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Ohne weitere Worte (vom 12. November)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Auf der Fassade des Madrider Rathauses sah man ihn vor kurzem als Unterhosen-Werbefigur in zehnfacher Vergrößerung – die athletischste Gestalt auf einem Hochhaus seit King Kong, allerdings weniger pelzig. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über Cristiano Ronaldo)

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Und nun also dies: Arsenal manövriert Dortmund aus, das sich so gern als das heißeste Projekt im Weltfußball feiern lässt; Schalke wird abgefertigt, und der Keeper (…) begeht dabei einen Fehler, der sogar englischen Pannentorhütern peinlich wäre. (Süddeutsche Zeitung)

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Freilich zeigt die bisherige Geschlossenheit des FC Bayern (…), dass auch ein verfestigter strafrechtlicher Vorwurf nicht automatisch eine berufliche Verbannung nach sich zieht. (…) Jeder Verein schmückt sich, wie er kann. Womöglich (…) sind Steuerdelikte trotz harter Strafandrohungen und großen öffentlichen Gekreisches für viele im Grunde doch nur lässliche Sünden. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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Sind Sie mit den heutigen Schiedsrichtern zufrieden? – »Die tun mir leid. Mit diesen ganzen saumäßigen Kameras und wat nicht alles. Denken Sie nur an das Phantomtor. Dat geht mir so auf die Kirsche!« (Wolf-Dieter Ahlenfelder, der 1975 die erste Halbzeit des Bundesligaspiels Bremen – Hannover betrunken eine Viertestunde zu früh abpfiff, im Stern-Interview)

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»Ich trainiere ja nicht, um Spaß zu haben, sondern um erfolgreich zu sein. Es ist manchmal Quälerei, aber das Gefühl des Triumphes ist es wert.« (Dimitrij Ovtcharov, bester Deutscher in der Tischtennis-Weltrangliste, im FAS-Interview)

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»Wenn ich einen sicheren Sport machen möchte, in dem ich alles kontrollieren kann, dann würde ich nicht Riesenwellen surfen, sondern Fußball oder Volleyball spielen.« (Carlos Burle, der in Nazaré auf einer 30-Meter-Welle/Weltrekord surfte, im Welt-Interview)

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Surfen ist ein sehr machoider Sport. Wenn ich ehrlich bin, geht es darum: Wer bekommt die größten Wellen, wer hat die meisten Frauen.« (Burle/Welt)

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Wer je die Gelegenheit hatte, mit dem leibhaftigen George zu sprechen, wird dabei das Gefühl gehabt haben, keinem Geringeren als Schimanski gegenüberzusitzen: diese moralische Rigidität. Dieses wunde Herz in einem Eisenbiegerkörper. (SZ)

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Während der Jahrzehnte in der Politik bin ich stets davon ausgegangen, dass meine Telefongespräche von fremdem Händen mitgeschnitten wurden. (Helmut Schmidt in einem Beitrag für die Zeit)

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Sie werden sogar auf der Straße angesprochen. – »Ja, aber meistens dezent. (…) Was ich nicht verstehe, sind diese Leute, die mir ›Schachmatt!‹ zurufen. Man geht doch auch nicht auf einen Fußballspieler zu und ruft ›Tor!‹« (Schach-WM-Finalist Magnus Carlsen im Zeitmagazin-Interview)

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Ein Wunderkind, das mit Schachprogrammen aufgewachsen ist und spielt wie ein Computer. (Spiegel über Carlsen)

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»Ich spiele nie gegen Computer. Ich habe das nie gemocht. Ich bin ohne Computer aufgewachsen.« (Carlsen im Zeitmagazin-Interview) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle