, und dieser Ort ist es, der gesucht wird. Ihn hat ein Engländer schön bunt hergerichtet, was in seiner Fachwelt ziemlich umstritten war, und obwohl mein Bild so viele Jahre auf dem Buckel hat, ist es doch … ›frisch‹«.

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Fresko bedeutet »frisch«, es geht um »die Stierspringer von Knossos (Kreta)«, zu sehen auf dem »›frischen‹ Bild im Palast von Knossos bzw. auf der Kopie im Museum von Heraklion«, weiß Prof. Hannes Neumann (Linden). Den »Engländer« hat Paul-Gerhard Schmidt (Nieder-Ohmen) identifiziert: »Der Archäologe Arthur Evans war der Entdecker der minoischen Kultur auf Kreta, mit seinen Ausgrabungen in Knossos und den damit verbundenen Rekonstruktionen erntete er nicht nur Lob bei seinen Fachkollegen.«

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Frage 2: »Sehr viel später kopierte mich und meinen Stil ein echter Vollprofi, der am Hofe eines Königs angestellt war. Allerdings benutzte er ein leistungssteigerndes Hilfsmittel, das heute verboten ist. Dafür nahm er aber ein freiwilliges Handicap auf sich – zu dieser reifen Leistung kann man nur den Hut ziehen.«

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Die reife Leistung war auch eine Reifen-Leistung, denn der Gesuchte sprang angeblich acht Meter weit, und das durch mehrere Reifen hindurch. Prof. Peter Schubert (Friedberg): »Da stößt man wieder auf einen Saltospringer: vom Brett (Hilfsmittel) durch zehn Reifen (Handicap) – wunderbar abgebildet auf einem Holzschnitt in einem Lehrbuch von Arcangelo Tuccaro, der königlicher Hofspringer bei Karl IX in Frankreich war.«

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Frage 3: »Da wir beide längst vergessen waren, brüstete sich die Sportwissenschaft Mitte des 20. Jahrhunderts mit der ›neuen‹ Erkenntnis, dass unser Stil biomechanisch der optimale sei. Ein deutscher Sportler führte ihn zur Verblüffung der Zuschauer und Kampfrichter vor, doch die »neue« Technik wurde alsbald verboten, wegen zu großer Verletzungsgefahr.«

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Vom Salto über einen Stier zum Stierle-Salto: »Der deutsche Epigone ist Bernhard Stierle (!). Mit einem heute offiziell verbotenen Salto-Weitsprung erreichte er 1974 7,42 m« (Manfred Stein (Feldatal).

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Damit sind alle drei Fragen der letzten 2013-Runde beantwortet: »Wie heißt der Ort, an dem ich zu finden bin? (Knossos) / Wie der Vollprofi mit der reifen Leistung? (Tuccaro) / Wie unser deutscher Epigone? (Stierle). – Erstaunlich, dass in dieser schwierigen Runde neun Teilnehmer die volle Punktzahl erreichten und weitere 13 zwei- oder einmal punkteten.

3 Punkte: Dr. Joachim Bille (Reiskirchen), Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), Karola Schleiter (Florstadt), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Paul-Gerhard Schmidt (Nieder-Ohmen), Jochen Schneider (Butzbach), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Manfred Stein (Feldatal), Ingrid Wittich (Mücke)

2 Punkte: Dr. Sylvia Börgens (Wölfersheim), Uwe Katzenmeier (Kleinlinden), Ralf Kranich (Buseck), Dr. Paul Limberg (Linden), Prof. Hannes Neumann (Linden), Dieter Neil (Großen-Buseck), Uwe Paulus (Biebertal), Walther Roeber (Bad Nauheim), Klaus-Dieter Willers (Hungen).

1 Punkt: Vera Fahrenholtz-Boyens (Biebertal), Doris Heyer (Staufenberg), Uwe Lemke (Wöllstadt), Paul-Ulrich Lenz (Schotten).

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Gratulation und: Respekt! Morgen folgen die Jahresrangliste 2013 sowie die »ewige« Gesamtwertung. (gw)

* (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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