Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Dr. Hans-Ulrich Hauschild: Donald ist eine Figur der Weltliteratur

Ich sitze hier, Sonntagmorgen, und überlege, ob ich einen Leserbrief zu Fragen der bundesdeutschen Politik (die neue Elite aus Schwarz/Grün und ihre nicht vorhandene Gesellschaftstheorie, von Utopie ganz zu schweigen) oder ein wenig zu Ihrem vorzüglichen Donaldisten – Artikel von gestern schreiben soll. Und es muss schnell gehen, weil ich gleich in die Kirche gehen will und dann einen Krankenbesuch machen möchte.

Wichtiger ist mir Donald. Also dann: herzlichen Glückwunsch. Wir sind uns einig, einmal wieder: Donald Duck ist Weltliteratur. Verachtung für die Verächter. So wie beim Fußball: ein Bürgerlicher geht nicht zum Fußball, ein Intellektueller liest nicht Donald. Gerade der liest ihn. Wir sind uns einig: Donaldisten sind sich deshalb nah, weil sie an Donald Duck das Menschliche lieben. Donald: Faulpelz und Pechvogel, vorbildlicher Onkel, von seinem Onkel gnadenlos ausgenutzt, aber er steht zu ihm. „ Sein aussichtsloser Kampf gegen die Widrigkeiten des Alltags rückt ihn in die Nähe der Figuren Charlie Chaplins. Besonders liebenswert macht ihn seine Fähigkeit sich nie entmutigen zu lassen und nach jedem Fehlschlag neu zu beginnen.“ (Donaldistenkongress Basel).

Comics sind nicht minderwertig, dafür sprechen Donald (nicht hingegen die Maus) und Asterix. Wer diese liebt, zeigt, dass er bereit ist, immer einen „kleine Klips gegen die Gesellschaft“ zu platzieren. Harmlose Gesellschaftskritik? Lasse ich jetzt stehen.  Und die Vielschichtigkeit des Charakters, die Tatsache, die die Geschichte über sich hinaus weisen, der Humor und die implizite Gesellschaftskritik machen Donald zu einer Figur der Weltliteratur. (Dr. Hans-Ulrich Hauschild/Gießen)

Baumhausbeichte - Novelle