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Achim Meisinger: Hartmannsweilerkopf

Es ist schon interessant … aber genau ein Jahr,  nachdem ich Sie mit meinem „ Fundstück aus der Radsportwelt“ aus dem Jahre 1967 ( Rudi Altig / Andreas Troche ) angeschrieben hatte, haben Sie mich jetzt am 2.12.13 erneut zum Stöbern geradezu herausgefordert.

In den frühen Morgenstunden der gemeinsamen Geburtstage unseres Sohnes Konstantin  und „unseres  Ulles“  konnte ich Ihr Statement bei den Montagsthemen zum Hartmannsweilerkopf in den Vogesen lesen. Jedoch war mir dieser Name sofort ein Begriff, hatte doch mein Großvater  1965  mir ein Buch eines Heeres-Oberarchivdirektors Gustav Goes: „ Hartmannsweiler Kopf-Das Schicksal eines Berges im Weltkrieg“  in die Hand gedrückt. Diese Umstände haben nun dazu geführt, dass ich gestern Mittag den Geburtstagskaffee teilweise versäumte, da ich ja unbedingt dieses Buch in meinem Archiv suchen musste.

Ich wurde fündig und fand dieses Buch von 1930, in dem sehr eindrucksvoll das Ringen im ersten Weltkrieg  ab dem 4.1.1915  bis zum 12.9.1918 um den Hartmannsweilerkopf dargestellt wird.

Den Ausführungen Goeses  ist zu entnehmen, dass schon im April 1914 deutsche Grenzschutz- und Landwehrtruppen in die Kämpfe um das Oberelsass verwickelt waren, ohne dass dabei die besagte 956 m hohe Gebirgskuppe zunächst eine strategische Bedeutung besaß.  An den Weihnachtstagen 1914 ging der Hartmannsweilerkopf endgültig in die militärgeschichtlichen Annalen ein, als…man höre und staune…eine Radfahrer-Patrouille des 123. Landwehrregimentes unter Führung des Leutnants der Reserve Eichler den „geheimnisvollen Berg“ zu Erkundungszwecken erstürmte und überquerte.

Ohne die Kriegsereignisse verherrlichen zu wollen, wäre es aus rein radsportlicher Sicht nach bald 100 Jahren wünschenswert, wenn deutsche Radsportler an der Spitze des Feldes bei der nächsten Tour de France über diese Passhöhe rollen würden.

(Achim Meisinger/Friedberg-Ockstadt)

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