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Ohne weitere Worte (vom 5. November)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Stefan Kießling (…) hofft nach dem Urteil, dass er die Sache überstanden hat. Seinen Humor hat er nicht verloren. »Eigentlich war es ein guter Kopfball«, sagte er in Frankfurt, »bis auf die Tatsache, dass er nicht drin war«. (Süddeutsche Zeitung)

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Der Guru unserer Zeit heißt Jürgen Klopp. (…) Sein Satz der Woche: »Das Gras ist woanders nicht immer grüner, und meine Fähigkeit ist es, das Glück zu sehen, wenn es da ist«, klingt womöglich im ersten und zweiten Moment wie eine Kalenderweisheit (…), ist aber in der Fußballwelt, in der jedes Hühnchen nach dem ersten gewonnenen Minipokal immer nur danach schaut, wohin man jetzt sofort weiterwechseln muss (…), ein beinahe weiser Satz. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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In Dortmund soll Götze schon in den Monaten vor dem Transfer viele Sympathien durch Starallüren und spätpubertäres Sozialverhalten verspielt haben. (FAZ)

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Mit 17 war Schröder Junioren-Nationalspieler, und Kameraden sagten über ihn, er sei so arrogant, dass er den Ball nicht den Mitspielern zuspiele, die er für unbegabt hielt. (Spiegel über den NBA-Neuling Dennis Schröder)

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»Was hältst du eigentlich von Frauen-Fußball«« – »Find ich beides gut.« (Dialog am Biertisch in einem Stern-Cartoon)

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Die (Athleten) schauen verdutzt aus der Wäsche, wenn eine Art Sittenwächter wie ein westeuropäischer Taliban auf die Kleiderordnung pocht. Während der Sommerspiele 2012 in London wurde ein deutscher Olympiateilnehmer als Zuschauer auf der Tribüne gemaßregelt, weil er Jeans statt der Ausrüsterhose trug. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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»Wir erleben eine Expansion pseudoakademischer Bildung. Viele der jungen Leute schreiben sich für Micky-Maus-Studiengänge ein wie »Global Management« oder »Digitale Medien. (…) In England (…) gibt es inzwischen sogar ein Bachelorstudium fürs Golfspielen.« (Berufsbildungsforscher Prof. Felix Rauner im Stern-Interview)

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»Du bist unser Sohn, und wir werden dich auch lieben, wenn du Dressurreiten machst.« (Text in einem Stern-Cartoon; gesprochen von Mama und Papa Pferd zu ihrem Fohlen)

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Sie haben doch Millionen verdient. – »Davon habe ich nichts mehr. Die vier, fünf Millionen habe ich verlebt. (…) Ich bereue aber nichts. Wichtig ist, dass es meinen sieben Kindern gut geht. Ich liebe sie alle.« – Sieben Kindern von wie vielen Frauen? – »Von sieben. (…) Als ich reich war, war ich unglücklicher als jetzt. (…) Ich habe meinen Frieden im Kopf gefunden. (…) Trotzdem träume ich davon, noch mal richtig reich zu sein. Zehn Millionen würden mir reichen.« (Ex-Boxweltmeister Juan Carlos Gomez im Welt-Interview)

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Alex Ferguson (…) stellte seine Memoiren vor. Das Buch trägt den Titel »My Autobiography«. Auf eine Unterzeile verzichtete Ferguson, aber lauten könnte sie: »Alles Deppen außer Alex.« (Spiegel) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle