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Sonntag, 17. November, 6.35 Uhr

Immerhin etwas später als sonst. Ein guter Anfang, die Zwanghaftigkeit des nicht notwendigen Frühaufstehens langsam in den späteren Morgen zu schieben. Denn den Zwang gibt es  seit über einem Jahr nicht mehr. Leider weiß das mein Unterbewusstsein noch nicht und treibt mich am Sonntag aus dem Bett – oder quält mich mit Albträumen, wie vorhin, als ich um vier aus dem Schreckenstraum erwachte, alle Seiten für die Montagsausgabe selbst machen zu müssen, was ich vergessen hatte und nun in einem Titanenakt alle Meldungen durcharbeiten musste, die Seiten layouten musste, nebenbei noch Kolumnen schreiben musste und mir alles so viel und zu viel war, dass ich nicht mal anfangen konnte, weil ich nicht wusste, wo und womit ich beginnen sollte. Im Moment des Aufwachens konnte ich mein Glück kaum fassen, im Ruhestand zu sein.

Da ich fast noch aktiver schreibe als zuvor, weiß kaum jemand, dass “gw” ein Rentner ist, der sein Schreib-Hobby pflegt. Auch jener Leser nicht, dessen bzw. unser beider P(r)ogrom-Missverständnis ein Thema der Samstag-Kolumne war (heißt es eigentlich “Samstag-Kolumne” oder “Samstags-Kolumne”? Keine Ahnung). Er hat mich am Freitag vergeblich in der Redaktion zu erreichen versucht, wie er am Samstag mailte (“gestern waren Sie nicht mehr in der Redaktion, wohlverdiente Auszeit!”). Der Leser war zufrieden mit der Behandlung in der Kolumne und schenkte mir einen hübschen Fehler im ARD-Videotext, der gemeldet hatte, dass “Hessens Ministerpräsident Schäfer-Gümbel “mit dem besten Ergebnis SPD-Vize wurde.

Auch Manfred Merz meldete sich, nicht unser Feuilleton-Chef, sondern unser alter Kollege und Ex-Handballer Manni Merz (beide aus Bad Nauheim, was die Verwechslungsgefahr noch erhöht): “Bei Deinem Lasogga-Müller-Artikel diese Woche musste ich sofort an die aktuelle 11Freunde-Spezialausgabe ‘Fußball + Pop’ denken, darin gibt es noch andere Klassiker und neben vielen weiteren einen interessanten Bericht über New York Cosmos. Aber auch in den regulären Ausgaben (aktuell mit Eintracht-Cover) stehen immer wieder Sätze, die den Sprung in ‘Ohne weitere Worte’ verdient hätten.”

Der “andere” Manfred Merz bittet wieder um eine “Nach-Lese” (für nächsten Samstag), und obwohl ich noch keinen Satz geschrieben habe, bin ich schon beim dritten Thema angekommen. Das erste sollte der Beginn einer Serie mit dem Titel (auf den ich stolz bin) “Mein progressiver Alttag” sein (ja, nach der fast gleichnamigen legendären “Pardon”-Serie), wobei ich mein fortschreitendes Alt-Werden auf die Schippe nehmen will.  Hab ich verworfen, auch, weil es keine echte “Nach-Lese” wäre. Bin dann zu den “Wimps” übergegangen, den Teilchen, die die schwarze Materie erklären sollen, aber nicht gefunden wurden (in der “Welt” gelesen), was ich mit den Higgs-Teilchen, der String-Theorie, dem Urknall, Glaube und Wissen und mit Wittgenstein verknüpfen wollte bzw. will, denn das Thema habe ich nicht verworfen, sondern nur verschoben. Auf Thema Nummer drei bin ich erst heute morgen beim Sichten der Meldungen der Nacht gestoßen: “Micky Maus wird 85″. DAS wird mein Thema! Obwohl ich Micky Maus nicht mag, diesen Schlauberger, wie wir Donald-Freunde ja fast durchweg diesen kleinen Alleskönner nicht leiden mögen. Aber “Micky Maus” ist ja auch der Titel unserer Donald-Duck-Heftchen, Dr. Erika Fuchs war die kongeniale Texterin der Carl-Barks-Originale, und zu ihr kann ich eine “Nach-Lese”-Geschichte erzählen, die teils traurig, teils sehr lustig ist und mir zu der Exklusiv-Meldung ihres Todes (im Alter von fast 100 Jahren) verhalf – die Donaldisten im FAZ-Feuilleton dürften einen donaldischen Wutanfall bekommen haben. Lassen Sie sich überraschen, nächsten Samstag und online schon ein paar Stunden früher.

“Montagsthemen? Ja, gleich gehe ich ran. Thema schon klar: Subotic, Schweinsteiger, Khedira, schwarze Serie, Roulette, Veh-Pause , der große Wahre-Sport-Vorteil von Nationalmannschaften gegenüber der Ware Sport im Vereinsfußball … reicht ja schon, oder? Bis dann.

Baumhausbeichte - Novelle